Schlagwort: Brenner

  • Kein Transit am Alpen-Pass: Protest und Sperre ohne Chaos

    Kein Transit am Alpen-Pass: Protest und Sperre ohne Chaos

    Vor der Sperre des Alpenpasses herrschte Alarmstimmung: Verkehrskollaps, Chaos, Stillstand. Nichts wurde wahr. Am Brenner selbst wurde lautstark gegen die Verkehrsflut demonstriert.

    Symbolbild zum Thema Kein Transit
    Symbolbild: Kein Transit (Bild: Picsum)

    Das befürchtete Verkehrschaos wegen der Sperre des Brenners ist ausgeblieben. Vor, während und danach kam es nach Angaben der Behörden zu keinen größeren Störungen. „Es ist überraschend ruhig. Es ist ein normaler Sonntag“, sagte Alexander Holzedl vom Autobahnbetreiber Asfinag. „Es sieht sehr, sehr gut aus“, so ein Sprecher des österreichischen Autofahrerclubs ÖAMTC. Die Urlauber hätten sich offenbar gut auf die Brenner-Sperre eingestellt. 

    Auch auf den bayerischen Zufahrtsstrecken und in Italien floss der Verkehr. Die Polizei in Tirol wies nach eigenen Angaben während der Sperre 219 Lkw zurück, die über den Pass wollten. 

    Anlass der Blockade am Samstag von 11 Uhr bis 19 Uhr war eine Demonstration auf der Brenner-Autobahn. Laut Polizei protestierten mehrere Tausend Menschen gegen die seit Jahrzehnten steigende Verkehrsflut. 

    Bürgermeister: Mit der Geduld am Ende  (Lesen Sie auch: Frankreich Portugal: In Ausgesetzte)

    „So kann es einfach nicht mehr weitergehen“, sagte Karl Mühlsteiger als Initiator der Demonstration. Die Schmerzgrenze der Bevölkerung im Wipptal sei erreicht. „Wir kollabieren mittlerweile unter den extremen Abgasen“, sagte Mühlsteiger, der auch der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner ist. Zu den Forderungen der Demonstranten zählt ein erweiterter Lärmschutz und die Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene. „Das geht heute in die Geschichte Tirols ein“, meinte Mühlsteiger – und kündigte an, dass die Bevölkerung auch nach diesem Aktionstag nicht ruhen werde. 

     

    Kritik der Demonstranten auch an Deutschland 

    Fast 11 Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen haben 2025 laut Autobahnbetreiber Asfinag die mautpflichtige Autobahn benutzt. Damit ist die Strecke die verkehrsreichste Nord-Süd-Verbindung der Alpen. Nach Berechnungen des Ökologie- und Verkehrsverbands VCÖ fuhren vergangenes Jahr fast dreimal so viele Lkw über den Brenner wie über alle Alpen-Transitstrecken der Schweiz. 

    Bürgermeister: Historischer Tag (Lesen Sie auch: Platt Snacken: „Kuddelmuddel“ ist Plattdeutsches Wort)

    Unter den Gewinnern des Protesttags waren Hunderte Radfahrer, die den 1.370 Meter hohen Pass dieses Mal ohne lästigen Autoverkehr bewältigten. Und auch die Café-Betreiberin Zsuzsanna Kornyik strahlte übers ganze Gesicht. Selten habe ihr die Arbeit so Spaß gemacht. „Es ist sehr angenehm. Sonst muss ich oft lange warten, bis ich die Gäste auf der anderen Straßenseite bedienen kann“, sagt die 48-Jährige, die seit 20 Jahren Lokale auf der Passhöhe betreibt. Normalerweise rauscht Auto an Auto an ihrem Café am Brenner vorbei. An diesem Samstag aber ist alles anders. 

    Minister: 150 Millionen Euro für Lärmschutz 

    Österreichs Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) verwies in einer Stellungnahme nach Ende der Demonstration darauf, dass in den kommenden Jahren rund 150 Millionen Euro in den Lärmschutz entlang des Brennerkorridors investiert würden. Zugleich bleibe der Verkehr am Brenner eine europäische Herausforderung, die langfristig nur im Dialog mit den Nachbarstaaten Deutschland und Italien gelöst werden könne, betonte der Minister. 

