Die Einführung der Spritpreise 12 Uhr Regel hat offenbar nicht zu niedrigeren Preisen geführt, sondern die Gewinnmargen der Mineralölkonzerne erhöht. Wirtschaftsforscher ermittelten, dass insbesondere bei Superbenzin die Gewinnmarge in den ersten zwei Wochen nach der Reform um durchschnittlich 6 Cent pro Liter höher lag.

Die wichtigsten Fakten
- Gewinnmargen bei Superbenzin stiegen nach Einführung der 12-Uhr-Regel um 6 Cent pro Liter.
- Kein eindeutiger Effekt bei Dieselpreisen festgestellt, jedoch mögliche Anzeichen für ähnliche Entwicklung.
- Kleinere Tankstellenketten und unabhängige Anbieter verzeichneten die größten Margenanstiege.
- Regionale Unterschiede: Effekte in Süddeutschland besonders stark.
Auswirkungen der Spritpreise 12 Uhr Regel auf die Margen
Eine Studie des ZEW Mannheim (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) untersuchte die Auswirkungen der neuen Regelung. Laut Stern, der über die Studie berichtet, zeigt sich, dass die Gewinnmargen der Mineralölkonzerne gestiegen sind. Bei Diesel ließ sich kein eindeutiger Effekt feststellen, jedoch deuten einige Anzeichen auf eine ähnliche Entwicklung hin. (Lesen Sie auch: Mittagssprung Spritpreise: ADAC warnt vor Teuren Mittagsstunden)
⚠️ Wichtige Details aus der Originalmeldung:
- Aktenzeichen: azu
Wie beeinflusst die Marktstruktur die Preisgestaltung?
Die Studie zeigt, dass kleinere Ketten und unabhängige Anbieter die größten Margenanstiege verzeichneten, während große Ketten geringere Anstiege aufwiesen. DICE-Direktor Justus Haucap erklärt, dass größere Unternehmen möglicherweise kartellrechtliche Prüfungen fürchten und ihre Margen daher weniger stark erhöhen. (Lesen Sie auch: Spritpreise Aktuell: Mittags Teurer Tanken – so…)
Die Studie basierte auf Preisdaten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe in den 14 Tagen vor und nach der Reform am 1. April. Die Forscher analysierten die Preisentwicklung von Superbenzin und Diesel, um die Auswirkungen der Regelung zu quantifizieren.
Regionale Unterschiede bei den Spritpreisen
Regional waren die Effekte in Süddeutschland besonders ausgeprägt. Die Forscher vermuten, dass das höhere Pro-Kopf-Einkommen im Süden eine höhere Zahlungsbereitschaft und damit größere Margenanpassungen begünstigen könnte. Allerdings könnten auch regionale Unterschiede in den Lieferketten und bei der Rohölbeschaffung zu Kostenunterschieden führen, die die regionalen Preisreaktionen verstärken. (Lesen Sie auch: Spritpreise Aktuell: Koalition plant Schnelle Entlastungen)
Welche Rolle spielen Lieferketten und Rohölbeschaffung?
Jacob Schildknecht vom ZEW betont, dass die Margen bei Diesel im Beobachtungszeitraum stark schwankten, was eine eindeutige Quantifizierung erschwert. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass auch bei Diesel ein ähnlicher Effekt auftreten könnte. Die regionalen Unterschiede in den Lieferketten und der Rohölbeschaffung könnten ebenfalls eine Rolle spielen.

Die Ergebnisse der Studie werfen Fragen nach der Effektivität der Spritpreise 12 Uhr Regel auf. Es scheint, dass die Maßnahme nicht das gewünschte Ergebnis erzielt hat, nämlich eine Senkung des Preisniveaus. Stattdessen profitieren offenbar vor allem die Mineralölkonzerne von der neuen Regelung. Das DICE veröffentlicht regelmäßig Studien zu wettbewerbsökonomischen Themen. (Lesen Sie auch: Neue Tankregelung: Preissprung an Tankstellen um 12…)
Das Bundeskartellamt beobachtet die Entwicklungen auf dem Kraftstoffmarkt ebenfalls aufmerksam.



