Am 18. März jährt sich der Todestag von Guido Westerwelle zum zehnten Mal. Aus diesem Anlass widmet die ARD dem verstorbenen FDP-Politiker eine Dokumentation, die sein Leben und Wirken beleuchtet. Der Film soll einen Einblick in die Persönlichkeit Westerwelles geben, der laut Wegbegleitern anders war, als es sein öffentliches Image vermuten ließ.

Guido Westerwelle: Vom Aufstieg und Fall eines FDP-Politikers
Guido Westerwelle, geboren am 27. Dezember 1961 in Bad Honnef, war einer der profiliertesten und streitbarsten Politiker der FDP. Er begann seine politische Karriere in der FDP-Jugendorganisation Junge Liberale, deren Bundesvorsitzender er von 1983 bis 1988 war. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und der Promotion zum Dr. jur. engagierte sich Westerwelle zunehmend in der Bundespolitik.
Von 1994 bis 2013 war Westerwelle Mitglied des Deutschen Bundestages. 2001 übernahm er den Parteivorsitz der FDP und führte die Partei bei der Bundestagswahl 2009 zum bis dahin besten Ergebnis ihrer Geschichte. Mit 14,6 Prozent der Stimmen zog die FDP als Koalitionspartner der CDU/CSU in die Regierung ein.
Im Kabinett Merkel II übernahm Westerwelle das Amt des Bundesministers des Auswärtigen und war zugleich Vizekanzler. Seine Amtszeit war von kontroversen Entscheidungen und öffentlicher Kritik geprägt. Nach dem Scheitern der FDP bei der Bundestagswahl 2013 zog sich Westerwelle aus der ersten Reihe der Politik zurück. (Lesen Sie auch: Landtagswahl BW 2026: Alle Infos zu Termin,…)
ARD-Dokumentation zum zehnten Todestag
Die ARD-Dokumentation „Westerwelle“, die ab Montag in der ARD-Mediathek verfügbar ist, zeichnet ein umfassendes Bild des Politikers. Der Film von Jobst Knigge beleuchtet sowohl die politischen Erfolge als auch die persönlichen Herausforderungen Westerwelles. Wegbegleiter, Freunde und politische Gegner kommen zu Wort und schildern ihre Eindrücke von dem FDP-Politiker.
Ein besonderer Fokus liegt auf Westerwelles schwerer Erkrankung. Im Juni 2014 wurde bei ihm Leukämie diagnostiziert. Sein Ehemann Michael Mronz berichtet im Film, wie zufällig die Diagnose gestellt wurde. Demnach hatte sich Westerwelle beim Joggen auf Mallorca einen Meniskusriss zugezogen. Im Zuge der notwendigen Operation seien dann auffällige Blutwerte festgestellt worden, wie der General-Anzeiger Bonn berichtet.
Trotz intensiver Behandlung erlag Guido Westerwelle am 18. März 2016 den Folgen der Krankheit. Er starb im Alter von nur 54 Jahren. Sein Tod löste parteiübergreifend Bestürzung und Trauer aus.
Reaktionen und Erinnerungen an Guido Westerwelle
Zahlreiche Politiker und Wegbegleiter haben sich zum zehnten Todestag von Guido Westerwelle geäußert. Viele würdigen ihn als einen brillanten Redner, einen leidenschaftlichen Streiter für die Freiheit und einen überzeugten Europäer. Andere erinnern an seine menschliche Wärme und seinen Humor. (Lesen Sie auch: Karin Teigl spricht über Trennung und Liebes-Comeback)
Christian Lindner, der heutige FDP-Bundesvorsitzende, würdigte Westerwelle als einen „großen Liberalen“ und einen „mutigen Vordenker“. Er habe die FDP in einer schwierigen Zeit übernommen und zu neuen Erfolgen geführt. Auch der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) äußerte sich anerkennend über Westerwelle. Er habe ihn als einen „respektablen politischen Gegner“ kennengelernt.
