Schlagwort: EU Kommission

  • Start-ups: Schnell und für 100 Euro gründen: "EU Inc." vorgestellt

    Start-ups: Schnell und für 100 Euro gründen: "EU Inc." vorgestellt

    Start-ups gründen oft lieber in den USA als in Europa. Das soll sich ändern. Der Vorschlag der EU-Kommission: Eine neue Unternehmensform namens „EU Inc.“

    Unternehmen sollen in der EU schneller gegründet werden und leichter in der gesamten Union aktiv sein können. „Jeder Unternehmer kann dann innerhalb von 48 Stunden von jedem Ort in der Europäischen Union aus ein Unternehmen gründen – und zwar vollständig online“, sagte Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission. Sie stellte den Vorschlag für eine „EU Inc.“ genannte neue Unternehmensform vor. Die Gründung soll maximal 100 Euro kosten und auch ohne ein bestimmtes Startkapital möglich sein. 

    Als EU Inc. kann dem Vorschlag zufolge grundsätzlich jedes Unternehmen eingetragen werden, unabhängig von der Größe. Für die Unternehmensform soll vieles einfacher sein: etwa persönliche Behördengänge entfallen, Vorstandstreffen online möglich sein und Unternehmen schneller abgewickelt werden können. 

    Unternehmen sollen leichter expandieren können

    Das Ziel: Die europäische Wirtschaft stärken durch mehr Innovation in Europa, Investitionen in Start-ups und leichtere Expansion in den gesamten europäischen Binnenmarkt. Denn die Regeln sollen grundsätzlich in der ganzen EU gleich sein, unabhängig vom Sitz des Unternehmens. 

    Nationale Regelungen etwa zu Arbeits-, Sozial- und Steuerrecht werden laut Kommission aber nicht berührt. In diesen Bereichen soll das Recht des Staates gelten, in dem die EU Inc. eingetragen ist. So sollen etwa Arbeitnehmerrechte gewahrt werden. 

    Sorge um Arbeitnehmerrechte

    Vor der Vorstellung des Kommissionsvorschlags hatten sich unter anderem Gewerkschaften besorgt gezeigt, ob dies ausreichend sichergestellt ist. Auch SPD-Politiker René Repasi, der im Europaparlament federführend für einen Vorschlag zum gleichen Thema war, warnte, es wäre bei Umsetzung des EU Inc.-Vorschlags der Kommission einfach, wirtschaftliche Tätigkeit und rechtlichen Sitz einer Gesellschaft voneinander zu trennen. Es bestehe die Gefahr, dass so die Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmer umgangen würden. Diese sind etwa in Deutschland groß.

    Für die Umsetzung des Vorschlags sind die Zustimmung der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments nötig.

  • X Strafe EU: Musks Plattform Reicht Vorschläge zur Lösung

    X Strafe EU: Musks Plattform Reicht Vorschläge zur Lösung

    Die von Elon Musk geführte Plattform X hat nach einer von der EU verhängten Strafe Vorschläge zur Verbesserung der Online-Plattform eingereicht. Diese Vorschläge zielen darauf ab, die Authentifizierung von Nutzerkonten zu verbessern, insbesondere im Hinblick auf die Verifizierungshaken.

    Symbolbild zum Thema X Strafe EU
    Symbolbild: X Strafe EU (Bild: Picsum)

    Länder-Kontext

    • Die Europäische Kommission hat ihren Sitz in Brüssel, Belgien, und ist für die Überwachung der Einhaltung der EU-Gesetze zuständig.
    • Die Strafe gegen X ist Teil einer umfassenderen Initiative der EU, um digitale Dienste sicherer und transparenter zu gestalten.
    • Das EU-Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) dient als Grundlage für das Vorgehen gegen X.
    • Österreichische Nutzer von Online-Plattformen profitieren von der Einhaltung des DSA, da es für mehr Transparenz und Sicherheit sorgt.

    X Strafe EU: Was steckt dahinter?

