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  • Konjunktur: Gesamtumsatz der Dax-Konzerne sinkt das dritte Jahr in Folge

    Konjunktur: Gesamtumsatz der Dax-Konzerne sinkt das dritte Jahr in Folge

    Viele Dax-Unternehmen mussten im vergangenen Jahr Verluste verkraften. Besonders die Autoindustrie steckt tief in der Krise – während eine andere Branche Rekordergebnisse meldet.

    Der Gesamtumsatz der größten deutschen Börsenkonzerne ist 2025 das dritte Jahr in Folge gesunken. Er ging um 0,6 Prozent zurück, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zeigt. Besonders schwach verlief das vierte Quartal mit einem Umsatzminus von 3,3 Prozent und einem Rückgang des operativen Gewinns von 14 Prozent.

    Rückgänge gab es vor allem in wichtigen Auslandsmärkten: In Nordamerika sanken die Umsätze um vier Prozent, in Asien um neun Prozent. In Europa legten sie hingegen um drei Prozent zu. Zugleich sank der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) der Dax-Schwergewichte um vier Prozent, wie die Studie zeigt. Bei der Umsatzberechnung wurden Deutsche Bank und Commerzbank nicht berücksichtigt, da der Umsatz bei Banken keine aussagekräftige Kennziffer ist. Banken erzielen ihre Erträge nicht durch den Verkauf von Waren, sondern vor allem durch Zins- und Provisionsgeschäfte.

    „Insgesamt fällt die Bilanz des vergangenen Jahres äußerst bescheiden aus“, sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY. Eine baldige Trendwende sei nicht in Sicht. Die schwachen Ergebnisse spiegelten den Zustand der deutschen Wirtschaft wider und zeigten die großen Herausforderungen für den Standort.

    Finanzbranche mit Rekordgewinn

    Doch längst nicht für alle Dax-Konzerne war 2025 ein Krisenjahr. Gut die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) verzeichneten steigende Umsätze, 58 Prozent meldeten höhere Gewinne. Die Finanzbranche erzielte mit 46,4 Milliarden Euro einen Rekordgewinn (2024: 39,4 Milliarden Euro), während die übrigen Konzerne zusammen ein Gewinnminus von zehn Prozent hinnehmen mussten. 

    Vor allem die Industrieunternehmen, die zuletzt erhebliche Umsatz– und vor allem Gewinneinbußen erlitten, stünden vor einem schweren Jahr, meint Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY.

    Autokrise und Rüstungsboom

    Die EY-Studie zeigt große Unterschiede nach Branchen: Am stärksten wuchsen im vergangenen Jahr Rheinmetall und MTU Aero Engines mit Wachstumsraten von 29 und 18 Prozent – zwei Unternehmen, die zumindest zum Teil in der Rüstungsbranche tätig sind. Einen sinkenden Umsatz verzeichneten vor allem die Automobilunternehmen, die zusammen ein Umsatzminus von vier Prozent erwirtschafteten.

    Den höchsten operativen Gewinn erzielte 2025 die Deutsche Telekom mit 24,8 Milliarden Euro vor der Allianz mit 17,4 Milliarden Euro und Siemens mit 11,4 Milliarden Euro.

    Zahl der Mitarbeiter sinkt

    Auch die Beschäftigung ging in der Krise zurück. Die Zahl der Mitarbeiter sank um 0,8 Prozent oder etwa 32.000 auf rund 3,95 Millionen. Allerdings entwickelten sich die Unternehmen sehr unterschiedlich: Während die Beschäftigung bei Rheinmetall mit 13 Prozent am stärksten wuchs, schrumpfte die Belegschaft bei Mercedes-Benz mit 5,6 Prozent am kräftigsten.

    „Wir werden auch 2026 unterm Strich eher ein Abschmelzen der Beschäftigung sehen“, erwartet Brorhilker. Das liege zum einen an der schwachen Konjunktur und den Sparprogrammen etlicher Industrieunternehmen. „Aber auch prosperierende Unternehmen realisieren durch den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz inzwischen deutliche Effizienzgewinne gerade in zentralen Bereichen – was den Einstellungsbedarf sinken lässt.“

  • Risikokapital Gründerinnen: Ungleichheit bei Start-Up Geldern

    Risikokapital Gründerinnen: Ungleichheit bei Start-Up Geldern

    Risikokapital für Gründerinnen ist weiterhin Mangelware. Während männliche Gründerteams Milliarden erhalten, müssen sich Gründerinnen mit deutlich geringeren Summen begnügen. Eine aktuelle Studie zeigt die eklatante Ungleichheit bei der Vergabe von Start-up-Finanzierungen in Deutschland. Risikokapital Gründerinnen steht dabei im Mittelpunkt.

    Symbolbild zum Thema Risikokapital Gründerinnen
    Symbolbild: Risikokapital Gründerinnen (Bild: Picsum)

    Zahlen & Fakten

    • Männliche Gründerteams erhielten 2025 7,4 Milliarden Euro.
    • Weibliche Gründerteams erhielten 2025 lediglich 53 Millionen Euro.
    • Der Anteil finanzierter Start-ups mit mindestens einer Frau sank von 21% (2024) auf 19% (2025).
    • Nur 3% der Start-ups mit Kapitalzufluss wurden ausschließlich von Frauen gegründet.

    Wie groß ist der Unterschied bei der Risikokapital-Vergabe an Gründerinnen?