    Tirols Ministerpräsident Anton Mattle (ÖVP) wandte sich an die Regierungen in Italien und Deutschland sowie die EU. „Berlin, Rom und Brüssel müssen einsehen, dass der Brennerkorridor nicht einfach nur ein Verkehrsweg, sondern ein wichtiger Lebensraum ist.“ Mattle forderte eine Korridormaut, ein intelligentes Verkehrsmanagementsystem und die Verlagerung auf die Schiene. 

    Zukunftshoffnung: Brennerbasistunnel  (Lesen Sie auch: Platt Snacken: „Kuddelmuddel“ ist Plattdeutsches Wort)

    Detailansicht: Kein Transit
    Symbolbild: Kein Transit (Bild: Picsum)

    Eine Jahrhundertbauwerk – der 64 Kilometer lange Brennerbasistunnel – soll einmal für eine sehr attraktive Eisenbahn-Verbindung nach Italien sorgen. Nach der für 2032 geplanten Fertigstellung des Tunnels wird die Fahrzeit um rund 60 Minuten im Vergleich zu heute verkürzt. 

    Es ist allerdings wegen Problemen beim Bahn-Zulauf auf deutscher Seite damit zu rechnen, dass der Tunnel anfangs nicht mit voller Kapazität betrieben wird. 

    Für die 15.000 Bewohner des Wipptals bedeutete die achtstündige Komplettsperre einen Vorgeschmack auf erhoffte stillere Zeiten. Wo sonst ununterbrochen die Motoren lärmen, herrschte oftmals völlige Ruhe. Für die Menschen mag es wie eine Zeitreise gewesen sein – in die Jahre ohne Tourismusboom und unentwegt dröhnender Lastwagen, die die Lieferketten lückenlos bedienen. 

    Gericht machte Bahn für Demonstration frei 

    Bisherige Demonstrations-Versuche waren wegen eines drohenden Verkehrskollapses nicht genehmigt worden. Das Landesverwaltungsgericht Tirol meinte diesmal dagegen: „Eine Untersagung der Demonstration gegen eine hohe Verkehrsbelastung mit einer hohen Verkehrsbelastung zu begründen, führt im Grunde die Versammlungsfreiheit ad absurdum“, so der Richterspruch.  (Lesen Sie auch: Frühere Monarchin: Dänische Königin Margrethe II. aus…)

    Im österreichischen Bundesland Tirol wird bald eine weitere wichtige Alpenroute kurzzeitig wegen Demonstrationen gesperrt. Der Fernpass ist am 27. Juni von 10.00 bis 12.00 Uhr nicht befahrbar, wie die Tiroler Landesregierung mitteilte. Der Termin fällt mit dem Ferienbeginn in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland zusammen. 

    „Wir hoffen, dass von den Kundgebungen keine Signalwirkung ausgeht“, sagte eine Sprecherin des ADAC Südbayern. Weder die Erlaubnis der Kundgebung am Brenner noch die am Fernpass könnten als Blaupause für andere Vorhaben gesehen werden, da Genehmigungen von Demonstrationen immer Einzelfallentscheidungen seien. „Stand jetzt rechnen wir nicht damit, dass es regelmäßig zu solchen Situationen kommen wird“, so die Sprecherin. 

    Streit mit Italien

    Wie es beim Transit weitergeht, wird auch vor Gericht entschieden. Italien will eine Aufweichung der Tiroler Maßnahmen gegen den Lkw-Verkehr, wie Nacht- und Wochenendfahrverbote sowie Blockabfertigung. Rom hat vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) geklagt, weil Umweltargumente den Waren- und Personenverkehr über die Alpenroute nicht unverhältnismäßig einschränken dürften. Am 16. Juli könnte mit dem Schlussantrag des EuGH-Generalanwalts Campos Sánchez-Bordona eine Vorentscheidung fallen. Mit einem Urteil wird für den Herbst oder Anfang 2027 gerechnet.