    Die Europäische Kommission verhängte im Dezember eine Strafe von 120 Millionen Euro gegen X wegen mangelnder Transparenz. Ein Hauptgrund war die irreführende Authentifizierung von Nutzerkonten durch den weißen Verifizierungshaken auf blauem Grund. Die EU-Kommission forderte Nachbesserungen, um die Nutzer besser vor Desinformation zu schützen. (Lesen Sie auch: Ikkimel Tour 2026: kündigt „Poppstar“- 2026 an:…)

    Ein Sprecher der EU-Kommission bestätigte, dass X Anpassungen vorgeschlagen hat. Diese sollen vor allem die Authentifizierung von Nutzerkonten verbessern. Details zu den konkreten Vorschlägen wurden jedoch nicht genannt. „Wir müssen die Tatsache würdigen, dass das Unternehmen nach einem konstruktiven Austausch seine Verpflichtungen ernst genommen und uns Nachbesserungen angeboten hat“, sagte der EU-Beamte.

    Welche Konsequenzen hat die Strafe für X?

    Die Strafe von 120 Millionen Euro ist nicht die einzige Konsequenz für X. Das Unternehmen steht nun unter verstärkter Beobachtung der EU-Kommission. Sollte X die geforderten Verbesserungen nicht umsetzen, drohen weitere Sanktionen. Die EU will mit dem Digital Services Act (DSA) sicherstellen, dass Online-Plattformen wie X ihrer Verantwortung gerecht werden und die Nutzer vor schädlichen Inhalten schützen. Wie Stern berichtet, hatte X bis Montag Zeit, die Strafe zu begleichen. (Lesen Sie auch: Emma Heming Willis Gründet Fonds für Demenzforschung)

    📌 Hintergrund

    Der Digital Services Act (DSA) ist ein EU-Gesetz, das darauf abzielt, illegale Inhalte und schädliche Desinformation im Internet zu bekämpfen. Es verpflichtet große Online-Plattformen, strengere Maßnahmen zur Moderation von Inhalten zu ergreifen und transparenter zu sein.

    Wie reagierte Elon Musk auf die Strafe?

    Elon Musk reagierte auf die von der EU verhängte Strafe mit deutlicher Kritik. Auf X schrieb er im vergangenen Jahr: „Die EU sollte abgeschafft werden.“ Diese Aussage verdeutlicht die ablehnende Haltung des Unternehmers gegenüber der EU-Regulierung seiner Plattform. Auch die US-Regierung äusserte Kritik an der Entscheidung der EU. (Lesen Sie auch: Pietro Lombardi Laura Maria: Bett-Beichte Heizt Gerüchte)

    Welche Rolle spielt der Digital Services Act (DSA)?

    Der Digital Services Act (DSA) ist das zentrale Instrument der EU, um Online-Plattformen wie X stärker zu regulieren. Das Gesetz verpflichtet die Plattformen unter anderem dazu, transparenter in Bezug auf ihre Algorithmen zu sein und schneller gegen illegale Inhalte vorzugehen. Die EU-Kommission kann bei Verstössen hohe Geldstrafen verhängen, wie im Fall von X geschehen. Die Einhaltung des DSA wird von der Europäischen Kommission überwacht.

    Die Schweizer Regierung beobachtet die Entwicklungen rund um den Digital Services Act genau, da die Schweiz als Teil des europäischen Wirtschaftsraums von den Auswirkungen betroffen sein könnte.

    Ausblick: Wie geht es weiter?

    Häufig gestellte Fragen

    Warum wurde die Strafe gegen X verhängt?

    Die Strafe wurde verhängt, weil die EU-Kommission Mängel in der Transparenz der Plattform X festgestellt hat. Insbesondere die Authentifizierung von Nutzerkonten durch den Verifizierungshaken wurde als irreführend kritisiert. (Lesen Sie auch: Nick Jonas Maya Kibbel: Trauer um Verstorbene…)

    Detailansicht: X Strafe EU
    Symbolbild: X Strafe EU (Bild: Picsum)

    Was sind die nächsten Schritte in diesem Verfahren?

    Die EU-Kommission wird die von X vorgeschlagenen Anpassungen prüfen. Sollten diese nicht ausreichen, könnten weitere Nachbesserungen oder sogar zusätzliche Sanktionen folgen.

