Coltan aus dem Kongo steckt in Handys und Laptops weltweit. Doch der Preis für den Rohstoff ist hoch: Wieder tötet eine Schlammlawine vieleMenschen.
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat eine Schlammlawine in einer Coltan-Mine mehr als 100 Menschen begraben. Der Erdrutsch sei in den frühen Morgenstunden in der Stadt Masisi in der Provinz Nord-Kivu durch heftige Regenfälle ausgelöst worden, sagte Polizeisprecher Robert Kasongo der Deutschen Presse-Agentur. Rettungskräften suchten weiter nach Toten und möglichen Überlebenden.
Bereits am Dienstag war es, ebenfalls in Masisi, zu einem ähnlichen Vorfall in einem anderen Steinbruch gekommen, in dem Coltan abgebaut wird. Dort waren zahlreichen Medienberichten zufolge bis zu 200 Menschen durch einen Erdrutsch getötet worden. Auch im Januar kam es in dem Gebiet zu einer ähnlichen Katastrophe mit Dutzenden Toten.
Die Arbeitsbedingungen in vielen Minen des rohstoffreichen Landes gelten als prekär – Sicherheitstechnik ist häufig nicht vorhanden, in zahlreichen Minen gibt es auch Kinderarbeit.
Die Stadt Masisi steht seit Mitte 2024 unter Kontrolle der Rebellengruppe M23, die dort und in anderen Teilen des Ostkongo den Bergbau kontrolliert. Die reichen Rohstoffe des Landes – neben Coltan auch Gold und Zinn – befeuern den seit mehr als 30 Jahren andauernden Konflikt in der Region, in der mehr als 100 bewaffnete Milizen sowie Soldaten aus dem benachbarten Ruanda aktiv sind.
Coltan, aus dem vor allem das Metall Tantal gewonnen wird, spielt eine zentrale Rolle in der Mikroelektronik. Das Metall ist für viele elektronische Geräte unabdingbar, einschließlich Mobiltelefonem, Laptops und Flachbildschirme. Aufgrund seiner Hitze- und Korrosionsbeständigkeit wird Tantal außerdem in der Automobilindustrie und Luftfahrt sowie für medizinische Geräte benötigt.
Bei einem schweren Minenunglück im Kongo sind über 100 Arbeiter in einer Coltan-Mine von einem Erdrutsch verschüttet worden. Ausgelöst durch heftige Regenfälle ereignete sich das Unglück in den frühen Morgenstunden in der Stadt Masisi, Provinz Nord-Kivu. Rettungskräfte suchen nach Überlebenden und Opfern. Minenunglück Kongo steht dabei im Mittelpunkt.
Symbolbild: Minenunglück Kongo (Bild: Picsum)
Einsatz-Übersicht
Einsatz-Übersicht
Datum/Uhrzeit: Frühe Morgenstunden, unbekanntes Datum
Ort: Masisi, Nord-Kivu, Demokratische Republik Kongo
Art des Einsatzes: Erdrutsch in Coltan-Mine
Beteiligte Kräfte: Rettungskräfte
Verletzte/Tote: Über 100 verschüttete Arbeiter, genaue Anzahl der Toten unbekannt
Sachschaden: Unbekannt
Ermittlungsstand: Laufende Such- und Bergungsarbeiten
Zeugenaufruf: Nicht zutreffend
Was ist bisher bekannt?
Ein Erdrutsch hat in einer Coltan-Mine in Masisi im Osten des Kongo über 100 Arbeiter unter sich begraben. Wie Stern berichtet, wurden die Rettungsarbeiten eingeleitet, um nach möglichen Überlebenden zu suchen. Die Stadt Masisi befindet sich in der Provinz Nord-Kivu. (Lesen Sie auch: Unfälle: Erdrutsch begräbt über 100 Arbeiter in…)
Wie kam es zu dem Minenunglück im Kongo?