    Ursprünglich berichtet von: Stern

    Illustration zu Kein Transit
    Symbolbild: Kein Transit (Bild: Picsum)
  • Demo zur Brenner-Blockade: "Scheinheiligkeit der hohen Politik"

    Demo zur Brenner-Blockade: "Scheinheiligkeit der hohen Politik"

    Die Blockade der Brennerautobahn bewegte am Samstag einen beachtlichen Querschnitt der Tiroler Bevölkerung. Landeshauptmann Mattle erntete Häme. Inzwischen ist die Totalsperre wieder aufgehoben

    Quelle: brenner-verbrenner/“ title=“Der Brenner und die Verbrenner: Wie ein Tiroler Bürgermeister die Blechlawine ausbremst“>demo-zur-brenner-blockade-scheinheiligkeit-der-hohen-politik?ref=rss“ target=“_blank“ rel=“nofollow“>Der Standard

  • Der Brenner und die Verbrenner: Wie ein Tiroler Bürgermeister die Blechlawine ausbremst

    Der Brenner und die Verbrenner: Wie ein Tiroler Bürgermeister die Blechlawine ausbremst

    Proteste legen am Samstag die Brennerautobahn lahm. Initiator: der Brenner-Totalsperre: Wie geht's zum Urlaubsziel?“>Bürgermeister der kleinen Gemeinde Gries. Was will der Mann, der Verkehrsminister und bayrische Pfingst-Urlauber ärgert?

    Quelle: Der Standard

  • Demo Autobahn: Auf: Am Wochenende kommt

    Demo Autobahn: Auf: Am Wochenende kommt

    Der Brenner wird gesperrt, mitten in den Ferien: Was heißt das für Autofahrer? Gibt es Ausweichrouten? Wie geht man bei Verspätung mit Buchungen in Hotels um?

    Die Sperre der Brennerautobahn in Tirol für eine Anwohner-Demonstration am Samstag, den 30. Mai, wird weitreichende Folgen für Autofahrer haben. Behörden, Polizei und ADAC rechnen an dem Wochenende mitten in den Pfingstferien mit massiven Verkehrsproblemen. 

    Wann ist mit Behinderungen zu rechnen?

    Die eigentliche Sperre gilt am 30. Mai, von 11 bis 19 Uhr in beide Richtungen, für Lkw ab 9 Uhr. Der einfache, aber für manche Urlauber schwierig umzusetzende Rat von Behörden und ADAC: Mindestens an diesem Tag, besser am ganzen Wochenende nicht mit dem Auto Richtung Süden reisen oder von dort heimfahren. Laut Polizei wird es viel Verkehr auch an den Tagen vor und nach dem 30. Mai geben. 

    Laut Autobahn GmbH des Bundes plant Tirol am Samstag bei Überfüllung des Straßennetzes im Raum Innsbruck Eskalationsstufen. Dann könnten an Grenzübergängen nach Tirol der Verkehr dosiert oder die Übergänge ganz gesperrt werden. Also: vielleicht keine Einreise möglich. Aus Tirol hieß es dazu, mit einer Dosierung sei nur bei extremen Verkehrsbehinderungen zu rechnen, die die Versorgungssicherheit gefährdeten.  (Lesen Sie auch: Demo auf Autobahn: Am Wochenende kommt die…)

    Gibt es Alternativrouten?

    Experten raten ab. Neben der Sperre der Brennerautobahn werden auch die Brennerstraße B182 und andere Straßen für den Durchgangsverkehr gesperrt. Wer dort kleinere Straßen nutzen will, muss nachweisen, dort ein Ziel zu haben. 

    Wenn überhaupt, dann müsste großräumig ab Rosenheim oder dem Inntaldreieck umfahren werden. Als theoretische Alternativen gelten etwa die Gotthard- oder San-Bernardino-Route in der Schweiz, der Reschenpass, die Felbertauernstraße oder die Pyhrnautobahn. Allerdings warnen ADAC und Tirol auch dort vor Überlastung. Die Tauernautobahn A10 gilt nur eingeschränkt als Alternative, zudem sind dort Abfahrtsverbote angekündigt. Für Timmelsjoch oder Stallersattel raten Experten von Ausweichverkehr ab. 

    Weshalb wird der Brenner gesperrt?

    Grund ist eine Anwohner-Demonstration aus Protest gegen die seit Jahren wachsende Verkehrsflut. Ein Gericht hat nun erstmals eine Demonstration direkt auf der Autobahn genehmigt. Initiiert hat die Aktion der Bürgermeister der 1400-Seelen-Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger – und sorgt damit für internationale Aufmerksamkeit. 

