Der Eierverbrauch in Deutschland steigt weiter an. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Eierverbrauch Deutschland pro Kopf bei 252 Stück. Das bedeutet einen Anstieg von vier Eiern im Vergleich zum Vorjahr, wie das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) anhand vorläufiger Zahlen ermittelte.

Analyse-Ergebnis
- Der Pro-Kopf-Eierverbrauch in Deutschland ist auf 252 Stück pro Jahr gestiegen.
- Sinkende Tierbestände und steigende Nachfrage führen zu einer angespannten Marktlage.
- Ein niedriger Selbstversorgungsgrad macht Importe notwendig.
- Eier sind eine vergleichsweise günstige Proteinquelle.
Warum steigt der Eierverbrauch in Deutschland?
Der Leiter des BZL, Josef Goos, sieht mehrere Ursachen für den steigenden Eierverbrauch Deutschland. Eier seien eine preiswerte Quelle für hochwertiges Eiweiß. Zudem könnten Ernährungstrends wie vegetarische Ernährung und Low-Carb-Diäten eine Rolle spielen. (Lesen Sie auch: Pilotenstreik Lufthansa: Sonderflugplan soll Chaos Verhindern)
Der Eierverbrauch in Deutschland ist seit 2022 kontinuierlich gestiegen. Damals lag der Pro-Kopf-Verbrauch noch bei 234 Eiern jährlich.
Wie angespannt ist die aktuelle Marktlage?
Goos beschreibt die aktuelle Marktlage als schwierig und angespannt. Zu Ostern sei mit einem knappen Angebot zu rechnen. „Auf der einen Seite haben wir eine erneut gestiegene Nachfrage nach Eiern. Auf der anderen Seite sehen wir sinkende Tierbestände“, so der Experte. Wie Stern berichtet, nennt er als Ursachen die Vogelgrippe, die neu aufgetretene Newcastle Disease sowie den Rückbau der Kleingruppenhaltung. Der Lebensmitteleinzelhandel werde sich bemühen, den Bedarf so gut wie möglich zu decken. (Lesen Sie auch: DM Mitarbeiter Gehalt: Was Verdient MAN Wirklich…)
Welche Rolle spielt die Vogelgrippe?
Die Vogelgrippe hat in den letzten Jahren immer wieder zu erheblichen Verlusten in den Geflügelbeständen geführt. Betroffene Betriebe müssen ihre Tiere keulen, was sich unmittelbar auf die Eierproduktion auswirkt. Auch die Newcastle Disease, eine weitere Viruserkrankung, kann zu Produktionsausfällen führen. Informationen zur Newcastle Disease bietet das Friedrich-Loeffler-Institut.
Kann die deutsche Produktion den Bedarf decken?
Die Zahl der Legehennen in Deutschland sank laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Jahr 2025 um 400.000 Tiere auf 51,1 Millionen. Die Hennen legten durchschnittlich 299 Eier, vier mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 15,3 Milliarden Konsumeier erzeugt, etwas mehr als 2024 (15,2 Milliarden). Damit konnte der Inlandsbedarf nur zu 72 Prozent mit heimischer Ware gedeckt werden. Der Selbstversorgungsgrad sank bereits im vierten Jahr in Folge. (Lesen Sie auch: Waffen für Nato-Staaten: Rheinmetall liefert eine Rekordzahl…)
Welche Konsequenzen hat der sinkende Selbstversorgungsgrad?
Um die hohe Nachfrage nach Eiern zu bedienen, muss Deutschland mehr als ein Viertel des Bedarfs importieren. Wichtigstes Lieferland für Schaleneier sind die Niederlande. Der sinkende Selbstversorgungsgrad macht Deutschland abhängig von ausländischen Produzenten und kann bei Lieferengpässen zu Preissteigerungen führen. Ein Bericht des Statistischen Bundesamtes (Destatis) beleuchtet die Entwicklung der Legehennenbestände und der Eiererzeugung in Deutschland.

Der Selbstversorgungsgrad gibt an, inwieweit der Bedarf eines Landes durch die eigene Produktion gedeckt werden kann. Ein hoher Selbstversorgungsgrad bedeutet eine geringere Abhängigkeit von Importen. (Lesen Sie auch: Porsche Gewinneinbruch: Darum Sank der Gewinn um…)
Welche Rolle spielen alternative Haltungsformen?
Der Rückbau der Kleingruppenhaltung, der aus Tierschutzgründen erfolgt, trägt ebenfalls zur Verknappung des Angebots bei. Viele Konsumenten bevorzugen Eier aus Freilandhaltung oder ökologischer Erzeugung, was die Nachfrage nach Eiern aus diesen Haltungsformen erhöht.