Der Erdrutsch wurde durch heftige Regenfälle ausgelöst, die die Region in den frühen Morgenstunden heimsuchten. Die starken Niederschläge führten dazu, dass sich eine Schlammlawine löste und die Coltan-Mine, in der die Arbeiter tätig waren, unter sich begrub. Die instabile Beschaffenheit des Geländes in Verbindung mit den Regenfällen trug maßgeblich zu dem Unglück bei.
Weitere Vorfälle in der Region
Bereits am Dienstag ereignete sich in Masisi ein ähnlicher Vorfall in einem anderen Coltan-Steinbruch, bei dem Medienberichten zufolge bis zu 200 Menschen durch einen Erdrutsch ums Leben kamen. Auch im Januar kam es in dem Gebiet zu einer ähnlichen Katastrophe mit zahlreichen Toten. Diese Ereignisse verdeutlichen die prekären Arbeitsbedingungen und Sicherheitsstandards in den Minen der Region. (Lesen Sie auch: Epstein Files Deutsch: Hunderte Promis im Skandal…)
Prekäre Arbeitsbedingungen im Coltan-Abbau
Die Arbeitsbedingungen in vielen Minen der Demokratischen Republik Kongo, einem rohstoffreichen Land, gelten als äußerst riskant. Oftmals fehlt es an grundlegender Sicherheitstechnik, und in zahlreichen Minen wird Kinderarbeit eingesetzt. Die Ausbeutung der Rohstoffe, insbesondere Coltan, erfolgt häufig unter Missachtung grundlegender Menschenrechte und Sicherheitsstandards.
📌 Hintergrund
Coltan, aus dem vor allem das Metall Tantal gewonnen wird, ist ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von elektronischen Geräten wie Mobiltelefonen, Laptops und Flachbildschirmen. Die Demokratische Republik Kongo verfügt über große Coltan-Vorkommen. (Lesen Sie auch: überschwemmung Nairobi: Mindestens 23 Tote nach Unwetter)
Konflikte um Rohstoffe im Kongo
Die Stadt Masisi steht seit Mitte 2024 unter der Kontrolle der Rebellengruppe M23, die dort und in anderen Teilen des Ostkongo den Bergbau kontrolliert. Die reichen Rohstoffvorkommen des Landes, darunter Coltan, Gold und Zinn, befeuern den seit über 30 Jahren andauernden Konflikt in der Region. Mehr als 100 bewaffnete Milizen sowie Soldaten aus dem benachbarten Ruanda sind dort aktiv. Laut Bundeszentrale für politische Bildung ist der Abbau von Coltan häufig mit Konflikten verbunden.
Häufig gestellte Fragen
Wo genau ereignete sich das Minenunglück im Kongo?
Das Minenunglück ereignete sich in einer Coltan-Mine in der Stadt Masisi, die in der Provinz Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo liegt. Die Region ist bekannt für ihren Coltan-Abbau und die damit verbundenen Konflikte. (Lesen Sie auch: Buckelwal Regenbogen: Spektakuläres Naturschauspiel in Costa Rica)
Symbolbild: Minenunglück Kongo (Bild: Picsum)
Welche Rolle spielt Coltan in der Elektronikindustrie?
Coltan ist eine wichtige Ressource, aus der das Metall Tantal gewonnen wird. Tantal wird in Kondensatoren für elektronische Geräte wie Smartphones, Laptops und andere elektronische Geräte verwendet und ist aufgrund seiner Hitzebeständigkeit unverzichtbar.
Welche Gefahren bestehen beim Coltan-Abbau im Kongo?
Der Coltan-Abbau im Kongo ist oft mit prekären Arbeitsbedingungen, fehlender Sicherheitstechnik und Kinderarbeit verbunden. Zudem befeuern die Rohstoffvorkommen Konflikte in der Region, was die Situation zusätzlich verschärft. Amnesty International thematisiert die Problematik des Coltan-Abbaus im Kongo.