    Sind Ausflüge in den Süden Bayerns und in die Berge möglich?

    Mit dem Auto: besser nicht. Auf den Autobahnen südlich von München sei mit stehendem Verkehr zu rechnen, erläutert die Autobahn GmbH des Bundes. Auch andere Straßen werden wohl betroffen sein: „Regionale Fahrten südlich von München und Memmingen in Richtung Alpen sollten an diesem Tag nach Möglichkeit vermieden werden.“ (Lesen Sie auch: Wissen Rotes: Sie’s?: Auto Neben Schwarzen)

    Nach Einschätzung der Polizei können sich Staus weit vor den Grenzübergängen bilden. Das Landratsamt Rosenheim warnt vor Rückstaus auf der A8 und der Inntalautobahn A93. Betroffen sein dürften auch die A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen mit Weiterreise über den Fernpass sowie die A7 Richtung Füssen und Tirol.

    Wie will Rosenheim Betroffenen helfen?

    Das Landratsamt Rosenheim aktiviert vorsorglich einen „Katastrophenschutzsonderplan Autobahn“. Dieser greift, wenn ein längerer Stillstand auf den Autobahnen droht. Am Samstag werde ab 7 Uhr eine Koordinierungsgruppe im Lagezentrum besetzt. Dort sollen Verkehrslage und mögliche Entwicklungen fortlaufend beobachtet werden. Aufgabe der Gruppe sei es, Hilfe- und Versorgungsmaßnahmen zu organisieren und sicherzustellen, dass Rettungs- und Einsatzkräfte handlungsfähig blieben. 

    Sind auch Bahnstrecken betroffen – lohnt ein Umstieg?

    Für den Bahnverkehr über den Brenner sind bisher keine Einschränkungen angekündigt. Mehrere Informationsseiten und Verkehrsverbände empfehlen daher die Bahn als Alternative zum Auto. Die Züge zwischen Deutschland und Italien sollen regulär fahren, empfohlen wird aber eine Sitzplatzreservierung. 

    Detailansicht: Demo Autobahn
    Symbolbild: Demo Autobahn (Bild: Picsum)

    Wie regeln Hotels verspätete Anreise oder gar Absage?

    Allgemeine Sonderregelungen gibt es nicht. „Unser Rat lautet: frühzeitig handeln, direkt beim Hotel melden und nicht einfach fernbleiben. Eine allgemeine Kulanzregel können wir nicht aussprechen, weil jede Buchung unterschiedlichen Bedingungen unterliegt“, erläutert Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer DEHOGA Bayern. „Viele Gastgeberinnen und Gastgeber werden aber bemüht sein, gemeinsam mit ihren Gästen eine faire Lösung zu finden.“ Rechtlich komme es darauf an, in wessen Risikobereich der Grund für eine nicht in Anspruch genommene Buchung fällt. Bei Verkehrsproblemen seitens des Gastes hafte der Hotelbetrieb in der Regel nicht.  (Lesen Sie auch: Verkehrsrecht Führerschein)

    Wie bereitet man sich vor, wenn man unbedingt fahren muss?

    Autofahrer sollten ausreichende Getränke und Proviant mitnehmen und den Wagen volltanken, raten Autobahn GmbH des Bundes und ADAC. Wer im Stau landet, dem riet der Stauforscher Michael Schreckenberg im Bayerischen Rundfunk: nicht ständig beschleunigen, nicht abrupt bremsen und nicht dicht auffahren. Daraus nämlich entstünden die Stauwellen, die sich nach hinten durchziehen. „Ganz locker im Fahrersitz bleiben und einfach mitrollen – so schnell wie der Vordermann“, mahnt Schreckenberg. 

    Wie geht die Polizei mit Stau-Umfahrungen in Südbayern um?

    Schleichwege über Landstraßen und Dörfer sind nicht ratsam. In Teilen Oberbayerns und Tirols gelten Abfahrts- und Durchfahrtsverbote, um Anwohner zu schützen. Es drohen Verwarngelder. 

