Winterhoff Urteil: Der bekannte Kinderpsychiater Michael Winterhoff wurde vom Bonner Landgericht wegen Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Winterhoff in sieben Fällen vorsätzlich und in einem Fall fahrlässig Körperverletzung begangen hat.
Eltern-Info
- Michael Winterhoff wurde wegen Körperverletzung verurteilt.
- Er hatte Kindern das Psychopharmakon Pipamperon verschrieben.
- Das Gericht sah keine Schädigungsabsicht, sondern eine ärztliche Überzeugung.
- Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Verurteilung wegen Körperverletzung – Was bedeutet das für Eltern?
Michael Winterhoff, Kinderpsychiater und Autor, wurde wegen der Verordnung des umstrittenen Psychopharmakons Pipamperon an Kinder und Jugendliche verurteilt. Wie Stern berichtet, sah das Gericht es als erwiesen an, dass er dies ohne ausreichende medizinische Notwendigkeit tat. Er habe jedoch in der Absicht gehandelt, zu heilen.
Warum wurde Winterhoff verurteilt?
Das Bonner Landgericht verurteilte Winterhoff, weil er Kindern und Jugendlichen über einen längeren Zeitraum das Medikament Pipamperon verschrieben hatte. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, dies ohne medizinische Notwendigkeit getan und die Sorgeberechtigten nicht ausreichend über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt zu haben. Das Gericht stellte fest, dass Winterhoff zwar Einwilligungen eingeholt hatte, aber irrig annahm, die Eltern ausreichend informiert zu haben.
Was ist Pipamperon und welche Risiken birgt es?
Pipamperon ist ein Neuroleptikum, das zur Behandlung von psychischen Erkrankungen eingesetzt wird. Es kann Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Gewichtszunahme und Bewegungsstörungen verursachen. Eltern sollten sich umfassend über die Risiken und Nutzen von Psychopharmaka informieren, bevor sie einer Behandlung ihres Kindes zustimmen. Ein offenes Gespräch mit dem behandelnden Arzt ist dabei unerlässlich. Zusätzliche Informationen zu Psychopharmaka im Kindes- und Jugendalter bietet die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.
Wie hoch war die geforderte Strafe?
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten für Winterhoff gefordert. Sie warf ihm gefährliche Körperverletzung vor, da er das Medikament ohne medizinische Notwendigkeit verordnet und die Eltern nicht ausreichend über die Risiken aufgeklärt haben soll.
Wie geht es jetzt weiter?
Winterhoff hat die Anklagevorwürfe im Prozess zurückgewiesen und seine Verteidiger plädierten auf Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es bleibt abzuwarten, ob Winterhoff Revision einlegen wird.
Eltern, die Bedenken hinsichtlich der Behandlung ihres Kindes mit Psychopharmaka haben, sollten eine zweite Meinung einholen. Es ist wichtig, sich umfassend zu informieren und alle Optionen abzuwägen.

Was können Eltern tun, wenn sie unsicher sind?
Wenn Eltern unsicher sind, ob eine medikamentöse Behandlung für ihr Kind notwendig ist, sollten sie sich eine zweite Meinung von einem anderen Arzt oder Therapeuten einholen. Es ist wichtig, alle Behandlungsmöglichkeiten zu prüfen und die Vor- und Nachteile abzuwägen. Eine gute Anlaufstelle für Informationen und Beratung ist die Webseite „Kinderärzte im Netz“. Dort finden Eltern zahlreiche Informationen zu Gesundheitsthemen und können einen Kinderarzt in ihrer Nähe finden.
Ursprünglich berichtet von: Stern (Lesen Sie auch: Urteil gesprochen: Bewährungsstrafe für bekannten Kinderpsychiater Winterhoff)
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet eine Bewährungsstrafe konkret?
Eine Bewährungsstrafe bedeutet, dass Michael Winterhoff die Freiheitsstrafe von neun Monaten nicht im Gefängnis verbüßen muss, solange er sich in einer bestimmten Bewährungszeit nichts zu Schulden kommen lässt.
Welche Rolle spielten die Einwilligungen der Sorgeberechtigten im Prozess?
Das Gericht erkannte an, dass Winterhoff Einwilligungen zur Behandlung eingeholt hatte, warf ihm aber vor, dass er irrig annahm, die Sorgeberechtigten ausreichend über die Risiken aufgeklärt zu haben. (Lesen Sie auch: Vater Wegen Mordes Verurteilt: Urteil nach Schulmassaker)
Können Eltern Schadensersatzansprüche geltend machen?
Eltern, die der Meinung sind, dass ihr Kind durch die Behandlung von Michael Winterhoff Schaden erlitten hat, können rechtlichen Rat einholen und prüfen, ob Schadensersatzansprüche bestehen. Ein Anwalt kann die Erfolgsaussichten einschätzen.
Wo finde ich weitere Informationen über Psychopharmaka für Kinder?
Neben dem Gespräch mit dem behandelnden Arzt bieten unabhängige Patientenberatungsstellen und Selbsthilfegruppen Informationen und Unterstützung. Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stellt Informationen bereit. (Lesen Sie auch: Rulantica Prozess: Was Bedeutet das Urteil für…)




