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  • Chemie: Spagat in China – Neues BASF-Werk in Südchina eröffnet

    Chemie: Spagat in China – Neues BASF-Werk in Südchina eröffnet

    In Südchina eröffnet der deutsche Chemieriese ein Milliardenprojekt. BASF erhofft sich davon weiteren Auftrieb im China-Geschäft. Wie riskant dieser Schritt ist – und welche Folgen er haben könnte.

    An Klebebändern, in Babywindeln oder über den „Neu-Duft“ im Auto: Die Produkte von BASF begegnen einem im Alltag ständig. In Zhanjiang in Südchina eröffnete Deutschlands Chemieriese nun einen milliardenschweren Verbundstandort – mit dem der Konzern inmitten globaler Krisen und einer wirtschaftlich schwierigen Weltlage seinen Fußabdruck in Chinas aussichtsreichen Wachstumsmarkt vergrößern will.

    „In einer Welt, die immer geteilter wird, zeigt der Zhanjiang-Standort etwas Wichtiges: Globale Zusammenarbeit bringt die besten Ergebnisse“, sagte BASF-Vorstandschef Markus Kamieth zur Eröffnung vor Regierungsvertretern. Durch den Iran-Krieg seien in Asien bereits „Preiseffekte“ und eine Verknappung zu sehen, erklärte er anschließend vor Journalisten. 

    In der weltweit stark fragmentierten Petrochemie-Branche haben die Ludwigshafener nach eigenen Angaben einen Marktanteil von einem bis zwei Prozent. In China, wo 14 Prozent des BASF-Umsatzes erwirtschaftet werden, sehen die Deutschen noch Luft nach oben. 

    Mit 8,7 Milliarden Euro ist das Werk in Zhanjiang, einer Küstenstadt mit rund sieben Millionen Einwohnern, die bislang größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens. Rund eine Milliarde Euro kostete allein der sogenannte Steam Cracker, das Herzstück des Werks. Fast sechs Jahre dauerte der Bau. 

    Warum BASF in China größer werden will 

    In China erhält BASF so einen zweiten Verbundstandort nach jenem in Nanjing in Ostchina, wo der Chemiemarkt des Landes am größten ist. Dort arbeiten die Deutschen in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem staatlichen Ölriesen Sinopec. Mit dem allein verwalteten Werk in Zhanjiang visiert BASF den unterversorgten Chemiemarkt in Südchina und Kunden in der wirtschaftsstarken Provinz Guangdong an. Produziert wird dort bereits seit November. 

    Attraktiv macht die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, dass bis 2035 ein starkes Wachstum erwartet wird – mit einer größer werdenden Mittelschicht und steigenden Einkommen. In China liegt mehr als die Hälfte des weltweiten Chemiebedarfs. Derzeit ist BASF in dem schnell wachsenden Markt jedoch unterrepräsentiert.

    Welche Hürden in China bestehen

    Der Markt in der Volksrepublik, in dem deutsche Firmen über Jahrzehnte sehr gute Geschäfte gemacht hatten, ist jedoch schwieriger geworden. Grund sind die schwache Nachfrage und ein Überangebot, die harte Preiskämpfe und Rabattschlachten in vielen Branchen wie der Auto-, Stahl- oder Solarindustrie zur Folge haben und auf die Gewinne der Unternehmen drücken. 

    Kamieth räumte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ ein, dass sich die Investition in Zhanjiang für BASF später als geplant lohnen werde. Vor Ort erklärte er zudem, Peking habe die Konsumschwäche und Überkapazitäten als Problem erkannt. „Man darf aber keine schnellen und sehr starken Reaktionen erwarten, sondern es wird eher über die Zeit zu einer Normalisierung kommen und dann hoffentlich auch zu einer Stärkung der Binnenwirtschaft“, sagte er. 

    Folgen für den Standort Deutschland? 

    Vor der Eröffnung des Projekts, das 2018 unter der in China geschätzten Altbundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingetütet wurde, stand das Werk in Zhanjiang bereits in der Kritik. Sorgen vor einer Verlagerung der Produktion von Europa nach China machten sich breit. Kostendruck und ein Sparkurs sorgten bereits dafür, dass der Konzern Tausende Jobs abbaute, darunter auch in Deutschland. 

