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Stromausfall Wien: Was Mieter jetzt sofort tun sollten

Maik Möhring Maik Möhring 23. Oktober 2026 4 Min. Lesezeit 990 Aufrufe 0

Der Strom ist weg. Die Lampen dunkel, der Kühlschrank still, das WLAN tot. Wer das zum ersten Mal erlebt, greift instinktiv zum Smartphone und weiß trotzdem nicht, was als nächstes zu tun ist. Dabei folgt ein Stromausfall in den meisten Fällen einem klaren Muster, und wer dieses Muster kennt, verliert keine Zeit mit Ratlosigkeit.

Erst prüfen, dann handeln

Bevor irgendjemand in Panik verfällt: Der erste Schritt ist simpel. Schau aus dem Fenster oder auf den Hausflur. Wenn bei den Nachbarn ebenfalls kein Licht brennt, liegt das Problem beim Netzbetreiber oder im Gemeinschaftsnetz des Hauses. Dann ist Warten angesagt, nicht Basteln. Die Wiener Netze GmbH, zuständig für rund 99 Prozent der Wiener Haushalte, betreibt eine Störungshotline unter 0800 0800 44, die rund um die Uhr erreichbar ist. Dort lässt sich in wenigen Sekunden abfragen, ob eine bekannte Störung im Netz vorliegt.

Wenn das Licht aber nur in der eigenen Wohnung fehlt, wird es interessanter. Dann ist der Sicherungskasten der erste Anlaufpunkt.

Sicherungskasten: Was zu sehen, was zu tun ist

In Wiener Altbauten aus der Gründerzeit findet man noch immer Schraubsicherungen aus Porzellan. In Bauten ab den 1980er-Jahren sind Leitungsschutzschalter, also klassische Kippschalter, Standard. Moderne Anlagen haben zusätzlich einen FI-Schutzschalter, erkennbar an der Prüftaste und meist etwas größer als die anderen Elemente.

Liegt ein Schalter auf Aus oder in Mittelstellung, reicht es oft, ihn wieder hochzuklappen. Fällt er sofort wieder heraus, gibt es irgendwo im Stromkreis ein Problem: ein defektes Gerät, ein Kurzschluss, eine überlastete Leitung. Der klassische Fehler ist, das Gerät weiter angesteckt zu lassen und den Schalter immer wieder zu versuchen. Das kann in seltenen Fällen zu Schäden führen und löst das eigentliche Problem nicht.

Vorgehen in der Praxis:

  • Alle Elektrogeräte vom Netz nehmen, also Stecker ziehen.
  • Den ausgelösten Schalter einmal zurücksetzen.
  • Geräte einzeln wieder anschließen, bis der Schalter erneut auslöst.
  • Das zuletzt angeschlossene Gerät ist der Kandidat, Defekt oder Überlastung.

Wichtig: Niemals an Schraubsicherungen herumwerkeln, die verkohlt oder gequollen aussehen. Das ist kein Heimwerkerprojekt.

Mietrecht: Wer ist wirklich zuständig?

Eine Frage, die in Wien regelmäßig zu Streit zwischen Mietern und Vermietern führt. Die Antwort ist nicht immer eindeutig, aber es gibt klare Grundregeln.

Der Vermieter ist für die Hauptleitungen im Haus, den Hausanschluss und die Gemeinschaftsanlage verantwortlich. Alles, was sich innerhalb der Wohnungsinstallation befindet, liegt dagegen meist beim Mieter. Das betrifft Steckdosen, Leitungen innerhalb der Wohnung, den Sicherungskasten der Wohnung selbst. Eine Ausnahme gilt, wenn der Schaden auf einem Mangel beruht, der bei Einzug schon bestand oder auf normalen Verschleiß zurückzuführen ist. Dann kann der Vermieter nach österreichischem Mietrecht verpflichtet sein, die Kosten zu übernehmen.

Wer sich unsicher ist, sollte den Schaden dokumentieren, also fotografieren, und schriftlich an den Vermieter melden, bevor er selbst einen Elektriker beauftragt. Das sichert spätere Ansprüche.

Wann ein Notdienst her muss und was das kostet

Es gibt Situationen, in denen das Warten keine Option ist. Dazu gehören: Stromausfall mit gleichzeitigem Brandgeruch, sichtbare Schmorspuren an Steckdosen oder Schaltern, Funken beim Einschalten, Stromschläge aus Steckdosen oder nasse Wände in der Nähe von Leitungen. In diesen Fällen gilt: Sicherungskasten abschalten, Wohnung verlassen und professionelle Hilfe rufen.

Wer in Wien nachts, am Wochenende oder an Feiertagen schnell jemanden braucht, findet über den Elektriker Notdienst Wien qualifizierte Fachkräfte, die auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten ausrücken. Notdienstpreise liegen in Wien typischerweise zwischen 120 und 200 Euro für die Anfahrt und die erste Stunde, je nach Anbieter und Uhrzeit. Das klingt viel, ist aber gemessen am möglichen Schaden durch einen Schwelbrand oder eine beschädigte Leitung durchaus vertretbar.

Für normale Reparaturen ohne Notfall sollte man Angebote vergleichen. Ein seriöser Elektriker gibt vor der Arbeit einen ungefähren Kostenrahmen an.

Technik im Haus: Worauf Eigentümer besonders achten sollten

Wohnungseigentümer in Wien, vor allem in älteren Objekten aus den 1950er bis 1970er Jahren, stehen vor einem besonderen Problem: Die Elektroinstallation ist oft nicht mehr auf dem Stand der Technik, aber noch nicht so alt, dass sie offensichtlich kaputt wirkt. Aluminiumleitungen aus dieser Ära, die in vielen Bauten noch vorhanden sind, gelten heute als problematisch, weil Aluminiumverbindungen mit der Zeit oxidieren und an Kontaktstellen heiß werden können.

Eine Überprüfung durch einen Elektriker alle zehn bis fünfzehn Jahre ist für Eigentümer sinnvoll. In Österreich gibt es keine gesetzliche Pflicht zur regelmäßigen Prüfung privater Wohnanlagen, aber Versicherungen verweigern im Schadensfall mitunter die Zahlung, wenn eine offensichtlich veraltete Anlage nachgewiesen wird.

Situation Selbst behebbar? Empfehlung
Einzelner Schalter ausgelöst Ja Gerät prüfen, Schalter zurücksetzen
FI-Schalter fällt immer wieder Nein Elektriker beauftragen
Brandgeruch oder Schmorspuren Nein Strom abschalten, Notdienst rufen
Gesamtausfall im Haus Nein Wiener Netze Störungshotline

Vorbereitung ist keine Panikmache

Ein einfacher Tipp, der sich in Wien bewährt hat: Eine kleine Notfallausrüstung in der Küchenschublade. Eine Taschenlampe mit frischen Batterien, ein paar Kerzen mit Streichhölzern und die Telefonnummer der Wiener Netze sowie eines lokalen Elektrikers reichen aus, um die ersten Stunden eines Stromausfalls ruhig zu überbrücken. Wer zusätzlich eine Powerbank mit aufgeladenem Akkustand bereit hat, bleibt auch ohne Steckdose erreichbar.

Und noch etwas: Nach einem Stromausfall immer den Kühlschrank kontrollieren. Lebensmittel in einem gut gefüllten Kühlschrank bleiben bei geschlossener Tür bis zu vier Stunden stabil. Im Tiefkühler gilt bei vollständiger Befüllung sogar eine Faustregel von 24 Stunden. Wer das weiß, muss nach dem nächsten Ausfall nicht unnötig wegwerfen.