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Hollywoods unglaubliche Todesfälle: Streit wegen Lärm? Hollywoodstar wurde von einem Bauarbeiter getötet

Ariane Nagel Ariane Nagel 17. März 2026 5 Min. Lesezeit 116 Aufrufe 0

In Hollywood passieren nicht nur unfassbare Geschichten vor der Kamera, sondern auch dahinter. GALA blickt zurück auf die mysteriösesten Todesfälle und Schicksale rund um die Traumfabrik. Diesmal: die grausame Tötung der Schauspielerin und Regisseurin Adrienne Shelly.

Am 1. November 2006 besucht Andy Ostroy, 66, seine Ehefrau, Schauspielerin, Regisseurin sowie Drehbuchautorin Adrienne Shelly, in ihrem Büro in einem Appartement im New Yorker Greenwich Village. Als er die Wohnung betritt, bietet sich ihm ein albtraumhafter Anblick, der ihn nie wieder loslassen wird: Er findet die Leiche seiner geliebten Partnerin und der Mutter der gemeinsamen Tochter Sophie, damals 2, im Badezimmer.

Der Tod des Hollywoodstars im Alter von nur 40 Jahren wird von der Polizei zunächst als Suizid gewertet. Doch Shellys Ehemann ist davon überzeugt, dass sie so etwas niemals getan hätte und drängt auf weitere Ermittlungen – die schließlich die grausame Tat eines 19-jährigen Bauarbeiters ans Licht bringen. Doch von vorn.

Adrienne Shellys erfolgreiche Karriere in Hollywood

Adrienne Shelly feiert ihren Durchbruch bereits im Jahr 1989 mit ihrer Hauptrolle in dem Comedy-Drama „Verdacht auf Liebe“. Anschließend spielt sie in Filmen wie „Hexina“ an der Seite von Arye Gross, 66, oder „Factotum“ neben Matt Dillon, 62, mit. Außerdem hat sie Auftritte in beliebten Serien wie „Law & Order“ oder „Oz – Hölle hinter Gittern“.

Arye Gross und Adrienne Shelly (†) in „Hexina“ aus dem Jahr 1993
© Everett Collection

Allerdings ist sie auch hinter der Kamera tätig und arbeitet als Drehbuchautorin und Regisseurin. Während ihrer Karriere hat sie sich zudem immer wieder gegen den vorherrschenden Sexismus in Hollywood ausgesprochen und laut „The Guardian“ betont, unter welchem Druck Frauen stehen würden, stets „heiß“ zu sein.

Für den Film „Jennas Kuchen – Für Liebe gibt es kein Rezept“ verfasst sie das Drehbuch und nimmt auf dem Regiestuhl Platz, Keri Russell, 49, und Nathan Fillion, 54, sind in den Hauptrollen zu sehen. Das Drama erhält überragende Kritiken und gewinnt diverse Preise, darunter den Independent Spirit Award. Doch diese Erfolge wird Adrienne Shelly nicht mehr miterleben.

Keri Russell und Nathan Fillion in „Jennas Kuchen – Für Liebe gibt es kein Rezept“ aus dem Jahr 2007
© Allstar

Andy Ostroy findet die Leiche seiner geliebten Frau

Denn am 1. November 2006 wird das Leben des Hollywoodstars auf entsetzliche Weise beendet. Am Morgen des besagten Tages setzt Andy Ostroy seine Ehefrau in der von ihr angemieteten Wohnung ab, die sie zu ihrem Büro umfunktioniert hat. Dort möchte Adrienne Shelly an Skripten arbeiten. Nachdem Ostroy den ganzen Tag nichts von seiner Liebsten gehört hat, sorgt er sich und beschließt, nach ihr zu sehen.

Adrienne Shelly (†) im Jahr 2004
© Bowers

Gemeinsam mit dem Portier betritt er die Wohnung und findet seine Ehefrau leblos auf. Im Badezimmer hängt ihre Leiche von der Duschstange herunter, um ihren Hals ist ein Bettlaken gewickelt. Die New Yorker Polizei geht nach der ersten Begutachtung des Tatorts von einem Suizid aus. Andy Ostroy widerspricht den Beamt:innen vehement und fordert tagelang weitere Ermittlungen. Wie „The Guardian“ damals berichtet, begeht die Polizei den Tatort erneut – und findet unter anderem ein Schuhabdruck.

