Schlagwort: Europäische Raumfahrt

  • Mondmission Esa: Europa plant Bemannten Flug für 2028

    Mondmission Esa: Europa plant Bemannten Flug für 2028

    Mondmission Esa: Europa plant bemannten Mondflug für 2028

    Die europäische Raumfahrtagentur ESA plant Großes: Nicht nur liefert Europa Schlüsseltechnologie für aktuelle Mondmissionen, sondern will ab 2028 auch eigene Astronauten auf den Mond schicken. Eine neue Ära der Mondforschung steht bevor, in der Europa eine entscheidende Rolle spielen will.

    Auf einen Blick

    • ESA liefert Antriebssystem für NASA-Missionen.
    • Deutscher Astronaut soll 2028 auf dem Mond landen.
    • Unbemannter Mondlander „Argonaut“ für 2030 geplant.
    • Erkundung des Mond-Südpols im Fokus.

    Was ist das European Service Module (ESM)?

    Das European Service Module (ESM) ist ein von der ESA entwickeltes Antriebssystem. Es versorgt Raumschiffe auf Mondmissionen mit Sauerstoff, Wasser und Strom. Ohne das ESM wären die jüngsten Mondflüge, wie die „Artemis 2“-Mission der NASA, nicht möglich gewesen, wie Daniel Neuenschwander von der ESA gegenüber der dpa bestätigte.

    Symbolbild zum Thema Mondmission Esa
    Symbolbild: Mondmission Esa (Bild: Picsum)

    Europa ist zurück im Rennen um den Mond! Nach der erfolgreichen „Artemis 2“-Mission, bei der vier Astronauten in einer großen Acht um den Mond flogen und sicher zur Erde zurückkehrten, verkündete Daniel Neuenschwander, Direktor für astronautische und robotergestützte Raumfahrt bei der ESA, selbstbewusst: „Wir sind zurück im Spiel“. Wie Stern berichtet, wäre die Mission ohne das European Service Module der ESA gar nicht möglich gewesen. (Lesen Sie auch: Artemis 2 Start: Menschheit Fliegt Wieder zum…)

    📌 Hintergrund

    Seit 1972 hat kein Mensch mehr den Mond aus nächster Nähe gesehen. Die „Artemis“-Missionen markieren eine Rückkehr zur bemannten Raumfahrt jenseits der Erdumlaufbahn.

    Deutscher Astronaut soll auf den Mond

    Gute Nachrichten für deutsche Raumfahrt-Fans: ESA-Chef Josef Aschbacher verkündete kürzlich, dass Deutschland als erstes Land an der Reihe sei, wenn es um die Auswahl von ESA-Astronauten für zukünftige Mondmissionen geht. Während „Artemis 3“ noch ohne Mondlandung auskommen muss, ist für „Artemis 4“ im Jahr 2028 die Landung eines europäischen, womöglich deutschen, Astronauten geplant. (Lesen Sie auch: Crime Story: Kindern hilft sie ins Leben.…)

    Der unbemannte Mondlander „Argonaut“

    Die ESA plant für 2030 eine eigene unbemannte Mission zum Mond. Mit dem Mondlander „Argonaut“ sollen Geräte und Vehikel auf die Mondoberfläche gebracht werden. Der erste Flug ist an Bord einer Ariane-6-Rakete vorgesehen. „Argonaut“ soll bis zu 1,5 Tonnen Fracht, wie Rover oder wissenschaftliche Instrumente, zum Südpol des Mondes transportieren. Die ESA will so Ressourcen erkunden und das Verständnis vom Mond erweitern.

    Was bedeutet die mondmission esa für die Zukunft der Raumfahrt?

    Die europäische Beteiligung an den „Artemis“-Missionen und die Planung eigener Mondmissionen unterstreichen Europas Ambitionen in der Raumfahrt. Die Entwicklung des ESM und des Mondlanders „Argonaut“ zeigen, dass Europa nicht nur Zulieferer, sondern auch ein wichtiger Akteur in der Erforschung des Weltraums sein will. Die Erkundung des Mond-Südpols könnte zudem wichtige Erkenntnisse über die Ressourcen des Mondes liefern und den Weg für zukünftige bemannte Missionen ebnen. (Lesen Sie auch: Artemis 2 Start: NASA Mondmission Peilt April…)

    Häufig gestellte Fragen

    Welche Rolle spielt die ESA bei den „Artemis“-Missionen?

    Die ESA ist ein wichtiger Partner der NASA bei den „Artemis“-Missionen. Sie liefert mit dem European Service Module (ESM) eine Schlüsselkomponente für die „Orion“-Kapsel, die Astronauten zum Mond transportiert. Das ESM versorgt die Astronauten mit allem Nötigen.

    Detailansicht: Mondmission Esa
    Symbolbild: Mondmission Esa (Bild: Picsum)

    Was ist das Ziel der „Argonaut“-Mission im Jahr 2030?

    Die „Argonaut“-Mission der ESA im Jahr 2030 zielt darauf ab, einen unbemannten Mondlander zum Südpol des Mondes zu schicken. Dieser soll bis zu 1,5 Tonnen Fracht transportieren, darunter Rover und wissenschaftliche Instrumente, um die Ressourcen des Mondes zu erkunden. (Lesen Sie auch: Artemis 2 Start: Astronauten Bereit für Mondflug…)

    Warum ist der Mond-Südpol für die Forschung so interessant?

    Der Mond-Südpol ist besonders interessant, da dort vermutet wird, dass es Wassereis in den permanent beschatteten Kratern gibt. Dieses Eis könnte als Ressource für zukünftige Mondbasen genutzt werden, beispielsweise zur Trinkwasserversorgung oder zur Herstellung von Treibstoff.