    Die Abfahrtsverbote in mehreren Landkreisen Südbayerns bei Stau auf der Autobahn gelten auch am Samstag. Für die besondere Lage kündigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ein Vorgehen mit Augenmaß an. Entscheidungen würden „im Rahmen der Verhältnismäßigkeit“ getroffen, hieß es. Ziel sei es, Gefahren- und Notsituationen zu vermeiden und die Handlungsfähigkeit von Rettungs- und Einsatzkräften sicherzustellen.

    Ursprünglich berichtet von: Stern (Lesen Sie auch: Verkehrsrecht: Führerschein-Erweiterung – ohne Prüfung mehr aus…)

    Illustration zu Demo Autobahn
    Symbolbild: Demo Autobahn (Bild: Picsum)
  • Demo auf Autobahn: Am Wochenende kommt die Brenner-Totalsperre: Wie geht's zum Urlaubsziel?

    Demo auf Autobahn: Am Wochenende kommt die Brenner-Totalsperre: Wie geht's zum Urlaubsziel?

    Der Brenner wird gesperrt, mitten in den Ferien: Was heißt das für Autofahrer? Gibt es Ausweichrouten? Wie geht man bei Verspätung mit Buchungen in Hotels um?

    Die Sperre der Brennerautobahn in Tirol für eine Anwohner-Demonstration am Samstag, den 30. Mai, wird weitreichende Folgen für Autofahrer haben. Behörden, Polizei und ADAC rechnen an dem Wochenende mitten in den Pfingstferien mit massiven Verkehrsproblemen. 

    Wann ist mit Behinderungen zu rechnen?

    Die eigentliche Sperre gilt am 30. Mai, von 11 bis 19 Uhr in beide Richtungen, für Lkw ab 9 Uhr. Der einfache, aber für manche Urlauber schwierig umzusetzende Rat von Behörden und ADAC: Mindestens an diesem Tag, besser am ganzen Wochenende nicht mit dem Auto Richtung Süden reisen oder von dort heimfahren. Laut Polizei wird es viel Verkehr auch an den Tagen vor und nach dem 30. Mai geben. 

    Laut Autobahn GmbH des Bundes plant Tirol am Samstag bei Überfüllung des Straßennetzes im Raum Innsbruck Eskalationsstufen. Dann könnten an Grenzübergängen nach Tirol der Verkehr dosiert oder die Übergänge ganz gesperrt werden. Also: vielleicht keine Einreise möglich. Aus Tirol hieß es dazu, mit einer Dosierung sei nur bei extremen Verkehrsbehinderungen zu rechnen, die die Versorgungssicherheit gefährdeten. 

    Gibt es Alternativrouten?

    Experten raten ab. Neben der Sperre der Brennerautobahn werden auch die Brennerstraße B182 und andere Straßen für den Durchgangsverkehr gesperrt. Wer dort kleinere Straßen nutzen will, muss nachweisen, dort ein Ziel zu haben. 

    Wenn überhaupt, dann müsste großräumig ab Rosenheim oder dem Inntaldreieck umfahren werden. Als theoretische Alternativen gelten etwa die Gotthard- oder San-Bernardino-Route in der Schweiz, der Reschenpass, die Felbertauernstraße oder die Pyhrnautobahn. Allerdings warnen ADAC und Tirol auch dort vor Überlastung. Die Tauernautobahn A10 gilt nur eingeschränkt als Alternative, zudem sind dort Abfahrtsverbote angekündigt. Für Timmelsjoch oder Stallersattel raten Experten von Ausweichverkehr ab. 

    Weshalb wird der Brenner gesperrt?

    Grund ist eine Anwohner-Demonstration aus Protest gegen die seit Jahren wachsende Verkehrsflut. Ein Gericht hat nun erstmals eine Demonstration direkt auf der Autobahn genehmigt. Initiiert hat die Aktion der Bürgermeister der 1400-Seelen-Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger – und sorgt damit für internationale Aufmerksamkeit. 

    Sind Ausflüge in den Süden Bayerns und in die Berge möglich?

    Mit dem Auto: besser nicht. Auf den Autobahnen südlich von München sei mit stehendem Verkehr zu rechnen, erläutert die Autobahn GmbH des Bundes. Auch andere Straßen werden wohl betroffen sein: „Regionale Fahrten südlich von München und Memmingen in Richtung Alpen sollten an diesem Tag nach Möglichkeit vermieden werden.“

    Nach Einschätzung der Polizei können sich Staus weit vor den Grenzübergängen bilden. Das Landratsamt Rosenheim warnt vor Rückstaus auf der A8 und der Inntalautobahn A93. Betroffen sein dürften auch die A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen mit Weiterreise über den Fernpass sowie die A7 Richtung Füssen und Tirol.