    Der Unterschied ist immens. Start-ups mit ausschließlich männlichen Gründungsteams vereinnahmen laut der EY-Parthenon-Studie 94 Prozent der Investitionen. Für rein weibliche Teams bleibt lediglich ein Prozent des gesamten Investitionsvolumens übrig. Wie Stern berichtet, flossen 2025 fast 7,4 Milliarden Euro an rein männliche Gründerteams, während Gründerinnen nur 53 Millionen Euro erhielten.

    Welche Branchen dominieren männliche Gründer bei der Kapitalaufnahme?

    Kapitalintensive Branchen wie Software & Analytics, FinTech oder der Verteidigungssektor sind stark von Männern dominiert. Hier liegt der Frauenanteil teilweise bei nur sechs Prozent. Dies spiegelt sich direkt in den Deal-Volumina wider. (Lesen Sie auch: Alkoholfreier Wein: Winzer Setzen Verstärkt auf die…)

    Warum erhalten Gründerinnen weniger Risikokapital?

    Ein wesentlicher Faktor ist die Branchenverteilung. Gründerinnen sind häufiger in Bereichen wie E-Commerce (21 Prozent Frauenanteil), Bildung (17 Prozent) und Klima-Tech (15 Prozent) aktiv. Diese Sektoren ziehen zwar Kapital an, jedoch selten in der Größenordnung von Mega-Deals. Ein weiterer Grund könnte laut Experten in bestehenden Netzwerken und Vorurteilen bei Investoren liegen. Oftmals fehle es an weiblichen Vorbildern in Führungspositionen, was die Kapitalakquise erschwere.

    Was bedeutet das für die deutsche Start-up-Szene?

    Die ungleiche Verteilung von Risikokapital an Gründerinnen bremst das Innovationspotenzial der deutschen Start-up-Szene. „Eine vielfältige Gründungslandschaft ist entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg“, betont Dr. Anna Schneider vom Deutschen Startup-Verband. „Wenn wir das Potenzial von Gründerinnen nicht voll ausschöpfen, vergeben wir wichtige Chancen für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.“ Das Statistische Bundesamt veröffentlicht regelmäßig Daten zur Gründungsaktivität in Deutschland.

    Wie hat sich die Situation in den letzten Jahren entwickelt?

    Die Situation hat sich sogar verschlechtert. Der Anteil der finanzierten Start-ups mit mindestens einer Frau im Gründerteam sank von 21 Prozent im Jahr 2024 auf nur noch 19 Prozent im Jahr 2025. Von den 660 untersuchten Start-ups, die frisches Kapital einsammeln konnten, bestanden 536 (81 Prozent) ausschließlich aus Männern. Nur 21 Start-ups (3 Prozent) wurden von rein weiblichen Teams geführt. (Lesen Sie auch: Kiel gewinnt Derby: Demontage gegen Flensburg!)

    📊 Zahlen & Fakten

    Bei kleineren Finanzierungsrunden bis zu einer Million Euro liegt der Anteil an Gründerinnen noch bei 13,3 Prozent. Bei größeren Deals sinkt dieser Anteil jedoch deutlich.

    Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um Gründerinnen besser zu fördern?

    Es bedarf einer Kombination aus verschiedenen Maßnahmen. Dazu gehören die Förderung von Netzwerken für Gründerinnen, Mentoring-Programme und die Sensibilisierung von Investoren für das Potenzial von weiblichen Gründern. Auch staatliche Förderprogramme, die gezielt an Gründerinnen gerichtet sind, können einen wichtigen Beitrag leisten. Die KfW bietet beispielsweise verschiedene Förderprogramme für Start-ups an, die auch von Gründerinnen genutzt werden können.

    Häufig gestellte Fragen

    Warum ist es wichtig, mehr Gründerinnen zu fördern?

    Die Förderung von Gründerinnen ist entscheidend für eine vielfältige und innovative Wirtschaft. Studien zeigen, dass von Frauen geführte Unternehmen oft nachhaltiger wirtschaften und soziale Aspekte stärker berücksichtigen. Mehr Vielfalt in der Gründerszene führt zu neuen Ideen und Perspektiven. (Lesen Sie auch: Eine Schweizerin erzählt: Mein Berliner Mietpreisschock)

    Detailansicht: Risikokapital Gründerinnen
    Symbolbild: Risikokapital Gründerinnen (Bild: Picsum)

    Welche Rolle spielen Investoren bei der Förderung von Gründerinnen?

    Investoren spielen eine Schlüsselrolle. Sie müssen sich ihrer eigenen Vorurteile bewusst werden und aktiv nach Gründerinnen suchen. Die Bereitschaft, in von Frauen geführte Unternehmen zu investieren, ist entscheidend, um die bestehende Ungleichheit zu verringern.

    Gibt es spezielle Programme zur Unterstützung von Gründerinnen?

    Ja, es gibt verschiedene Programme, die sich speziell an Gründerinnen richten. Diese Programme bieten oft Mentoring, Networking-Möglichkeiten und finanzielle Unterstützung. Ein Beispiel ist das bundesweite Mentoring-Programm für Gründerinnen “ বিজনেস উইমেন গ্লোবাল“।

    Wie können sich Gründerinnen besser vernetzen?

    Es gibt zahlreiche Netzwerke und Veranstaltungen, die speziell auf Gründerinnen zugeschnitten sind. Diese bieten eine Plattform zum Austausch von Erfahrungen, zum Knüpfen von Kontakten und zur gegenseitigen Unterstützung. Online-Plattformen und soziale Medien können ebenfalls wertvolle Ressourcen sein. (Lesen Sie auch: Lufthansa Streik Beendet: Flugbetrieb Läuft Wieder Planmäßig)

    Illustration zu Risikokapital Gründerinnen
    Symbolbild: Risikokapital Gründerinnen (Bild: Picsum)