  • Energie: EU-Kommission wirbt für niedrigeren Strompreis für Haushalte

    Energie: EU-Kommission wirbt für niedrigeren Strompreis für Haushalte

    Hohe Strompreise belasten Familien und Betriebe. In Deutschland gibt es für die Industrie eine Erleichterung. Die EU-Kommission schlägt das auch für Verbraucher vor – und hat weitere Ideen.

    In der Debatte um Energiepreise schlägt die Europäische Kommission den Mitgliedstaaten vor, die Steuern auf Strom für Haushalte auf das von der EU festgelegte Minimum zu senken. Dadurch könnte die Stromrechnung für Verbraucher nach Angaben der Brüsseler Behörde um 14 Prozent beziehungsweise durchschnittlich 200 Euro pro Jahr niedriger werden. 

    Das europäische Mindestmaß für private Verbraucher liegt bei 0,1 Cent je Kilowattstunde (kWh), für Unternehmen bei 0,05 Cent je kWh. In Deutschland ist die Stromsteuer für private Verbraucherinnen und Verbraucher derzeit wesentlich höher, sie beträgt 2,05 Cent je kWh. Für die Industrie hat die schwarz-rote Bundesregierung die Stromsteuer zum Januar dauerhaft auf das EU-Mindestmaß gesenkt. Im Koalitionsvertrag war dies für alle Firmen und auch für die Verbraucher angekündigt worden. 

    Die Brüsseler Behörde schlägt den 27 EU-Staaten außerdem unter anderem vor, auch die Netzentgelte für Verbraucher auf ein Minimum zu senken. 

    Fokus auf Bürger

    „Wir haben immer noch viel zu viele Bürger in Europa, die Schwierigkeiten haben, ihre Energierechnungen zu bezahlen“, sagte der EU-Kommissar für Energie und Wohnungswesen, Dan Jørgensen. Aktuell sorge die Krise im Nahen Osten für zusätzliche Unsicherheit. „Solange Europa von importierten fossilen Brennstoffen abhängig ist, bleiben wir den globalen Schwankungen ausgesetzt.“ Die aktuellen Vorschläge sollen langfristig wirken und sind keine Reaktion auf den Iran-Krieg. 

    Strom: Die wichtigsten Fakten

    Die Europäische Investitionsbank (EIB) werde innerhalb der nächsten drei Jahre mehr als 75 Milliarden Euro zur Unterstützung der Ziele der Energiewende bereitstellen, teilte die Kommission mit. Private Investitionen – etwa durch Pensions- und Staatsfonds und Versicherungen – in saubere Energieprojekte sollen den Bedarf nach fossiler Energie senken. 

    Anbieter schneller wechseln

    Verbraucher sollen außerdem innerhalb von 24 Stunden ihren Energieanbieter wechseln können. Die EU-Kommission macht Vorgaben, damit dies nicht an technischen Hürden scheitert, und will die Transparenz und Vergleichbarkeit zwischen Angeboten verbessern. Ein Ziel ist zudem, dass mehr Haushalte selbst Energie produzieren – zu Beispiel mit Hilfe von Solaranlagen auf dem Dach. 

    Daneben will die Kommission wieder stärker auf die Kernenergie setzen. Die EU wolle die Forschung sowie Investitionen in die Kernenergie unterstützen, kündigte Präsidentin Ursula von der Leyen an. Kleine modulare Reaktoren sollen bis Anfang der 2030er Jahre einsatzbereit sein. In der Bundesregierung ist das Thema Atomkraft umstritten.

    Quelle: Stern

  • Fleischersatz Namen EU: Veggie-Burger Dürfen Bleiben!

    Fleischersatz Namen EU: Veggie-Burger Dürfen Bleiben!

    Die Debatte um die Benennung von Fleischersatzprodukten in der EU ist vorerst beendet: „Veggie-Burger“ und „Tofu-Wurst“ dürfen weiterhin so genannt werden. Eine Einigung zwischen EU-Parlament und EU-Kommission verhindert ein Verbot dieser Bezeichnungen. Allerdings gibt es Einschränkungen für andere pflanzliche Alternativen.

