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Lukas Rietzschel: Neuer Roman „Sanditz“ beleuchtet

Ariane Nagel Ariane Nagel 15. März 2026 4 Min. Lesezeit 636 Aufrufe 0

Lukas Rietzschel, einer der wichtigsten jungen deutschen Autoren, hat mit „Sanditz“ einen neuen Roman veröffentlicht. Das Werk thematisiert das Leben einer ostdeutschen Familie im Wandel der Zeit, zwischen DDR-Vergangenheit und heutiger Corona-Pandemie.

Symbolbild zum Thema Lukas Rietzschel
Symbolbild: Lukas Rietzschel (Bild: Picsum)

Lukas Rietzschel und die Auseinandersetzung mit Ostdeutschland

Lukas Rietzschel, geboren 1994, hat sich mit seinen bisherigen Werken einen Namen als Chronist Ostdeutschlands gemacht. Seine Romane und Theaterstücke beschäftigen sich häufig mit den Themen Identität, Entwurzelung und den Folgen der deutschen Wiedervereinigung. Rietzschel scheut sich nicht, die schwierigen Themen anzusprechen, die in den ostdeutschen Bundesländern oft unter der Oberfläche brodeln. Dazu gehören unter anderem der Aufstieg der AfD, Ressentiments gegenüber Zuwanderern und die unterschiedlichen Auffassungen über die deutsche Geschichte.

Sein Debütroman „Mit der Faust in die Welt schlagen“ (2018) wurde zu einem Bestseller und 2025 verfilmt. Der Roman schildert die Radikalisierung junger Menschen in der ostdeutschen Provinz. Bereits drei Jahre zuvor widmete die ARD Lukas Rietzschel eine fast einstündige Dokumentation. ARD Mediathek bietet einen breiten Überblick über seine Arbeit. (Lesen Sie auch: Emmanuel Grégoire führt in Paris: Dati fordert…)

„Sanditz“: Eine Familiengeschichte zwischen DDR, Wende und Pandemie

„Sanditz“, Rietzschels neuer Roman, erzählt die Geschichte der Familie Wenzel in der fiktiven Stadt Sanditz in der Lausitz, nahe der polnischen Grenze. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen: Zum einen im Winter 2021, mitten in der Corona-Pandemie, zum anderen in den späten 1970er-Jahren in der DDR.

Im Jahr 2021 verbringt Maria Wenzel Heiligabend mit ihrer Mutter Marion und ihrer Großmutter Erika. Marias Zwillingsbruder Tom ist nicht dabei, weil er sich nicht impfen lassen will. Die Familie ist gespalten durch unterschiedliche Meinungen und Überzeugungen.

Die zweite Zeitebene führt zurück in die DDR der späten 1970er-Jahre. Sanditz ist ein Industriestandort mit Glasfabrik, Nähereien und einer Maschinenfabrik. Familie Wenzel ist gläubig und engagiert sich in der örtlichen christlichen Gemeinde, die einen Schutzraum für Andersdenkende bietet. Norbert Wenzel, der als Orgelbauer ins Ausland reisen darf, bringt heimlich verbotene Bücher mit nach Sanditz. Wie der NDR berichtet, wird die Frage aufgeworfen, warum Tom sich nicht impfen lassen will und ob er die Familie nicht sehen möchte. Maria ist jedoch zu erschöpft, um diese Diskussion zu führen. (Lesen Sie auch: Jannik Sinner im Indian Wells Finale: Chance…)

Die Bedeutung von „Sanditz“

„Sanditz“ ist mehr als nur eine Familiengeschichte. Der Roman ist ein Spiegelbild der ostdeutschen Gesellschaft im Wandel der Zeit. Rietzschel zeigt auf, wie die DDR-Vergangenheit bis heute nachwirkt und wie die unterschiedlichen Erfahrungen und Lebensrealitäten zu Konflikten zwischen den Generationen führen können.

Der Roman beleuchtet auch die Rolle der Religion in der DDR. Die christliche Gemeinde bot einen Freiraum für kritische Gedanken und oppositionelles Handeln. Gleichzeitig zeigt Rietzschel, wie die Stasi versuchte, die Kirche zu unterwandern und zu kontrollieren.

Ein weiteres wichtiges Thema des Romans ist die Frage nach Identität und Zugehörigkeit. Die Menschen in Sanditz sind geprägt von ihrer Herkunft und ihrer Geschichte. Sie müssen sich immer wieder neu verorten und ihren Platz in der Gesellschaft finden. (Lesen Sie auch: Schneefall Schweiz: in der: Stromausfälle und Lawinengefahr)

„Sanditz“: Was bedeutet das für die Leser?

Lukas Rietzschel hat mit „Sanditz“ einen Roman geschrieben, der zum Nachdenken anregt. Der Roman fordert die Leser heraus, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und die Perspektive anderer Menschen einzunehmen. „Sanditz“ ist ein wichtiger Beitrag zur Debatte über die ostdeutsche Identität und die Folgen der deutschen Wiedervereinigung.

Detailansicht: Lukas Rietzschel
Symbolbild: Lukas Rietzschel (Bild: Picsum)

Der Tagesspiegel lobt Rietzschels Fähigkeit, der Geschichte Flügel zu verleihen, indem er die Lausitz aus der Perspektive von Mühlknappen betrachtet.

Für Leser, die sich für die deutsche Geschichte und die ostdeutsche Perspektive interessieren, ist „Sanditz“ eine lohnende Lektüre. Der Roman ist spannend, berührend und regt zum Nachdenken an. (Lesen Sie auch: Natascha Kampusch Doku Orf: im: Ausstrahlung kurzfristig)

Ausblick

Lukas Rietzschel gehört zu den wichtigsten jungen deutschen Autoren. Seine Werke sind relevant und gesellschaftspolitisch brisant. Es bleibt zu hoffen, dass er auch in Zukunft wichtige Impulse für die deutsche Literatur liefern wird. Seine Fähigkeit, komplexe Themen aufzugreifen und in packende Geschichten zu verwandeln, macht ihn zu einem wichtigen Stimme in der deutschen Gegenwartsliteratur. Informationen zum Autor und seinem Werk finden sich auch auf der Wikipedia-Seite von Lukas Rietzschel.

Häufig gestellte Fragen zu lukas rietzschel

Illustration zu Lukas Rietzschel
Symbolbild: Lukas Rietzschel (Bild: Picsum)