Schlagwort: Michael Mronz

  • Guido Westerwelle (†): Lebensgefährte verrät, welcher Satz seines Arztes alles veränderte

    Guido Westerwelle (†): Lebensgefährte verrät, welcher Satz seines Arztes alles veränderte

    Zehn Jahre nach Guido Westerwelles Tod spricht Lebensgefährte Michael westerwelle-todestag/“ title=“Michael Mronz über Guido Westerwelle: Er denkt fast täglich an ihn“>Mronz über Trauer, Liebe und das Versprechen, das er ihm gab.

    Wenn Michael Mronz, 59, gefragt wird, was ihm als Erstes in den Sinn kommt, wenn er an seinen vor zehn Jahren verstorbenen Lebensgefährten Guido Westerwelle denkt, antwortet er: „Sein Lächeln. Fröhlich, positiv, neugierig.“

    13 Jahre war der Sportmanager an der Seite des ehemaligen Vizekanzlers und FDP-Politikers – von 2003 bis zu dessen Tod am 18. März 2016. Am kommenden Mittwoch jährt sich der Todestag des FDP-Politikers zum zehnten Mal. Im Interview mit dem „Stern“ spricht Mronz darüber, was von dieser Liebe geblieben ist.

    Guido Westerwelle (†): Lebensgefährte verrät, welcher Satz seines Arztes alles veränderte

    Schon vor seiner Erkrankung hatte Guido Westerwelle zu Michael Mronz gesagt: „Wenn mir etwas passiert, versprich mir eines – lebe dein Leben und sei glücklich.“ Als Außenminister war Westerwelle ständig unterwegs, wusste, dass ihm etwas zustoßen konnte. Für ihn als rationalen Menschen gehörte es dazu, solche Dinge auszusprechen, erklärt Mronz im Gespräch mit „Stern“.

    Michael Mronz mit einem Bild des verstorbenen Guido Westerwelle.
    © imago/VISTAPRESS

    Den entscheidenden Perspektivwechsel aber brachte ein Satz vom behandelnden Professor Hallek, kurz nach der Leukämie-Diagnose: „Herr Mronz, 13 Jahre erwiderte Liebe sind ein Privileg.“ Das sei, erinnert sich Mronz, „ein echter Gamechanger“ gewesen. Denn ab diesem Moment „ging es nicht mehr um das Warum des Endes, sondern um Dankbarkeit für alles bis dahin“.

    Respekt statt Mitleid

    Die Zeit der Krankheit hätten sie bewusst offen gelebt. Da Guido Westerwelles Erkrankung ohnehin öffentlich werden würde, entschieden sie, offensiv damit umzugehen – damit niemand spekulieren musste und sie sich auf die Behandlung konzentrieren konnten. Klagen oder Selbstmitleid? Fehlanzeige. Westerwelle habe kein einziges Mal Mitleid für sich beansprucht. Stattdessen habe er oft gesagt: „Was tue ich dir mit meiner Krankheit an?“

    Michael Mronz wird an der Beerdigung von Guido Westerwelle im April 2016 von dem damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck getröstet. Westerwelle wurde nur 54 Jahre alt.
    © Federico Gambarini

    Privat sei Guido Westerwelle stets zugewandt und loyal gewesen – weit entfernt von dem kantigen Politiker, den die Öffentlichkeit kannte. In 13 gemeinsamen Jahren hätten sie kein einziges Mal gestritten. „Diese Missverständnisse, aus denen bei anderen Paaren oft Streit entsteht, gab es bei uns nicht. Weil wir grundsätzlich davon ausgingen, dass der andere es gut meint. Das verändert viel.“

    Michael Mronz „denke fast jeden Tag an Guido“

    Dass diese Liebe auch nach außen hin sichtbar war, zeigt eine kleine Geschichte, die Michael Mronz im „Stern“-Interview erzählt: Ein junger Arzt aus Deutschland sprach ihn einmal auf der Straße in New York an und sagte: „Danke, dass Sie Ihr Leben zu zweit so selbstverständlich gelebt haben. Das hat mir den Mut gegeben, mich vor meinen Eltern zu outen.“ Genau das sei es gewesen, worum es Guide Westerwelle gegangen sei – nicht um Aktivismus, sondern darum zu zeigen, dass es normal ist.