    Symbolbild zum Thema Fleischersatz Namen EU
    Symbolbild: Fleischersatz Namen EU (Bild: Picsum)

    Auf einen Blick

    • „Veggie-Burger“ und „Tofu-Wurst“ dürfen weiterhin so heißen.
    • Bezeichnungen wie „Veggie-Hühnchen“ oder „Tofu-Rippchen“ sind künftig nicht erlaubt.
    • Der Kompromiss muss noch formell von EU-Parlament und den EU-Staaten angenommen werden.
    • Deutschland hatte sich gegen ein Verbot von „Veggie-Burger“ ausgesprochen.

    Einigung im Namensstreit um Fleischersatzprodukte

    Nach langen Verhandlungen haben sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments in Brüssel geeinigt. Wie Stern berichtet, müssen die bekannten Namen für vegetarische Burger und Würste nicht von den Speisekarten verschwinden.

    Was bedeutet das für Bürger?

    Für Verbraucher bedeutet die Einigung, dass sie weiterhin problemlos nach „Veggie-Burger“ oder „Tofu-Wurst“ suchen können, ohne sich an neue Bezeichnungen gewöhnen zu müssen. Die Kennzeichnung von Lebensmitteln soll aber klarer werden, um Missverständnisse zu vermeiden. (Lesen Sie auch: Wohnen im Kugelhaus: Julian Lebt wie auf…)

    Welche Bezeichnungen sind künftig verboten?

    Die Einigung sieht vor, dass Bezeichnungen, die sich direkt auf Tierarten oder Teilstücke beziehen, für vegetarische Produkte nicht mehr verwendet werden dürfen. Dazu gehören beispielsweise „Veggie-Hühnchen“, „Tofu-Rippchen“, „vegetarischer Speck“ oder „Tofu-Kotelett“. Diese Regelung soll verhindern, dass Verbraucher in die Irre geführt werden.

    📌 Politischer Hintergrund

    Die Europäische Volkspartei (EVP), zu der auch CDU und CSU gehören, hatte sich ursprünglich für ein umfassendes Verbot von Begriffen wie „Veggie-Burger“ eingesetzt. Sie argumentierte, dass diese Bezeichnungen Verbraucher täuschen und Landwirte schädigen könnten.

    Wie kam es zu dem Kompromiss?

    Der Kompromiss stellt eine abgeschwächte Version des ursprünglichen Vorschlags der EU-Kommission dar, der vom Europaparlament zunächst verschärft worden war. Deutsche Unionsabgeordnete stimmten in einer ersten Verhandlungsrunde zwar gegen ein solches Verbot, konnten sich aber nicht durchsetzen. Letztendlich fehlte eine Mehrheit unter den EU-Staaten für ein umfassendes Verbot. (Lesen Sie auch: Kriminalität: Klinik-Arzt wegen Mordverdachts in U-Haft)

    Wie geht es weiter?

    Der gefundene Kompromiss muss noch formell vom Europaparlament und den europäischen Staaten angenommen werden. Es wird erwartet, dass dies in den kommenden Monaten geschehen wird. Danach können die neuen Regelungen in Kraft treten.

    Welche Position vertrat Deutschland?

    Deutschland hatte sich bereits im Vorfeld klar gegen ein Verbot von „Veggie-Burger“ ausgesprochen. Der damalige Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) argumentierte, dass ein solches Verbot unnötig sei und die Verbraucher unnötig verunsichern würde.

    Häufig gestellte Fragen

    Warum gab es überhaupt eine Debatte über die fleischersatz namen eu?

    Die Debatte entstand, weil einige Politiker und Landwirtschaftsverbände argumentierten, dass die Verwendung von Begriffen wie „Burger“ oder „Wurst“ für vegetarische Produkte irreführend sei und gegen Wettbewerbsregeln verstoße. (Lesen Sie auch: Wetter Saharastaub Trübt den Himmel – Allergie…)

    Detailansicht: Fleischersatz Namen EU
    Symbolbild: Fleischersatz Namen EU (Bild: Picsum)

    Was sind die Hauptargumente der Befürworter eines Verbots bestimmter fleischersatz namen eu?

    Die Befürworter argumentierten, dass die Verwendung von Fleischbezeichnungen für vegetarische Produkte die Verbraucher täuschen könne und dass diese Bezeichnungen traditionell Fleischprodukten vorbehalten sein sollten.

