Schlagwort: Jugendgewalt

  • Hamburg: 15-Jähriger stürzt von Balkon in den Tod – Haftstrafen für sieben Angreifer

    Hamburg: 15-Jähriger stürzt von Balkon in den Tod – Haftstrafen für sieben Angreifer

    Während eines Überfalls in Hamburg versuchte ein 15-Jähriger, über den Balkon zu flüchten. Dabei stürzte er in den Tod. Zehn junge Männer standen als Angeklagte vor Gericht.

    Elf Monate nach dem tödlichen Sturz eines 15-Jährigen aus einem Hochhaus hat das Landgericht Hamburg zehn Angeklagte schuldig gesprochen. Sieben von ihnen wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Nach Feststellung der Jugendkammer überfielen die zehn Angeklagten und ein weiterer Mittäter in der Nacht zum 14. April vergangenen Jahres die Wohnung eines Bekannten im Stadtteil Wilstorf. Acht Männer stürmten die Wohnung im achten Stock, während die drei anderen Angeklagten vor dem Haus Schmiere standen. Ein 15-jähriger Bewohner versuchte dabei, über den Balkon zu flüchten und verlor den Halt.

    Die insgesamt vier Anwesenden in der Wohnung hatten den Angriff nach vorhergehenden Drohungen gefürchtet. „Ich schwöre bei Gott, ich werde den Speer in sein Herz stechen“, drohte einer der Angreifer über eine Textnachricht. Vorausgegangen waren mehrere gewaltsame Auseinandersetzungen an der Reeperbahn, am Jungfernstieg und schließlich vor dem Phoenixcenter. Den Streit vor dem Harburger Einkaufszentrum hatte die Polizei beendet.

    Balkonsturz als „Szene wie aus einem Horrorfilm“

    Als sich der Wohnungsinhaber weigerte, die Tür gegen 1.00 Uhr nachts zu öffnen, gingen die Angreifer mit Gewalt vor. Die Vorsitzende Richterin Ulrike Schönfelder beschrieb das Geschehen als „Szene wie aus einem Horrorfilm“. Einer der Angeklagten trat die Wohnungstür ein, ein anderer zerschlug mit einer Machete die gläserne Wohnzimmertür. Die bedrohten jungen Männer – nach damaligen Polizeiangaben drei im Alter zwischen 17 und 21 Jahren sowie der 15-Jährige – flüchteten in Todesangst auf den Balkon.

    Einer von ihnen kletterte auf einen versetzten Balkon ein Stockwerk tiefer, wobei er sich nach Angaben der Richterin am Blitzableiter festhielt. Der 15-Jährige stieg über die Brüstung in der Mitte des Balkons, verlor jedoch den Halt und stürzte in den Tod. Die Angreifer schlugen dem Wohnungsinhaber mit der Faust ins Gesicht und bedrohten seinen Begleiter mit einem Klappmesser. Erst als der Wohnungsinhaber rief: „Einer ist gestürzt, es sind Leute gestorben!“, ließen die Angeklagten von ihm ab und flüchteten aus der Wohnung. Ein damals 17-Jähriger, den die Richterin als Rädelsführer bezeichnete, griff sich noch eine Tasche und ein Handy.

    Polizei hörte alles mit an

    Minuten vor dem Überfall hatten die Überfallenen mit genau diesem Telefon die Polizei alarmiert. Bei der Flucht auf den Balkon hatte der Anrufer das Handy auf ein Sofa gelegt, ohne aufzulegen. Darum wurde das gut drei Minuten lange Tatgeschehen von der Polizei aufgezeichnet, wie Schönfelder erklärte. Als der 17-Jährige das Telefon an sich nahm, bemerkte er, dass die Polizei in der Leitung war. Daraufhin habe er sich unter einem falschen Namen gemeldet und gesagt, er sei betrunken und habe die Polizei versehentlich angerufen. Dann legte er auf.

    Die Angeklagten und die ihre Opfer kannten sich oder waren sogar befreundet. Der 15-jährige Jugendliche habe zwei Tage vor der Tat zusammen mit dem Rädelsführer einen jungen Mann entführt, der bei einer gemeinsamen Geldwäschetransaktion seine EC-Karte hatte sperren lassen. Zusammen hätten sie ihr Opfer einen Tag lang in der Wohnung in Wilstorf gefangen gehalten und gefoltert. „Der Tote war kein Unschuldslamm“, sagte Schönfelder über den nur einen Tag später vom Balkon gestürzten Jugendlichen. 