    Kamieth entgegnet, es würde sich nicht lohnen, eine Anlage in China zu betreiben, um Produkte von dort nach Europa zu bringen. „Das macht einfach keinen Sinn für uns“, erklärte er. Das Werk in Zhanjiang wurde ihm zufolge für den chinesischen Markt gebaut, wo es auch wettbewerbsfähig ist – jedoch nicht für Europa. 

    Kritiker fürchten zudem eine Abhängigkeit von einem Land wie China. Der Vorstandschef hält dagegen. „Stellen Sie sich vor, wie eine BASF ohne die Hälfte des Weltmarktes China aussehen würde“, sagte Kamieth. Das Abkoppeln vom chinesischen Markt sei das viel größere Risiko. 

    Peking werden Menschenrechtsverletzungen wie in Xinjiang vorgeworfen. Dort hatte BASF Anteile an zwei Joint Ventures verkauft, nachdem Berichte auf Aktivitäten beim Partner hingewiesen hatten, „die nicht mit den Werten von BASF vereinbar sind“, wie es hieß. China sei zwar ein autokratischer Staat, aber es sei vertretbar dort zu sein, weil BASF seine Werte dafür nicht „kompromittieren“ müsse, sagte Kamieth. Auf den Xinjiang-Fall verwies er aber als Ausnahme.

    Was am BASF-Standort Zhanjiang besonders ist 

    Auch Chinas Machtanspruch auf das unabhängig regierte Taiwan bereitet Sorgen vor einem Konflikt in der Taiwanstraße, der eine der global wichtigsten Schifffahrtsrouten unterbrechen und der Weltwirtschaft massiv schaden würde. Ein Vorgeschmack bietet derzeit der Krieg im Nahen Osten, durch den laut Kamieth in Asien steigende Preise und Versorgungsprobleme mit Rohstoffen auftreten. 

    Für das Werk in Zhanjiang und seine rund 2.000 Mitarbeiter könnte das bedeuten, im Krisenfall Rohstoffe über andere Wege beziehen zu müssen. Flexibilität an dem weltweit drittgrößten Verbundstandort von BASF soll der eigene Tiefseehafen garantieren, über den Rohstoffe das Werk erreichen. Von dort in den Weltmarkt zu exportieren, planen die Deutschen nicht. 

    Durch 100 Prozent grünen Strom ist der CO2-Fußabdruck des Zhanjiang-Werks nach Konzernangaben nur etwa halb so groß wie bei anderen Verbundstandorten. Rund eine Million Tonnen Kohlenstoffdioxid fallen dann noch in der Produktion an, etwa durch den „Steam Cracker“. Dieser bricht (Englisch: to crack) unter extrem heißem Dampf (Englisch: Steam) Rohbenzin (Naphtha) oder Butangas in kleine Moleküle. Daraus erzeugt BASF dann weitere Produkte.

  • BASF Zhanjiang Werk: Milliarden-Investition in China

    BASF Zhanjiang Werk: Milliarden-Investition in China

    Das neue BASF Zhanjiang Werk, ein Chemie-Verbundstandort in Südchina, wurde nach sechs Jahren Bauzeit eröffnet. Der deutsche Chemiekonzern BASF investierte dafür 8,7 Milliarden Euro. Mit dem Werk will BASF seine Marktposition in China stärken, wo etwa die Hälfte der weltweiten Chemie-Nachfrage besteht.

    Symbolbild zum Thema BASF Zhanjiang Werk
    Symbolbild: BASF Zhanjiang Werk (Bild: Picsum)

    Länder-Kontext

    • China ist der weltweit größte Chemiemarkt und ein wichtiger Absatzmarkt für BASF.
    • Die Provinz Guangdong, in der sich Zhanjiang befindet, ist eine wirtschaftsstarke Region mit vielen BASF-Kunden.
    • Das Werk in Zhanjiang ist ein wichtiger Schritt für BASF, um seine Präsenz in China auszubauen.
    • Die Investition in Zhanjiang ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte von BASF.

    Was bedeutet das neue BASF-Werk für den chinesischen Markt?