    Welche Rolle spielte die EVP-Fraktion im Europäischen Parlament bei der Debatte um die fleischersatz namen eu?

    Die EVP-Fraktion, zu der auch CDU und CSU gehören, hatte den Vorstoß im EU-Parlament eingebracht, Begriffe wie „Steak“, „Schnitzel“, „Burger“ und „Wurst“ nur noch für Tierprodukte zu verwenden. Federführend war die französische Abgeordnete Céline Imart.

    Welche Auswirkungen hat die Entscheidung auf die Hersteller von Fleischersatzprodukten?

    Die Hersteller von Fleischersatzprodukten können weiterhin auf etablierte und bekannte Bezeichnungen setzen, müssen aber bei der Bewerbung ihrer Produkte darauf achten, keine Begriffe zu verwenden, die sich direkt auf Tierarten oder Teilstücke beziehen. (Lesen Sie auch: Bodycams Zugpersonal: Flächendeckender Einsatz Geplant)

    Wie könnte sich die Kennzeichnung von Fleischersatzprodukten in Zukunft verändern?

    Es ist zu erwarten, dass die Kennzeichnung von Fleischersatzprodukten in Zukunft noch klarer und transparenter wird, um Verbrauchern eine informierte Kaufentscheidung zu ermöglichen. Dies könnte beispielsweise durch zusätzliche Hinweise auf die pflanzliche Herkunft der Produkte geschehen.

    Illustration zu Fleischersatz Namen EU
    Symbolbild: Fleischersatz Namen EU (Bild: Picsum)
  • EU Industriepolitik: „Made in Europe“ für Staatsgelder?

    EU Industriepolitik: „Made in Europe“ für Staatsgelder?

    Die EU-Industriepolitik soll durch „Made in Europe“-Vorgaben gestärkt werden. Die EU-Kommission plant, dass öffentliche Gelder nur in europäisch hergestellte Produkte wie Stahl, Zement, Aluminium, saubere Technologien, E-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride fließen sollen. Dies soll die europäische Wirtschaft ankurbeln und gleichzeitig Umweltziele fördern. Kritik an den Plänen kommt unter anderem aus Deutschland. EU Industriepolitik steht dabei im Mittelpunkt.

    Symbolbild zum Thema EU Industriepolitik
    Symbolbild: EU Industriepolitik (Bild: Picsum)

    Zusammenfassung

    • EU-Kommission plant „Made in Europe“-Vorgaben für öffentliche Aufträge.
    • Betrifft Sektoren wie Stahl, Zement, saubere Technologien und E-Fahrzeuge.
    • Ziel ist die Ankurbelung der europäischen Wirtschaft und Förderung umweltfreundlicher Produkte.
    • Kritik kommt aus Deutschland wegen möglicher Bürokratisierung und Handelsbeschränkungen.

    Was bedeutet die „Made in Europe“-Vorgabe für die Industrie?

    Die „Made in Europe“-Vorgabe bedeutet für die Industrie, dass EU-Staaten öffentliche Gelder vorrangig in Produkte investieren sollen, die in Europa hergestellt wurden. Dies betrifft Schlüsselindustrien wie Stahl, Zement, Aluminium und den Bereich der sauberen Technologien. Ziel ist es, die Nachfrage nach umweltfreundlicheren, europäischen Produkten zu steigern und somit die europäische Wirtschaft zu stärken.

    Hintergrund der EU-Industriepolitik

    Die Europäische Union steht vor der Herausforderung, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig ihre Industrie wettbewerbsfähig zu halten. Die „Made in Europe“-Initiative ist ein Baustein dieser Strategie. Sie soll Anreize schaffen, umweltfreundlichere Produktionsmethoden zu entwickeln und Arbeitsplätze in Europa zu sichern. Wie Stern berichtet, zielt der Vorschlag darauf ab, die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu verringern und die Resilienz der europäischen Wirtschaft zu stärken. (Lesen Sie auch: VW Betriebsversammlung: Cavallo will Töchter Stärker Lenken)

    Wie sollen Handelspartner einbezogen werden?