    Haft und Antigewalttraining

    Das Gericht sprach sieben Angeklagte wegen besonders schweren Raubes und Körperverletzung mit Todesfolge schuldig, drei weitere wegen Beihilfe. Der Rädelsführer, inzwischen 18 Jahre alt, erhielt eine Jugendstrafe von viereinhalb Jahren Haft. Mit sechs Jahren die höchste Strafe bekam ein 25-Jähriger, der wegen seines Alters nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt wurde. Ein weiterer 18-Jähriger, der ein umfassendes Geständnis ablegte, erhielt zwei Jahre Haft auf Bewährung. 

    Zwei junge Männer erhielten Schuldsprüche wegen Beihilfe und stehen bei Strafandrohung eines Jugendarrests für anderthalb Jahre unter Bewährung. Ein zehnter Angeklagter muss wegen Beihilfe ein Antigewalttraining absolvieren. Ein mutmaßlicher Mittäter floh nach Angaben der Richterin nach Syrien. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

    Quelle: Stern

  • Körperverletzung Biberach: Schlägerei am Dj-Pult

    Körperverletzung Biberach: Schlägerei am Dj-Pult



    Nachtleben: Streit am DJ-Pult? Gruppe prügelt 18-Jährigen bewusstlos

    Körperverletzung Biberach: Was führte zu der Attacke auf den 18-Jährigen?

    Eine mutmaßliche körperverletzung in Biberach an einem 18-Jährigen, der bei einer Party hinter dem DJ-Pult stand, beschäftigt die Polizei. Nach einem Streit soll eine Gruppe den jungen Mann bewusstlos geschlagen und getreten haben. Die Hintergründe der Auseinandersetzung sind noch nicht vollständig geklärt, die Polizei sucht Zeugen.

    Symbolbild zum Thema Körperverletzung Biberach
    Symbolbild: Körperverletzung Biberach (Bild: Picsum)

    Angriff nach Aufforderung zum Unterlassen

    Laut Polizeiangaben soll eine Gruppe von etwa acht Personen unbefugt an den Geräten am DJ-Pult hantiert haben. Der 18-Jährige forderte sie auf, dies zu unterlassen. Daraufhin soll ein Mitglied der Gruppe dem jungen Mann ins Gesicht geschlagen haben, wodurch dieser bewusstlos zu Boden ging. (Lesen Sie auch: Nachtleben: Streit am DJ-Pult? Gruppe prügelt 18-Jährigen…)

    Täter traten auf Opfer ein

    Nachdem der 18-Jährige am Boden lag, sollen mehrere Mitglieder der Gruppe auf ihn eingetreten haben. Erst das Eingreifen umstehender Personen verhinderte Schlimmeres, woraufhin die Angreifer flüchteten. Wie Stern berichtet, sollen einzelne Täter später nochmals auf den jungen Mann zugegangen sein und ihn erneut attackiert haben.

    Die wichtigsten Fakten

    • 18-Jähriger in Biberach bewusstlos geschlagen und getreten
    • Auseinandersetzung am DJ-Pult als mutmaßlicher Auslöser
    • Gruppe von etwa acht Personen beteiligt
    • Polizei sucht Zeugen des Vorfalls

    Leichte Verletzungen und Behandlung vor Ort

    Der 18-Jährige erlitt durch die Angriffe leichte Verletzungen. Nach der Attacke wurde er vor Ort medizinisch versorgt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nach Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben und Hinweise zu den Tätern geben können. (Lesen Sie auch: Sieben Weltwunder: Was macht Ihre Faszination bis…)

    Wie geht es weiter?

    Die Polizei Biberach hat ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet. Die Beamten sicherten Spuren am Tatort und befragen Zeugen, um die Täter zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Hinweise nimmt die Polizei Biberach unter der Telefonnummer [Telefonnummer der Polizei Biberach, falls vorhanden] entgegen. Die Aufklärung des Falls ist von großer Bedeutung, um ein Zeichen gegen Gewalt im Nachtleben zu setzen.

    Die Sicherheit im Nachtleben ist ein wichtiges Thema. Initiativen wie „Sicher feiern in Baden-Württemberg“ (Link zum Innenministerium BW) setzen sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol und Drogen sowie für die Prävention von Gewalt ein. (Lesen Sie auch: Erinnerungsstücke Behalten: Deutsche Hängen an Alten Dingen)

    Detailansicht: Körperverletzung Biberach
    Symbolbild: Körperverletzung Biberach (Bild: Picsum)
    Illustration zu Körperverletzung Biberach
    Symbolbild: Körperverletzung Biberach (Bild: Picsum)