FHM.
Home News Douglas-Kunden betroffen: Hohe Mahngebühren
News

Douglas-Kunden betroffen: Hohe Mahngebühren

Ariane Nagel Ariane Nagel 14. April 2026 4 Min. Lesezeit 295 Aufrufe 0

Eine Kundin des deutschen Kosmetikunternehmens Douglas in Genf erlebte eine unangenehme Überraschung, als sie für eine Online-Bestellung von Schönheitsprodukten aufgrund einer im Spam-Ordner gelandeten Facture letztendlich mehr als das Doppelte des ursprünglichen Preises zahlen musste. Die Konsumentenschützer der Fédération romande des consommateurs (FRC) schlagen Alarm und fordern mehr Schutz vor solchen Praktiken.

Symbolbild zum Thema Facture
Symbolbild: Facture (Bild: Picsum)

Hintergrund: Facture im Spam-Ordner führt zu Kostenfalle

Der Fall, der in der Westschweiz für Aufsehen sorgt, verdeutlicht die potenziellen Fallstricke der elektronischen Rechnungsstellung. Die Kundin hatte im Dezember online bei Douglas für rund 90 Franken eingekauft. Anstatt einer Papierrechnung erwartete sie eine elektronische Facture. Diese landete jedoch, zusammen mit den Mahnungen, im Spam-Ordner ihres E-Mail-Postfachs. Da die E-Mails in deutscher Sprache verfasst waren, fielen sie der französischsprachigen Kundin offenbar nicht auf.

Die Nichtbeachtung der E-Mails führte dazu, dass zu dem ursprünglichen Betrag von 90 Franken Mahngebühren von 25 Franken und Inkassokosten von 90 Franken hinzukamen. Insgesamt belief sich die Forderung somit auf über 200 Franken, wie die Fédération romande des consommateurs (FRC) berichtet. (Lesen Sie auch: Sunrise Störungen: Technische Probleme legen Kundendienst)

Aktuelle Entwicklung: Konsumentenschützer fordern mehr Transparenz bei Facture

Die FRC kritisiert die hohen Mahn- und Inkassogebühren in diesem Fall scharf. Sie weist darauf hin, dass lediglich die Verzugszinsen von 5 Prozent auf einer klaren gesetzlichen Grundlage beruhen. Die zusätzlichen Gebühren basieren hingegen auf den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), die von vielen Konsumenten kaum gelesen werden.

Unter dem Druck der drohenden Betreibung bezahlte die Kundin schliesslich den ursprünglichen Betrag, beanstandete jedoch die zusätzlichen Kosten. Die FRC riet ihr, die nicht vorgesehenen Gebühren schriftlich zu bestreiten. Sie wies zudem darauf hin, dass in der Vergangenheit bereits mehrere parlamentarische Vorstösse auf Bundesebene zu diesem Thema eingereicht wurden, jedoch ohne Erfolg.

Der Fall zeigt exemplarisch, wie schnell eine vermeintlich einfache Online-Bestellung zu einer unerwarteten Kostenfalle werden kann. Die Digitalisierung der Rechnungsstellung birgt zwar viele Vorteile, birgt aber auch Risiken, insbesondere wenn wichtige Informationen im Spam-Ordner landen oder in einer fremden Sprache verfasst sind. Die Konsumentenschützer fordern daher mehr Transparenz und Verbraucherfreundlichkeit bei der elektronischen Facture. (Lesen Sie auch: Flüchtiger Vorarlberger entkommt Schweizer Polizei)

Reaktionen und Stimmen zur Problematik

Der Fall der Douglas-Kundin hat in der Westschweiz eine breite Diskussion über die Rechte und Pflichten von Online-Händlern und Konsumenten ausgelöst. Viele Betroffene berichten von ähnlichen Erfahrungen mit versteckten Gebühren und unklaren AGB.

Die FRC rät Konsumenten, ihre Spam-Ordner regelmässig zu überprüfen und bei Erhalt einer Mahnung umgehend schriftlich Widerspruch einzulegen. Zudem sollten sie sich nicht scheuen, rechtlichen Beistand in Anspruch zu nehmen, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen.

Einige Experten fordern eine gesetzliche Regelung, die die Höhe von Mahn- und Inkassogebühren begrenzt und die Transparenz der AGB erhöht. Andere plädieren für eine stärkere Sensibilisierung der Konsumenten im Umgang mit digitalen Rechnungen. Das Eidgenössische Büro für Konsumentenfragen bietet auf seiner Webseite wertvolle Informationen und Tipps zum Thema Konsumentenrechte. (Lesen Sie auch: Karl-Heinz Grasser: Schulden von 23 Millionen Euro…)

Detailansicht: Facture
Symbolbild: Facture (Bild: Picsum)

Was bedeutet das für Konsumenten? Ein Ausblick

Der Fall der Douglas-Kundin ist ein Weckruf für alle Online-Shopper. Es ist wichtig, sich der potenziellen Risiken der elektronischen Rechnungsstellung bewusst zu sein und entsprechende Vorsichtsmassnahmen zu treffen. Dazu gehört, den Spam-Ordner regelmässig zu kontrollieren, die AGB sorgfältig zu lesen und bei Unklarheiten oder Problemen umgehend den Kontakt zum Händler oder einem Konsumentenverband zu suchen.

Die Digitalisierung der Facture ist ein fortschreitender Prozess, der viele Vorteile bietet. Sie ermöglicht eine schnellere und effizientere Abwicklung von Zahlungsvorgängen und spart Ressourcen. Es ist jedoch entscheidend, dass die Interessen der Konsumenten dabei nicht auf der Strecke bleiben. Die Politik und die Unternehmen sind gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine faire und transparente elektronische Rechnungsstellung gewährleisten.

Wie 20 Minuten berichtet, betont die FRC, dass Konsumenten das Recht haben, ungerechtfertigte Kosten anzufechten und sich gegen unlautere Geschäftspraktiken zur Wehr zu setzen. (Lesen Sie auch: ÖBB Vorteilscard: Gratis-Fahrten für Senioren sorgen)

FAQ zu Facture und Online-Rechnungen

Illustration zu Facture
Symbolbild: Facture (Bild: Picsum)