Roland Weißmann, der ehemalige Generaldirektor des ORF, steht erneut im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Nach seinem Rücktritt Mitte März aufgrund von Vorwürfen einer Mitarbeiterin, liegt nun ein Compliance-Bericht vor, der zwar keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinne feststellt, aber dennoch Compliance- und ethische Standards als verletzt ansieht. Dies führte nun zur Kündigung Weißmanns durch den ORF.

Hintergrund der Vorwürfe gegen Roland Weißmann
Die Vorwürfe gegen Roland Weißmann waren von einer Mitarbeiterin des ORF erhoben worden. Sie warf ihm vor, er habe sie zu mehr als einer freundschaftlichen Beziehung gedrängt und dabei auch explizite Nachrichten versendet. Weißmann wies diese Vorwürfe über seinen Anwalt zurück und sprach von einer Beziehung im beidseitigen Interesse. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe und dem darauffolgenden Rücktritt Weißmanns beauftragte die interimistische Nachfolgerin Ingrid Thurnher eine umfassende Prüfung der Angelegenheit durch die Compliance-Stelle sowie externe Compliance-Expertinnen und -Experten. (Lesen Sie auch: Pius Strobl Roland Weißmann: ORF-Affäre: Was steckt)
Aktuelle Entwicklung: Compliance-Bericht und Kündigung
Der nun vorliegende Compliance-Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass im konkreten Fall keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinne vorliegt. Allerdings wurden Compliance- und ethische Standards verletzt. Der ORF zieht daraus die Konsequenz, das Dienstverhältnis mit Roland Weißmann zu beenden. Begründet wird dieser Schritt mit dem „Anschein unangemessenen Verhaltens“.
Weißmanns Anwalt, Oliver Scherbaum, sieht seinen Mandanten durch den Compliance-Bericht „vollständig entlastet“. Er kritisiert die Beendigung des Dienstverhältnisses als „nicht nur unverständlich“, sondern wirft dem ORF eine „inakzeptable“ Vorverurteilung Weißmanns vor. Scherbaum kündigt an, sämtliche rechtlichen Ansprüche im Hinblick auf den Rücktritt, die Beendigung des Dienstverhältnisses sowie die rufschädigende Darstellung konsequent zu verfolgen. Wie Der Standard berichtet, bemängelt Arbeitsrechtsexpertin Katharina Körber-Risak die unklare Formulierung des ORF: „Ungebührliches Verhalten“, wie es zunächst hieß, oder „unangemessenes Verhalten“ gebe es im Arbeitsrecht nicht. (Lesen Sie auch: Orf Generaldirektor Roland Weißmann: tritt als -…)
Reaktionen und Stimmen zur Kündigung
Die Kündigung von Roland Weißmann hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Während sein Anwalt von einer vollständigen Entlastung spricht und rechtliche Schritte ankündigt, betont der ORF die Notwendigkeit, Compliance- und ethische Standards einzuhalten. Die Arbeitsrechtsexpertin Katharina Körber-Risak kritisiert die rechtliche Unschärfe der Begründung des ORF.
Die Kronen Zeitung titelte: „Keine Belästigung“ – Weiße Weste für Weißmann – aber trotzdem Kündigung. (Lesen Sie auch: Roland Weißmann tritt als ORF-General zurück: Vorwürfe)
Roland Weißmann: Was bedeutet die Kündigung für die Zukunft?
Die Kündigung von Roland Weißmann markiert einen weiteren Wendepunkt in dieser Affäre. Auch wenn der Compliance-Bericht keine sexuelle Belästigung feststellt, zeigen die festgestellten Compliance-Verstöße, dass es im ORF offenbar Handlungsbedarf in Bezug auf die Einhaltung ethischer Standards gibt.Die Affäre um Roland Weißmann hat das öffentlich-rechtliche Medienhaus in Österreich in eine schwierige Lage gebracht und die Notwendigkeit einer transparenten und integren Führung erneut in den Fokus gerückt. Weitere Informationen zum ORF und seiner Struktur finden sich auf der Wikipedia-Seite des ORF.

FAQ zu roland weißmann
Häufig gestellte Fragen zu roland weißmann
Warum wurde Roland Weißmann vom ORF gekündigt?
Roland Weißmann wurde vom ORF gekündigt, weil eine interne Untersuchung zwar keine sexuelle Belästigung feststellte, aber Verstöße gegen Compliance- und ethische Standards. Der ORF begründete die Kündigung mit dem „Anschein unangemessenen Verhaltens“. (Lesen Sie auch: Peter Westenthaler: ORF-Affäre um Weißmann weitet sich)
Welche Vorwürfe wurden gegen Roland Weißmann erhoben?
Eine Mitarbeiterin des ORF hatte Roland Weißmann vorgeworfen, er habe sie zu mehr als einer freundschaftlichen Beziehung gedrängt und ihr explizite Nachrichten geschickt. Weißmann wies die Vorwürfe zurück und sprach von einer Beziehung im beidseitigen Einverständnis.
Was sagt der Compliance-Bericht zu den Vorwürfen gegen Roland Weißmann?
Der Compliance-Bericht kommt zu dem Schluss, dass im konkreten Fall keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinne vorliegt. Allerdings wurden Compliance- und ethische Standards verletzt. Dies führte letztendlich zur Kündigung durch den ORF.
Wie reagiert Roland Weißmann auf die Kündigung?
Roland Weißmanns Anwalt, Oliver Scherbaum, sieht seinen Mandanten durch den Compliance-Bericht „vollständig entlastet“ und kritisiert die Kündigung als „inakzeptable“ Vorverurteilung. Er kündigt rechtliche Schritte gegen den ORF an.
Welche Konsequenzen hat die Affäre für den ORF?
Die Affäre um Roland Weißmann hat das öffentlich-rechtliche Medienhaus ORF in eine schwierige Lage gebracht und die Notwendigkeit einer transparenten und integren Führung erneut in den Fokus gerückt.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Mitte März 2026 | Rücktritt von Roland Weißmann als ORF-Generaldirektor |
| Kurz nach Rücktritt | Beauftragung einer Compliance-Prüfung durch Ingrid Thurnher |
| 08. April 2026 | Vorliegen des Compliance-Berichts |
| 08. April 2026 | Kündigung von Roland Weißmann durch den ORF |
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.