    „So haben wir es auch als Paar gehalten: Wir sind einfach gemeinsam zu Veranstaltungen gegangen. Jeder konnte sich seinen Teil denken.“ Den Todestag betrachtet Michael Mronz nüchtern: „Der Todestag selbst ist ja nichts Positives.“ Er brauche kein Datum für die Erinnerung: „Ich denke ohnehin fast jeden Tag an ihn. Das, was Guido und ich hatten, trägt mich bis heute.“

    Verwendete Quelle: stern.de

    Quelle: Gala

  • Michael Mronz über Guido Westerwelle: Er denkt fast täglich an ihn

    Michael Mronz über Guido Westerwelle: Er denkt fast täglich an ihn

    Zehn Jahre nach Guido Westerwelles Tod spricht Lebensgefährte Michael Mronz über Trauer, Liebe und das Versprechen, das er ihm gab.

    Wenn Michael Mronz, 59, gefragt wird, was ihm als Erstes in den Sinn kommt, wenn er an seinen verstorbenen Partner denkt, antwortet er: „Sein Lächeln. Fröhlich, positiv, neugierig.“ 13 Jahre war der Sportmanager an der Seite von Guido Westerwelle – von 2003 bis zu dessen Tod am 18. März 2016. Am kommenden Mittwoch jährt sich der Todestag des FDP-Politikers zum zehnten Mal. Im Interview mit dem „Stern“ spricht Mronz darüber, was von dieser Liebe geblieben ist.

    „Lebe dein Leben und sei glücklich“

    Schon vor seiner Erkrankung hatte Westerwelle zu Mronz gesagt: „Wenn mir etwas passiert, versprich mir eines – lebe dein Leben und sei glücklich.“ Als Außenminister war Westerwelle ständig unterwegs, wusste, dass ihm etwas zustoßen konnte. Für ihn als rationalen Menschen gehörte es dazu, solche Dinge auszusprechen, erklärt Mronz in dem Gespräch.

    Den entscheidenden Perspektivwechsel aber brachte ein Satz vom behandelnden Professor Hallek, kurz nach der Leukämie-Diagnose: „Herr Mronz, 13 Jahre erwiderte Liebe sind ein Privileg.“ Das sei, erinnert sich Mronz, „ein echter Gamechanger“ gewesen. Denn ab diesem Moment „ging es nicht mehr um das Warum des Endes, sondern um Dankbarkeit für alles bis dahin“.

    Respekt statt Mitleid

    Die Zeit der Krankheit hätten sie bewusst offen gelebt. Da Westerwelles Erkrankung ohnehin öffentlich werden würde, entschieden sie, offensiv damit umzugehen – damit niemand spekulieren musste und sie sich auf die Behandlung konzentrieren konnten. Klagen oder Selbstmitleid? Fehlanzeige. Westerwelle habe kein einziges Mal Mitleid für sich beansprucht. Stattdessen habe er oft gesagt: „Was tue ich dir mit meiner Krankheit an?“

    Privat sei Westerwelle stets zugewandt und loyal gewesen – weit entfernt von dem kantigen Politiker, den die Öffentlichkeit kannte. In 13 gemeinsamen Jahren hätten sie kein einziges Mal gestritten. „Diese Missverständnisse, aus denen bei anderen Paaren oft Streit entsteht, gab es bei uns nicht. Weil wir grundsätzlich davon ausgingen, dass der andere es gut meint. Das verändert viel.“

    „Es ging darum zu zeigen, dass es normal ist“

    Dass diese Liebe auch nach außen hin sichtbar war, zeigt eine kleine Geschichte, die Mronz im „Stern“-Interview erzählt: Ein junger Arzt aus Deutschland sprach ihn einmal auf der Straße in New York an und sagte: „Danke, dass Sie Ihr Leben zu zweit so selbstverständlich gelebt haben. Das hat mir den Mut gegeben, mich vor meinen Eltern zu outen.“ Genau das sei es gewesen, worum es Westerwelle gegangen sei – nicht um Aktivismus, sondern darum zu zeigen, dass es normal ist. „So haben wir es auch als Paar gehalten: Wir sind einfach gemeinsam zu Veranstaltungen gegangen. Jeder konnte sich seinen Teil denken.“

    Den Todestag betrachtet Mronz nüchtern: „Der Todestag selbst ist ja nichts Positives.“ Er brauche kein Datum für die Erinnerung: „Ich denke ohnehin fast jeden Tag an ihn. Das, was Guido und ich hatten, trägt mich bis heute.“

    Quelle: Gala