    Das Werk in Zhanjiang soll den bisher unterversorgten Markt im Süden Chinas bedienen und die Position von BASF im chinesischen Chemiemarkt verbessern. Der Konzern erwirtschaftet bisher nur etwa 14 Prozent seines globalen Umsatzes in China. Das neue Werk soll dazu beitragen, diesen Anteil deutlich zu erhöhen. Wie Stern berichtet, ist es nach Nanjing der zweite Verbundstandort des Unternehmens in China.

    Historische Investition in Zhanjiang

    Mit einer Investition von 8,7 Milliarden Euro ist das BASF Zhanjiang Werk die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens. Es soll den Markt im Süden Chinas bedienen, der aus Sicht von BASF bisher unterversorgt ist. Der Standort Zhanjiang ist für BASF von großer Bedeutung, da er in der wirtschaftsstarken Provinz Guangdong liegt, wo viele Kunden des Unternehmens ansässig sind. (Lesen Sie auch: übergewinnsteuer Spritpreise: Kommt die Entlastung für Uns?)

    Zweites Werk in China

    Nach dem Standort in Nanjing in Ostchina, wo der Chemiemarkt am größten ist, ist das BASF Zhanjiang Werk der zweite Verbundstandort von BASF in China. Das Werk in Nanjing betreibt BASF in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem staatlichen Ölriesen Sinopec. Mit dem neuen Werk will BASF seine Präsenz in China weiter ausbauen und die wirtschaftsstarke Provinz Guangdong besser erreichen.

    📌 Hintergrund

    Ein Verbundstandort zeichnet sich dadurch aus, dass verschiedene Produktionsanlagen miteinander vernetzt sind. So können Rohstoffe und Energie effizient genutzt und Abfallprodukte vermieden werden.

    Herausforderungen im chinesischen Markt

    Seit der Besiegelung des Projekts im Jahr 2018 unter der damaligen deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich die wirtschaftliche Lage in China verändert. Der Markt ist schwieriger geworden, da harte Preiskämpfe und scharfer Wettbewerb in vielen Branchen die Gewinne der Unternehmen schmälern. BASF-Konzernchef Markus Kamieth räumte ein, dass sich die Investition in Zhanjiang für BASF später als geplant lohnen werde. „Wir starten in einem überversorgten Markt, in dem die Preise und Margen auf einem historisch niedrigen Niveau liegen“, sagte er gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. (Lesen Sie auch: Noch am Boden: Zweiter Testflug der Isar-Aerospace…)

    Globale Kooperation als Erfolgsmodell?

    Trotz der aktuellen Herausforderungen sieht BASF-Vorstand Markus Kamieth im Standort Zhanjiang ein Zeichen für erfolgreiche globale Kooperation. In seiner Eröffnungsrede betonte er, dass der Standort zeige, dass globale Zusammenarbeit die besten Ergebnisse erziele, selbst in einer Welt, die immer geteilter werde. BASF setzt weiterhin auf den chinesischen Markt und will seine Position dort langfristig stärken. Informationen zum Werk finden sich auch auf der BASF-Webseite.

    Häufig gestellte Fragen

    Wo liegt das BASF Zhanjiang Werk genau?

    Das Werk befindet sich in der Küstenstadt Zhanjiang in der südchinesischen Provinz Guangdong. Die Region ist wirtschaftsstark und für BASF von strategischer Bedeutung.

    Detailansicht: BASF Zhanjiang Werk
    Symbolbild: BASF Zhanjiang Werk (Bild: Picsum)

    Wann wurde das BASF Zhanjiang Werk eröffnet?

    Das Werk wurde nach fast sechs Jahren Bauzeit offiziell eröffnet. Bereits im November des Vorjahres wurde der Betrieb aufgenommen. (Lesen Sie auch: DAX Aktienrückkäufe: Konzerne Starten Rekord-Rückkaufprogramm)

    Welche Bedeutung hat der chinesische Markt für BASF?

    Der chinesische Markt ist für BASF von großer Bedeutung, da dort etwa die Hälfte der globalen Chemie-Nachfrage besteht. BASF will seine Position in diesem wichtigen Markt weiter ausbauen.

    Welche Produkte werden im BASF Zhanjiang Werk hergestellt?

    Das Werk ist ein Verbundstandort, was bedeutet, dass dort verschiedene chemische Produkte hergestellt werden. Konkrete Details zur Produktpalette sind derzeit nicht öffentlich bekannt.