Rebhuhn-Rettung: Lockruf aus dem Lautsprecher soll helfen
„Hier ist besetzt!“ hallt es krächzend über die Felder. Doch der Revierruf stammt nicht von einem echten Rebhuhn-Hahn, sondern aus dem Lautsprecher von Marcel Holy. Das Rebhuhn retten – das ist das Ziel der gleichnamigen Initiative, die mit ungewöhnlichen Methoden versucht, den Bestand der Vögel zu erfassen und zu schützen.

| Event | Rebhuhn-Bestandszählung |
| Ergebnis | Bestand in Deutschland: 35.000 – 61.000 Brutpaare (Schätzung) |
| Datum | Laufend |
| Ort | Deutschlandweit |
| Schlüsselmomente | Akustische Provokation zur Zählung, Schutzmaßnahmen in Projektgebieten |
Wie funktioniert die Rebhuhn-Zählung per Lautsprecher?
Marcel Holy, Leiter der Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer, imitiert mit dem Lautsprecher den Revierruf eines Rebhuhn-Hahns. So gaukelt er den Tieren vor, dass ein Rivale in der Nähe ist. Antwortet ein echter Hahn mit seinem „kirräck“, wird der Standort auf einer Karte markiert. Wie Stern berichtet, findet diese Zählung in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern statt. (Lesen Sie auch: Eineiige Zwillinge Väter: Unglaublicher Zufall am Selben…)
Auf einen Blick
- Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026
- Bestandsrückgang von über 80 Prozent seit 1980
- Initiative „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ aktiv
- Schutzmaßnahmen: Blühflächen, Brachen, Hecken
- Bejagung von Fressfeinden
Warum sind die Rebhuhn-Bestände so stark gesunken?
Der massive Rückgang der Rebhuhn-Populationen ist alarmierend. Laut dem Naturschutzbund Nabu ist einer der Hauptgründe der Insektenrückgang. Gerade in den ersten Lebenswochen sind die jungen Rebhühner auf Insekten und Spinnen als Nahrungsquelle angewiesen. Hinzu kommt der Verlust von Brachen und krautreichen Feldrainen, die den Vögeln als Nist- und Brutplätze dienen.
Zwischen 1980 und 2025 ist der Rebhuhn-Bestand um mehr als 80 Prozent gesunken. 2023 wurden im Vergleich zum Tiefstand 2019 ein Drittel mehr Paare gemeldet, so der Deutsche Jagdverband. (Lesen Sie auch: Zypern Bundeswehr Stopp: Fregatte Bereitet Un-Einsatz)
Wie sehen die Schutzmaßnahmen für Rebhühner konkret aus?
Die Initiative „Rebhuhn retten“ setzt in verschiedenen Projektgebieten in acht Bundesländern auf konkrete Schutzmaßnahmen. Dazu gehören mehrjährige Blühflächen und Brachen, Getreidefelder mit erweitertem Reihenabstand und niedrig wachsender Untersaat, Feld- und Wegraine sowie Hecken. Ein weiterer Ansatz ist die Bejagung von Fressfeinden, um den Bruterfolg der Rebhühner zu erhöhen. Der Deutsche Jagdverband unterstützt diese Maßnahmen.
Was bedeutet das Ergebnis?
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Rebhuhn-Bestand weiterhin gefährdet ist, obwohl es leichte Erholungsanzeichen gibt. Um den langfristigen Schutz der Art zu gewährleisten, sind weitere Anstrengungen und eine konsequente Umsetzung von Schutzmaßnahmen erforderlich. Nur so kann der Vogel des Jahres 2026 eine echte Chance auf eine stabile Population haben. Die Nabu fordert eine nachhaltige Landwirtschaft, die den Lebensraum der Rebhühner verbessert. (Lesen Sie auch: Volksabstimmung: Kürzung von Rundfunkbeitrag in der Schweiz…)

Fazit
Die Rebhuhn-Rettung ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Nur durch konzertierte Aktionen von Naturschutzorganisationen, Landwirten und Jägern kann der Abwärtstrend gestoppt und der Bestand der Rebhühner nachhaltig gesichert werden. Die akustische Provokation zur Zählung ist dabei nur ein kleiner, aber wichtiger Baustein.