  • Noch am Boden: Zweiter Testflug der Isar-Aerospace Rakete abgebrochen

    Noch am Boden: Zweiter Testflug der Isar-Aerospace Rakete abgebrochen

    Die Not in Europas Raumfahrtindustrie ist groß. Der bayerische Raketenhersteller Isar Aerospace ist bis 2028 ausgebucht, obwohl die Rakete nicht serienreif ist.

    Der mit Spannung erwartete zweite Testflug der deutschen Spectrum-Rakete ist unmittelbar vor dem Start abgebrochen worden. Die Gründe waren nicht unmittelbar klar. 

    Der Abbruch des Starts auf dem norwegischen Weltraumbahnhof Andøya kam überraschend, da der Countdown um 21.21 Uhr bereits beendet war. Etwa zwanzig Minuten zuvor war nach Worten des Moderators der Livestream-Übertragung ein Boot in der Sicherheitszone rund um die an der Küste gelegene Startbasis entdeckt worden. Die 2018 gegründete Isar Aerospace sitzt in Ottobrunn bei München und zählt zu den deutschen Vorzeige-Start-Ups.

    Da es sich erst um den zweiten Versuch handelte, galt ein Erfolg schon vorher als ungewiss. „Wir wollen signifikanten Fortschritt zeigen“, hatte Unternehmenschef und Mitgründer Daniel Metzler bei einem Pressegespräch am Vortag ein vergleichsweise bescheidenes Ziel ausgegeben – und auf Space X verwiesen. 

    Das Raumfahrtunternehmen des US-Milliardärs Elon hatte vier Versuche benötigt, um ins All zu gelangen. Isar Aerospace will in diesem Jahr weitere Starts folgen lassen, der Bau der dritten Spectrum-Rakete ist bereits weit fortgeschritten. Eigentlich hätte die Rakete bereits im Januar abheben sollen, doch hatte das Unternehmen den Start wegen eines defekten Ventils um zwei Monate verschoben. 

    Anfragen bis ins Jahr 2038

    Die Spectrum soll nach der Serienreife zivile und militärische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen wenige hundert Kilometer über dem Erdboden bringen. Rund 60 Prozent der Anfragen kommen nach Worten Metzlers mittlerweile aus dem militärischen Bereich. Ziel des Unternehmens ist die Produktion von 40 Raketen pro Jahr. Nach Worten Metzlers ist Isar Aerospace jetzt schon mit Aufträgen über mehrere hundert Millionen Dollar bis zum Jahr 2028 ausgebucht, obwohl die Rakete nicht serienreif ist. Wie wichtig das erst 2018 gegründete Jungunternehmen auch für die deutsche Politik ist, zeigte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der das Gelände in Andøya am 13. März gemeinsam mit dem norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Støhre besuchte.

    Was Sie über Testflug wissen müssen

    Europa ins Hintertreffen geraten 

    Grund des großen Interesse ist die derzeitige weitgehende Unfähigkeit Europas, Satelliten mit eigener Technik ins All zu schießen. Seit langem wird die große Mehrheit der europäischen Satelliten von Space X ins All befördert. Nach Worten Metzlers starteten die USA im vergangenen Jahr 198 Raketen, der Rest der Welt 124, Europa lediglich acht.

    Europas ehemaliger Raumfahrtchef Jan Wörner bezeichnete europäische Souveränität in der Raumfahrt als wichtigen Aspekt, gerade in Zeiten geopolitischer unsteter Zeiten. „Während Europa im Bereich der Erdbeobachtung und der Satellitennavigation sehr aktiv war und ist, beschränkte sich die Souveränität bezüglich der Trägerraketen auf Ariane und Vega“, sagte der frühere Leiter der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA der Deutschen Presse-Agentur. 

    Mit den Startups Isar Aerospace, Rocketfactory Augsburg und Hyimpulse sei Deutschland nun im Bereich der sogenannten Microlauncher aktiv. „Der Druck auf erfolgreiche Starts ist speziell in Deutschland sehr hoch, während Elon Musk in USA auch Fehlschläge positiv kommentieren darf und gefeiert wird“, meinte Wörner. „Diese Ausgangslage muss man bedenken und damit den Misserfolg von Isar bewerten. „Rockets are tricky“, schrieb Musk zurecht.“

    Isar Aerospace-Chef Metzler betonte die Bedeutung eines unabhängigen Zugangs zum All für Europa: „Die strategische Realität, mit der sich Europa konfrontiert sieht, ist, dass wir große Weltraumpläne haben können, aber wenn wir keine Straße ins All haben, wird das schwierig.“ Ohne Präsenz im Weltraum gebe es keine Frühwarnung vor Raketenangriffen, keine sichere Kommunikation, keine frühzeitige Reaktion auf Katastrophen.

    Testflug: Die Details

    Auch die verspätete Ariane 6 soll in Schwung kommen

    Größere Höhen im All wird die bayerische Spectrum-Rakete jedoch auch dann nicht ansteuern können, wenn sie eines Tages die Serienreife erreicht. Daran arbeitet die französisch-deutsche ArianeGroup, die in diesem Jahr sieben bis acht Raketen des jahrelang verzögerten Typs Ariane 6 sechs starten lassen will. Anders als die Spectrum ist die Ariane eine große Trägerrakete, die weit schwerere Nutzlast auch in geostationäre Umlaufbahnen knapp 36.000 Kilometer über dem Erdboden befördern kann. Bei Isar Aerospace steht die Entwicklung einer schweren Rakete fürs Erste nicht auf dem Programm, wie Metzler im Januar deutlich gemacht hatte.

    Isar Aerospace-Webseite zum Raketenstart

    Quelle: Stern