Ganz Deutschland spricht über dieses Thema: Collien Fernandes, 44, setzt sich für Opfer von sexualisierter Gewalt im Internet ein. Die Schauspielerin und Moderatorin, die angibt, selbst von sogenannten Deepfakes [Anm. d. Red.: mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugte beziehungsweise manipulierte Bild- oder Tondatei] betroffen zu sein, macht schon seit Jahren auf die Gefahren von digitalem Missbrauch aufmerksam. Nun formiert sich dank Fernandes‘ Engagement eine neue Welle des Widerstands.Tausende Menschen folgten ihrem Appell und versammelten sich am Sonntag, 22. März, vor dem Brandenburger Tor in Berlin, um gegen sexualisierte Gewalt zu demonstrieren. Vor Ort wurden zahlreiche Reden gehalten, auch ein Statement von Collien Fernandes wurde verlesen und endete mit Worten der Erkenntlichkeit: „Danke für die Solidarität, die mich in dieser schweren Zeit trägt.“
Collien Fernandes: „Lasst uns laut sein!“
„Lasst uns laut sein und laut bleiben“, schreibt Fernandes auch in einem Posting auf Instagram, in dem sie dazu aufruft, „Licht in das Dunkelfeld“ zu bringen. Sie möchte betroffenen Frauen eine Stimme geben: Sexuelle Gewalt sei „weiter verbreitet, als man ahnen mag“, erklärt sie. Ein Problem, das in der „Mitte der Gesellschaft“ stattfinde. „Es sind nicht nur die Anderen und die Täter sind oft nicht so, wie die Fiktion sie uns präsentiert: gruselig dreinblickende Bösewichte. Es sind die Männer in unserer Mitte. Die Netten, die Lustigen, die Sympathischen.“
Zuspruch erhält die 44-Jährige auch von zahlreichen Prominenten, die auf ihre Beiträge zu dem Thema reagieren. So schreibt etwa Chryssanthi Kavazi: „Das ist so unfassbar schlimm und es tut mir von Herzen leid!!! Du bist eine wahnsinnig starke Frau, wie du für dich einstehst ist mutig! Liebe Collien, du verdienst nur das Beste!“ Offene Worte der Unterstützung in so schweren Zeiten. Sonya Kraus und Frauke Ludowig solidarisieren sich ebenfalls mit ihr. Auch Männer reagieren auf ihre Postings. Lutz van der Horst, 50, hält fest: „Bei sexueller Gewalt sind Männer das Problem. Das sind Fakten. Wer hier relativiert, macht sich mitschuldig. Maximaler Respekt und volle Solidarität!“
10 Forderungen an die Bundesregierung
In Deutschland gibt es kaum Möglichkeiten, gegen sexuelle Gewalt im Internet vorzugehen. Doch jetzt machen sich viele Prominente dafür laut, dass sich etwas ändert. Via Instagram fordern über 250 berühmte Frauen wie Anja Kling, 56, und Maria Furtwängler, 59, „Strafbarkeit von Erstellung und Verbreitung sexualisierter Deepfakes sowie konsequente Plattformregulierung“ und „Einführung eines digitalen Gewaltschutzgesetzes mit wirksamen Betroffenenrechten“ von der Regierung. Die insgesamt 10 Forderungen wurden von Stars wie Annika Lau, 47, Jasna Fritzi Bauer, 37, und Jella Haase, 33, unterzeichnet.
Spanien beispielsweise, wo Collien Fernandes zuletzt mit ihrem Ex-Mann Christian Ulmen, 50, und der gemeinsamen Tochter lebte, könnte hier als Vorreiter fungieren: Das Land geht schon seit Jahren entschieden gegen geschlechtsspezifische Gewalt vor. Auch die deutsche Justizministerin Stefanie Hubig, 57, will die „Strafbarkeitslücke“ in Deutschland schließen: „Wir wollen dafür sorgen, dass sich Täter nicht mehr sicher fühlen können, sondern dass sie damit rechnen müssen, dass sie bekannt und wirksam strafrechtlich verfolgt werden“, erklärte die Politikerin gegenüber „n-TV“. Damit hat Collien Fernandes einen Prozess in Gang gesetzt, der unsere Gesellschaft entscheidend verändern könnte.
Verwendete Quellen: instagram.com, faz.de, n-tv.de, tagesschau.de, alles-muenster.de, wdr.de, t-online.de, spiegel.de
Quelle: Gala
