Multitasking: Auch Übung verschiebt die Grenzen nicht
Die Grenzen des Multitasking sind enger gesteckt als viele glauben. Auch wer fleißig übt, kann laut einer neuen Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Fernuniversität in Hagen und der Medical School Hamburg zwei Aufgaben nicht gleichzeitig erledigen. Das Gehirn bearbeitet sie lediglich sehr schnell nacheinander. Grenzen Multitasking steht dabei im Mittelpunkt.

Die wichtigsten Fakten
- Das Gehirn kann Aufgaben nicht parallel, sondern nur nacheinander bearbeiten.
- Durch Übung optimiert das Gehirn die Reihenfolge der Aufgabenbearbeitung.
- Bei kleinsten Veränderungen an den Aufgaben steigt die Fehlerquote.
- Multitasking kann im Alltag, z.B. beim Autofahren, riskant sein.
| Event | Ergebnis | Datum | Ort | Schlüsselmomente |
|---|---|---|---|---|
| Studie zu Multitasking | Gehirn arbeitet Aufgaben nacheinander ab | – | Halle, Hagen, Hamburg | Optimierung der Aufgabenreihenfolge, erhöhte Fehlerquote bei Veränderungen |
Wie funktioniert Multitasking wirklich?
Multitasking ist eigentlich ein Mythos. Unser Gehirn kann Aufgaben nicht parallel verarbeiten, sondern schaltet blitzschnell zwischen ihnen hin und her. Durch Übung können wir diese Umschaltprozesse optimieren, sodass sie uns kaum noch bewusst werden. Dennoch bleibt es eine serielle Abarbeitung, bei der die Aufmerksamkeit immer nur auf eine Sache gleichzeitig gerichtet ist.
Das Phänomen des „Virtually Perfect Time Sharing“ wurde lange als Beweis für parallele Verarbeitung im Gehirn angesehen. Die neue Studie widerlegt diese Annahme jedoch. (Lesen Sie auch: Ber Flugbetrieb Unterbrochen: Ufo-Sichtung Sorgte für Störung)
Die Studie im Detail
Für die Studie absolvierten die Teilnehmer zwei Aufgaben gleichzeitig: Mit der rechten Hand die Größe eines kurz eingeblendeten Kreises anzeigen und gleichzeitig beurteilen, ob ein abgespielter Ton hoch, mittel oder tief war. Gemessen wurden Reaktionszeit und Fehlerquote. Die Tests wurden über mehrere Tage wiederholt.
Was bedeutet das Ergebnis?
Laut Psychologe Tilo Strobach von der Medical School Hamburg zeigt die Studie, dass Multitasking im Alltag, beispielsweise beim Autofahren oder in Berufen mit vielen parallelen Aufgaben, ein erhebliches Risiko darstellen kann. Konzentration auf eine Aufgabe ist entscheidend für fehlerfreies Arbeiten.
Wie Stern berichtet, optimiert das Gehirn lediglich die Reihenfolge der einzelnen Verarbeitungsschritte, sodass diese sich weniger gegenseitig behindern. (Lesen Sie auch: Vergewaltigung Jugendzentrum: Ermittlungen nach Versäumnissen)
Grenzen der Optimierung
Die Forscher um Torsten Schubert von der Universität Halle stellten fest, dass selbst kleinste Veränderungen an den Aufgaben zu einer höheren Fehlerquote und längeren Reaktionszeiten führten. Dies deutet darauf hin, dass die Optimierung der Aufgabenreihenfolge ihre Grenzen hat.
Weitere Informationen zu den Grenzen der menschlichen Informationsverarbeitung finden sich auf wissenschaft.de.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Multitasking lernen?
Man kann lernen, schneller zwischen Aufgaben hin- und herzuschalten. Echte Parallelverarbeitung findet im Gehirn jedoch nicht statt. Die Effizienzsteigerung beruht auf Optimierung, nicht auf gleichzeitiger Ausführung.

Welche Risiken birgt Multitasking im Alltag?
Multitasking kann zu erhöhter Fehleranfälligkeit und längeren Bearbeitungszeiten führen. Besonders in Situationen, die hohe Konzentration erfordern, wie beim Autofahren, kann es gefährlich sein. (Lesen Sie auch: Arzt Hannover Bewährung: Nacktfotos an Minderjährige Geschickt)
Wie kann man die Konzentration verbessern?
Regelmäßige Pausen, ausreichend Schlaf und eine ruhige Arbeitsumgebung können die Konzentration fördern. Auch spezielle Konzentrationstrainings können helfen, die Aufmerksamkeit gezielter zu steuern.
Welche Rolle spielt die Reihenfolge der Aufgaben beim Multitasking?
Die Reihenfolge, in der Aufgaben bearbeitet werden, ist entscheidend. Das Gehirn optimiert diese Reihenfolge, um Interferenzen zu minimieren und die Effizienz zu steigern. Diese Optimierung hat jedoch Grenzen.