    Auch Handelspartner außerhalb der EU sollen unter bestimmten Bedingungen in die EU-Industriepolitik einbezogen werden. Dies betrifft Länder, mit denen die EU Freihandelsabkommen oder Vereinbarungen über öffentliche Beschaffungen hat. Voraussetzung ist, dass diese Länder ihre Verpflichtungen erfüllen und Gegenseitigkeit gewährleisten. Die Einhaltung dieser Bedingungen wird laut EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné sektorspezifisch geprüft.

    Kritik an den Plänen der EU-Kommission

    Aus Deutschland kommt Kritik an den „Made in Europe“-Vorgaben. Befürchtet wird eine Zunahme der Bürokratie und eine Einschränkung des Wettbewerbs. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bemängelte in Brüssel die Vielzahl bestehender Vorschläge zur europäischen Beschaffung. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt vor negativen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft.

    📌 Politischer Hintergrund

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron setzt sich seit längerem für Quoten für „Made in Europe“-Produkte ein. Bundeskanzler Friedrich Merz mahnte hingegen zu einem zurückhaltenderen Ansatz. Europäische Präferenzregeln sollten nur für kritische Sektoren und als letztes Mittel eingesetzt werden, so Merz. (Lesen Sie auch: Bayer Glyphosat Klagen: Milliardenverlust durch Rechtsstreit)

    Was bedeutet das für Bürger?

    Für Bürger könnte die EU-Industriepolitik sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringen. Einerseits könnten europäische Produkte durch die Förderung umweltfreundlicher Technologien nachhaltiger und qualitativ hochwertiger werden. Andererseits könnten höhere Preise durch die Bevorzugung europäischer Produkte entstehen. Es ist auch möglich, dass sich die Auswahl an Produkten verringert, wenn ausländische Anbieter benachteiligt werden.

    Nächste Schritte

    Bevor die „Made in Europe“-Vorgaben umgesetzt werden können, müssen die EU-Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament dem Vorschlag zustimmen. Die Diskussionen über die genaue Ausgestaltung der Regeln, insbesondere über das Kriterium der europäischen Herkunft, werden voraussichtlich intensiv sein. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Bedenken aus Deutschland und anderen Ländern berücksichtigt werden.

    Häufig gestellte Fragen

    Was genau bedeutet „Made in Europe“ im Kontext der EU-Industriepolitik?

    „Made in Europe“ bedeutet, dass Produkte in Europa hergestellt oder wesentlich verarbeitet wurden. Die genauen Kriterien, die ein Produkt erfüllen muss, um als europäisch zu gelten, sind noch Gegenstand von Diskussionen innerhalb der EU. Es geht darum, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Europa zu sichern. (Lesen Sie auch: Dieselpreise Aktuell: Iran-Konflikt Treibt Preise über 2…)

    Detailansicht: EU Industriepolitik
    Symbolbild: EU Industriepolitik (Bild: Picsum)

    Welche Branchen sind von der EU-Industriepolitik besonders betroffen?

    Besonders betroffen sind energieintensive Industrien wie Stahl, Zement und Aluminium, sowie der Bereich der sauberen Technologien und die Automobilindustrie, insbesondere die Produktion von E-Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden. Diese Sektoren sollen durch die „Made in Europe“-Vorgaben gestärkt werden.

    Wie beeinflusst die EU-Industriepolitik den Wettbewerb auf dem europäischen Markt?

    Die EU-Industriepolitik kann den Wettbewerb beeinflussen, indem sie europäische Produkte gegenüber ausländischen bevorzugt. Dies kann zu Wettbewerbsverzerrungen führen, insbesondere wenn die Kriterien für „Made in Europe“ zu eng gefasst sind und ausländische Anbieter benachteiligen.

    Welche Rolle spielen Freihandelsabkommen bei der Umsetzung der EU-Industriepolitik?

    Freihandelsabkommen spielen eine wichtige Rolle, da sie festlegen, unter welchen Bedingungen Handelspartner in die EU-Industriepolitik einbezogen werden können. Länder mit entsprechenden Abkommen können von den „Made in Europe“-Vorgaben profitieren, sofern sie Gegenseitigkeit gewährleisten. (Lesen Sie auch: Rheinmetall NVL übernahme: Konzern steigt in Marineschiffbau)

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    Symbolbild: EU Industriepolitik (Bild: Picsum)