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  • Antonio Banderas: Aktuelle Projekte und Karriere im Mai 2026

    Antonio Banderas: Aktuelle Projekte und Karriere im Mai 2026

    Antonio Banderas, der spanische Schauspieler, Regisseur und Produzent, bleibt auch am 02.05.2026 eine prägende Figur der internationalen Unterhaltungsbranche. Sein Engagement reicht von Hollywood-Produktionen bis hin zu tief verwurzelten kulturellen Projekten in seiner Heimat Málaga.

    Das Wichtigste in Kürze:

    • Antonio Banderas konzentriert sich stark auf sein Teatro del Soho CaixaBank in Málaga und plant dessen Erweiterung mit einem neuen, flexibleren Theaterraum.
    • Sein Musical „Godspell“, das er inszenierte, war bis Januar 2026 im Teatro del Soho zu sehen.
    • Er spielt eine Hauptrolle im Action-Thriller „Above and Beyond“, dessen Dreharbeiten im Juli 2025 stattfanden.
    • Banderas war als Synchronsprecher in „Paddington in Peru“ (Interviews im Februar 2025) zu hören.
    • Die von ihm 2010 gegründete „Fundación Lágrimas y Favores“ hat über 2 Millionen Euro für Bildung und soziale Zwecke ausgeschüttet.
    • Antonio Banderas wurde am 10. August 1960 in Málaga geboren und ist heute 65 Jahre alt.
    • Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Cannes Film Festival Award als Bester Schauspieler für „Leid und Herrlichkeit“.

    Antonio Banderas: Sein aktueller Fokus auf Theater und Film im Mai 2026

    José Antonio Domínguez Bandera, besser bekannt als Antonio Banderas, ist eine feste Größe in der globalen Unterhaltungslandschaft. Am 02. Mai 2026 blickt der 65-jährige spanische Künstler auf eine beeindruckende Karriere zurück, die von Hollywood-Blockbustern bis zu tiefgründigen Theaterprojekten reicht. Sein aktueller Fokus liegt jedoch nicht nur auf der Leinwand, sondern verstärkt auf der Bühne seiner Heimatstadt Málaga. Deshalb prägt er die Kulturlandschaft seiner andalusischen Heimat aktiv mit, was seine Vielseitigkeit und sein Engagement unterstreicht.

    Antonio Banderas, geboren am 10. August 1960 in Málaga, hat sich über Jahrzehnte hinweg als vielseitiger Schauspieler, Regisseur und Produzent etabliert. Seine Fähigkeit, sowohl in spanischen als auch in englischsprachigen Produktionen zu glänzen, machte ihn zu einem der bekanntesten spanischen Exporte Hollywoods. Aktuell widmet er sich mit großer Leidenschaft seinem Teatro del Soho CaixaBank in Málaga, einem Projekt, das ihm nach eigenen Angaben besonders am Herzen liegt. Zudem bleibt er weiterhin in verschiedenen Filmproduktionen aktiv, was seine anhaltende Relevanz in der Filmwelt beweist.

    Das Teatro del Soho CaixaBank: Antonio Banderas‘ Herzensprojekt in Málaga

    Das Teatro del Soho CaixaBank in Málaga ist für Antonio Banderas weit mehr als nur eine Spielstätte; es ist ein persönliches Herzensprojekt, das nach einem Herzinfarkt im Jahr 2017 für ihn eine neue Lebensausrichtung darstellte. Dieses Ereignis, das er selbst als „Segen“ bezeichnete, führte zu einer Neuausrichtung seiner Prioritäten und einer verstärkten Konzentration auf seine Wurzeln und die Kulturförderung in Málaga. Folglich ist das Theater zu einem zentralen Bestandteil seines Schaffens geworden.