Hollywoodstar wurde von 19-jährigem Bauarbeiter getötet

Besagter Abdruck wird wenig später dem 19-jährigen Bauarbeiter Diego Pillco zugeordnet, der im Gebäude von Shellys Büro arbeitet. Am 6. November 2006 – fünf Tage nach der Tötung – wird der gebürtige Ecuadorianer festgenommen. Er gesteht die Tat unmittelbar. Zunächst behauptet er, dass sich Adrienne Shelly über den Baulärm beschwert habe und es zum Streit gekommen sei. Er habe sie versehentlich getötet und es dann wie Selbstmord aussehen lassen.

Zwei Jahre später gibt der Täter vor Gericht jedoch zu, dass es sich um einen Raubüberfall gehandelt habe. Pillco habe nach der Mittagspause beobachtet, wie Shelly in ihr Büro zurückkehrt, sie habe die Tür offen gelassen. Er sei in die Wohnung eingedrungen, um ihre Handtasche zu stehlen, doch die Aktrice habe ihn ertappt und gedroht, die Polizei zu verständigen. Daraufhin habe er ihr das Telefon aus der Hand gerissen und ihr den Mund zugehalten, wie „Today“ damals berichtet. Schließlich hat er die Schauspielerin mit einem Bettlaken erdrosselt. Am 13. März 2008 wird Diego Pillco wegen Totschlags zu 25 Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt.

Adrienne Shellys Ehemann schützt ihr Vermächtnis

Andy Ostroy hat die Liebe seines Lebens und die Mutter seines Kindes verloren. Er lernt Adrienne Shelly 2001 über eine Dating-Plattform kennen, ein Jahr später läuten bereits die Hochzeitsglocken. 2004 erblickt die gemeinsame Tochter Sophie das Licht der Welt. Das Kind ist erst zweieinhalb Jahre alt, als Shelly getötet wird und muss ohne Mutter aufwachsen. Doch Sophies Vater hält die Erinnerung an seine geliebte Frau sowie ihr Vermächtnis am Leben.

Adrienne Shellys Witwer Andy Ostroy im Jahr 2007
© Astrid Stawiarz

Der heute 66-Jährige gründet die „Adrienne Shelly Foundation“, eine gemeinnützige Organisation, die über ihre Partnerschaften mit akademischen und filmischen Instituten unter anderem Produktionszuschüsse, Mittel zur Fertigstellung von Filmen sowie Lebenshaltungszuschüsse vergibt. Außerdem produziert er 2009 den Film „Serious Moonlight“ mit Meg Ryan, 64, in der Hauptrolle, für den Shelly vor ihrem Tod das Drehbuch geschrieben hatte.

Das Denkmal für Adrienne Shelly im Abingdon Square Park in New York
© Jim Spellman

Im gleichen Jahr lässt er im Abingdon Square Park in New York den „Adrienne Shelly Garden“ errichten, wo bis heute ein Denkmal steht. Zur Eröffnung des Denkmals erscheint auch Paul Rudd, 56, der eng mit Adrienne Shelly befreundet war.

Paul Rudd und Andy Ostroy bei der Einweihung des Denkmals für Adrienne Shelly im August 2009
© Jim Spellman

Witwer trifft Jahre später auf den Mann, der seine Ehefrau getötet hat

2021 ist Andy Ostroy Regisseur der HBO-Dokumentation „Adrienne“, in der er sich mit Diego Pillco im Gefängnis trifft und sich mit ihm unterhält. Ostroy zeigt dem Mann, der seine Ehefrau getötet hat, Bilder von Meilensteinen seiner Tochter. „Adrienne hat viel verpasst“, sagt der Witwer laut „New York Post“. Der Täter bleibe während des Gesprächs ungerührt. Als er in seine Zelle zurückgeführt wird, sage er jedoch leise „Es tut mir leid“.

Mit dem Dokumentarfilm, in dem auch Shellys Tochter Sophie zu Wort kommt, möchte Andy Ostroy an seine Partnerin erinnern. Denn auch über 15 Jahre nach ihrem schrecklichen Tod, sei der Verlust kaum einfacher zu verkraften. „In meinem Leben wird es immer um Trauer gehen. Das wird immer der Geist im Raum sein. Die Liebe, die ich damals empfand, ist nicht verschwunden. Sie ist erstarrt. Es ist, als wäre sie in der Zeit eingefroren“, sagt er. Andy Ostroy und seine Tochter Sophie haben ein starkes Band und halten zusammen – auch wenn die Liebe, die sie nicht mehr mit Adrienne Shelly teilen konnten, sie für immer schmerzen wird.

Verwendete Quellen: thegaurdian.com, nypost.com, today.com, youtube.com, gettyimages.de

Quelle: Gala