    Wie will Rosenheim Betroffenen helfen?

    Das Landratsamt Rosenheim aktiviert vorsorglich einen „Katastrophenschutzsonderplan Autobahn“. Dieser greift, wenn ein längerer Stillstand auf den Autobahnen droht. Am Samstag werde ab 7 Uhr eine Koordinierungsgruppe im Lagezentrum besetzt. Dort sollen Verkehrslage und mögliche Entwicklungen fortlaufend beobachtet werden. Aufgabe der Gruppe sei es, Hilfe- und Versorgungsmaßnahmen zu organisieren und sicherzustellen, dass Rettungs- und Einsatzkräfte handlungsfähig blieben. 

    Sind auch Bahnstrecken betroffen – lohnt ein Umstieg?

    Für den Bahnverkehr über den Brenner sind bisher keine Einschränkungen angekündigt. Mehrere Informationsseiten und Verkehrsverbände empfehlen daher die Bahn als Alternative zum Auto. Die Züge zwischen Deutschland und Italien sollen regulär fahren, empfohlen wird aber eine Sitzplatzreservierung. 

    Wie regeln Hotels verspätete Anreise oder gar Absage?

    Allgemeine Sonderregelungen gibt es nicht. „Unser Rat lautet: frühzeitig handeln, direkt beim Hotel melden und nicht einfach fernbleiben. Eine allgemeine Kulanzregel können wir nicht aussprechen, weil jede Buchung unterschiedlichen Bedingungen unterliegt“, erläutert Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer DEHOGA Bayern. „Viele Gastgeberinnen und Gastgeber werden aber bemüht sein, gemeinsam mit ihren Gästen eine faire Lösung zu finden.“ Rechtlich komme es darauf an, in wessen Risikobereich der Grund für eine nicht in Anspruch genommene Buchung fällt. Bei Verkehrsproblemen seitens des Gastes hafte der Hotelbetrieb in der Regel nicht. 

    Wie bereitet man sich vor, wenn man unbedingt fahren muss?

    Autofahrer sollten ausreichende Getränke und Proviant mitnehmen und den Wagen volltanken, raten Autobahn GmbH des Bundes und ADAC. Wer im Stau landet, dem riet der Stauforscher Michael Schreckenberg im Bayerischen Rundfunk: nicht ständig beschleunigen, nicht abrupt bremsen und nicht dicht auffahren. Daraus nämlich entstünden die Stauwellen, die sich nach hinten durchziehen. „Ganz locker im Fahrersitz bleiben und einfach mitrollen – so schnell wie der Vordermann“, mahnt Schreckenberg. 

    Wie geht die Polizei mit Stau-Umfahrungen in Südbayern um?

    Schleichwege über Landstraßen und Dörfer sind nicht ratsam. In Teilen Oberbayerns und Tirols gelten Abfahrts- und Durchfahrtsverbote, um Anwohner zu schützen. Es drohen Verwarngelder. 

    Die Abfahrtsverbote in mehreren Landkreisen Südbayerns bei Stau auf der Autobahn gelten auch am Samstag. Für die besondere Lage kündigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ein Vorgehen mit Augenmaß an. Entscheidungen würden „im Rahmen der Verhältnismäßigkeit“ getroffen, hieß es. Ziel sei es, Gefahren- und Notsituationen zu vermeiden und die Handlungsfähigkeit von Rettungs- und Einsatzkräften sicherzustellen.

  • Demo auf Tiroler A13 am 30. Mai genehmigt: Brenner wird komplett lahmgelegt

    Demo auf Tiroler A13 am 30. Mai genehmigt: Brenner wird komplett lahmgelegt

    Die Bezirkshauptmannschaft gab Grünes Licht für den Antrag des Bürgermeisters von Gries. Massive Auswirkungen der stundenlangen Totalsperre werden befürchtet

    Quelle: demo-auf-tiroler-aam-30-mai-genehmigt?ref=rss“ target=“_blank“ rel=“nofollow“>Der Standard