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  • Prozess: Zivilklage gegen Bill Cosby – Jury verhängt Millionenstrafe

    Prozess: Zivilklage gegen Bill Cosby – Jury verhängt Millionenstrafe

    Dutzende Frauen haben dem US-Entertainer Bill Millionen Schadensersatz“>Cosby sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Er saß knapp drei Jahre in Haft. In einem Zivilprozess verhängt eine Jury nun eine Millionenstrafe.

    Der US-Komiker und Schauspieler Bill Cosby (88) ist erneut des sexuellen Missbrauchs für schuldig befunden und zu einer hohen Entschädigung verurteilt worden. Geschworene in Kalifornien sahen es in dem Zivilprozess als erwiesen an, dass Cosby vor mehr als 50 Jahren eine heute 84 Jahre alte Frau missbraucht hatte. Die Jury sprach der Klägerin in einer ersten Entscheidung Schadenersatz von mehr als 19 Millionen Dollar (über 16 Millionen Euro) zu, wie US-Medien berichteten. 

    In einem weiteren Schritt verhängten die Geschworenen eine zusätzliche Strafzahlung in Höhe von 40 Millionen Dollar. Derartige „Punitive Damages“ sind im US-Rechtssystem gebräuchlich, um zusätzlich zu einer Entschädigung auch eine Bestrafung oder Abschreckung zu erwirken. Damit liegt die Gesamtsumme nun bei knapp 60 Millionen Dollar. 

    Cosby war in dem Verfahren nicht persönlich erschienen, hatte die Vorwürfe aber über seiner Verteidiger und in einer eidesstattlichen Aussage zurückgewiesen.

    Schwere Vorwürfe

    Laut der Klageschrift soll Cosby 1972 die damals als Kellnerin tätige Frau zu einer seiner Shows eingeladen, sie mit Alkohol und Tabletten wehrlos gemacht und missbraucht haben. Ein neues kalifornisches Gesetz ermöglicht Schadenersatzklagen wegen sexuellen Missbrauchs ohne Einschränkung durch eine Verjährungsfrist. 

    Es habe 54 Jahre gedauert, um Gerechtigkeit zu erfahren, sagte die Klägerin nach Bekanntwerden des Urteils laut der „New York Times“. Sie hoffe damit, auch anderen Frauen ein wenig zu helfen. Cosbys Anwaltsteam kündigte an, in Berufung zu gehen. 

    Das Wichtigste zu Bill Cosby

    Dutzende Frauen haben der TV-Ikone, bekannt durch die Sitcom „Die Bill Cosby Show“, im Rahmen der MeToo-Bewegung Missbrauch vorgeworfen. Er hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. 

    Knapp drei Jahre im Gefängnis

    Der Komiker war 2018 in einem Strafprozess wegen sexueller Nötigung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden, doch nach knapp drei Jahren im Gefängnis kam er 2021 frei. Wegen eines Verfahrensfehlers war die Verurteilung überraschend gekippt worden.

    Cosby, der einst als Amerikas Vorzeige-Vater gegolten hatte, wurde danach weiter mit Zivilklagen konfrontiert. 2022 befand ihn eine Jury in Los Angeles des sexuellen Missbrauchs einer 16-Jährigen im Jahr 1975 für schuldig und sprach der Klägerin 500 000 Dollar zu.

    Quelle: Stern

  • Bill Cosby verliert erneut Missbrauchsklage: 16 Millionen Schadensersatz

    Bill Cosby verliert erneut Missbrauchsklage: 16 Millionen Schadensersatz

    Ein Gericht hat Bill Cosby für schuldig befunden, eine Frau im Jahr 1972 unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht zu haben.

    54 Jahre nach der Tat hat Donna Motsinger Gerechtigkeit bekommen. Ein Geschworenengericht in Santa Monica, Kalifornien, befand Bill Cosby, 88, am Montag für schuldig, die damalige Kellnerin im Jahr 1972 unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht zu haben. Die Jury sprach Motsinger 19,25 Millionen Dollar Schadensersatz zu (rund 16 Millionen Euro), wie unter anderem die „New York Times“ berichtet. Cosby selbst war beim Prozess nicht anwesend.

    Für Motsinger, die jahrzehntelang mit dem Geschehenen leben musste, war der Richterspruch nach drei Beratungstagen mehr als nur ein juristischer Erfolg. „Es hat 54 Jahre gedauert, bis Gerechtigkeit geschah“, sagte sie nach dem Urteil vor dem Gerichtsgebäude. Den zugesprochenen Schadensersatz bezeichnete sie als „Sahnehäubchen“ – entscheidend sei ihr gewesen, dass man ihr glaube und Cosby in irgendeiner Form zur Rechenschaft gezogen werde. Neben dem Schadensersatz sprach die Jury auch Strafschadenersatz aus, dessen genaue Höhe in einem separaten Verfahren noch festgelegt werden muss.

    Was damals geschah

    Laut den Gerichtsakten hatte Cosby, der damals in der Nähe ein Comedyalbum aufnahm, die Kellnerin Motsinger im Restaurant Trident in Sausalito kennengelernt. Anschließend lud er sie zu einer seiner Vorstellungen im Circle Star Theater ein. In der Limousine dorthin bekam sie ein Glas Wein von Cosby und zudem im Backstage-Bereich eine Pille, die sie für Aspirin hielt.

    Donna Motsinger beschreibt, dass sie daraufhin mehrfach das Bewusstsein verlor. Sie erinnerte sich, wie zwei Männer zusammen mit Cosby sie in eine Limousine setzten – und wachte später in ihrem eigenen Zuhause auf, fast vollständig entkleidet. Cosby bestritt in einer Erklärung, sie unter Drogen gesetzt oder missbraucht zu haben. Er erinnere lediglich, in einer Limousine mit Motsinger gesessen und Sex mit ihr gewollt zu haben – ob es dazu gekommen sei, könne er jedoch nicht sagen: „Ich kann mich nicht daran erinnern, ob es passiert ist oder nicht.“

    Bill Cosbys Anwältin Jennifer Bonjean kündigte unmittelbar nach dem Urteil Berufung an. Bereits die Klage hatte sie als haltlos bezeichnet und Motsingers Aussagen als bloße Spekulation ohne belastbare Faktengrundlage abgetan.

    Mehrfach wegen Missbrauch verurteilt

    Es ist nicht das erste Mal, dass ein Zivilgericht gegen Cosby entscheidet. Schon 2022 befand eine Jury den einstigen TV-Star für schuldig, die damals 16-jährige Judy Huth 1975 auf dem Gelände der Playboy Mansion missbraucht zu haben. In jenem Fall war Cosby zur Zahlung von 500.000 Dollar verurteilt worden; seine Berufung zog er im Januar zurück.

    Strafrechtlich war Cosby 2018 wegen der Vergewaltigung der früheren Temple-University-Mitarbeiterin Andrea Constand verurteilt worden. Er saß knapp drei Jahre in einem Hochsicherheitsgefängnis bei Philadelphia, bevor der Oberste Gerichtshof Pennsylvanias das Urteil aus verfahrensrechtlichen Gründen aufhob. Constand trat im Motsinger-Prozess als Zeugin auf, ebenso wie zwei weitere Frauen, die Cosby ebenfalls des Missbrauchs beschuldigen.

    Quelle: Gala