Besonders persönlich fiel die Erinnerung von Michael Mronz aus. „Ich vermisse ihn als Politiker und als Freund“, sagte er gegenüber dem General-Anzeiger Bonn. Westerwelle habe eine große Lücke hinterlassen, die nur schwer zu schließen sei.
Guido Westerwelle: Politisches Erbe und Vermächtnis
Guido Westerwelle hat die FDP und die deutsche Politik nachhaltig geprägt. Er war ein Verfechter der Bürgerrechte, der Marktwirtschaft und der europäischen Integration. Seine pointierten Reden und seine provokanten Thesen sorgten oft für Aufsehen und Kontroversen.

Westerwelle war ein Meister der Inszenierung und verstand es, die Medien für seine politischen Ziele zu nutzen. Seine Auftritte waren oft spektakulär und unkonventionell. Damit polarisierte er zwar, schaffte es aber auch, die FDP in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken. (Lesen Sie auch: Beyoncé im Fokus: Album-Trilogie, Met Gala &…)
Sein politisches Erbe ist bis heute umstritten. Während einige ihn als einen Visionär und Reformer sehen, kritisieren andere seinen Populismus und seine mangelnde Kompromissbereitschaft. Unbestritten ist jedoch, dass Westerwelle einer der prägendsten Politiker der Nachkriegszeit war. Einen Einblick in sein Leben bietet auch die Deutsche Digitale Bibliothek.
Die FDP hat sich seit Westerwelles Tod verändert. Unter Christian Lindner hat sie sich zu einer wirtschaftsliberalen Partei mit einem stärkeren Fokus auf die Mittelschicht entwickelt.
Ausblick
Die ARD-Dokumentation über Guido Westerwelle bietet die Möglichkeit, das Leben und Wirken des FDP-Politikers neu zu bewerten. Der Film wird sicherlich zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Westerwelles politischem Erbe und seinem Vermächtnis führen. Es bleibt zu hoffen, dass die Dokumentation dazu beiträgt, ein differenziertes und ausgewogenes Bild von einem der schillerndsten Politiker der deutschen Nachkriegszeit zu zeichnen.
Häufig gestellte Fragen zu guido westerwelle
Wann genau ist Guido Westerwelle gestorben?
Guido Westerwelle starb am 18. März 2016 in Köln. Er erlag den Folgen einer Leukämie-Erkrankung, die bei ihm im Juni 2014 diagnostiziert worden war. Westerwelle wurde nur 54 Jahre alt. (Lesen Sie auch: Wago Smart Home: Matter-Produkte für professionelle)
Welche politischen Ämter hatte Guido Westerwelle inne?
Guido Westerwelle war von 2001 bis 2011 Bundesvorsitzender der FDP. Von 2009 bis 2013 war er Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzler in der Regierung von Angela Merkel. Zudem war er von 1994 bis 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Wie wurde die Leukämie bei Guido Westerwelle entdeckt?
Die Diagnose Leukämie wurde bei Guido Westerwelle im Juni 2014 zufällig gestellt. Er hatte sich beim Joggen auf Mallorca einen Meniskusriss zugezogen. Im Rahmen der notwendigen Operation wurden auffällige Blutwerte festgestellt, die zur Diagnose Leukämie führten.
Was waren die größten politischen Erfolge von Guido Westerwelle?
Als größter politischer Erfolg Westerwelles gilt die Bundestagswahl 2009, bei der die FDP mit 14,6 Prozent der Stimmen ihr bis dahin bestes Ergebnis erzielte. Zudem setzte er sich für eine Steuerreform und den Abbau von Bürokratie ein.
Welche Kontroversen gab es um Guido Westerwelle?
Westerwelle war für seine pointierten Reden und provokanten Thesen bekannt, die oft für Kontroversen sorgten. Kritisiert wurde unter anderem sein Auftreten als „Spaßpartei“-Chef und seine Rolle im Zusammenhang mit der Libyen-Politik der Bundesregierung.