    Im April 2026 kündigte Antonio Banderas an, das Projekt des Teatro del Soho CaixaBank erweitern zu wollen. Er plant einen neuen, flexibleren Theaterraum, eine sogenannte „Black Box“, in Málaga. Dieser zusätzliche Raum soll es ermöglichen, ein breiteres Spektrum an Aufführungen zu präsentieren und zeitgenössischen Darstellungsformen gerecht zu werden, die im traditionellen „Teatro a la italiana“ des Soho eingeschränkt sind. Darüber hinaus äußerte Banderas den Wunsch, eine Dependance des Soho in Madrid zu etablieren, was seine Ambitionen für das Theater unterstreicht.

    Ein Beispiel für die erfolgreichen Produktionen im Teatro del Soho ist das Musical „Godspell“, das Antonio Banderas inszenierte und das bis zum 11. Januar 2026 im Spielplan stand. Nach einem triumphalen Start im Jahr 2022 und einer erfolgreichen Spanien-Tournee kehrte das Musical für eine magische Weihnachtszeit nach Málaga zurück. Antonio Banderas hat zudem die Rechte für eine neue Version des Musicals „Sweeney Todd“ erworben und plant, diese Produktion nicht vor Herbst 2027 auf die Bühne des Teatro del Soho zu bringen.

    Neue Filmprojekte und ikonische Sprecherrollen von Antonio Banderas

    Obwohl sein Fokus auf dem Theater liegt, bleibt Antonio Banderas ein gefragter Schauspieler in der Filmwelt. Er ist bekannt für seine charismatische Präsenz und seine Fähigkeit, sich in unterschiedlichste Rollen einzufügen. Beispielsweise war er im Juli 2025 in Gran Canaria mit den Dreharbeiten für den Action-Thriller „Above and Beyond“ unter der Regie von Jesse V. Johnson beschäftigt. In diesem Film verkörpert er die Figur Burns, einen Mann, der von Gewalt und vergangenen Wunden gezeichnet ist und dessen Präsenz Respekt und Furcht einflößt.

    Auch im Bereich der Animation ist Antonio Banderas weiterhin sehr aktiv. Er lieh seine markante Stimme dem beliebten Charakter des Gestiefelten Katers in der „Shrek“-Filmreihe und den Spin-offs. „Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch“ (2022) war ein großer Erfolg und erhielt eine Oscar-Nominierung. Im Februar 2025 gab Antonio Banderas Interviews zu seiner Rolle in „Paddington in Peru“. Er reflektierte im März 2026 auch über die Herausforderungen des Synchronsprechens, insbesondere bei einem so lauten Charakter wie dem Gestiefelten Kater, während er gleichzeitig auf der Bühne stand.

    Antonio Banderas im Interview bei Hora 25 im Januar 2026, wo er über sein Musical ‚Godspell‘, Hollywood und seine Beziehung zum Glauben spricht.

    Des Weiteren gab es in der Vergangenheit Pläne für eine Verfilmung des Comics „Django/Zorro“, einem Crossover-Sequel zu Quentin Tarantinos „Django Unchained“, bei dem Antonio Banderas seine Rolle als Zorro wieder aufnehmen sollte. Dieses Projekt wurde jedoch im April 2026 aufgrund hoher Kosten angeblich eingestellt. Bezüglich „Shrek 5“, dessen Premiere für 2027 angekündigt ist, äußerte Banderas im März 2026, dass er nicht dafür angefragt wurde und mit seinen fünf Auftritten als Gestiefelter Kater zufrieden sei.

    Antonio Banderas: Engagement, Mode und soziales Wirken

    Abseits der Schauspielerei zeigt Antonio Banderas auch großes Engagement im sozialen Bereich und als Unternehmer. Im Jahr 2010 gründete er die „Fundación Lágrimas y Favores“ in Málaga. Diese Stiftung widmet sich vier Hauptbereichen: der Vergabe von Universitätsstipendien für bedürftige Studierende in Zusammenarbeit mit der Universität Málaga, der Unterstützung der Fundación Cudeca (Palliativpflege für unheilbar Kranke), der Zusammenarbeit mit Cáritas Parroquial de San Juan Bautista (Hilfe für vulnerable Familien) und der Finanzierung der Fundación Corinto (Sozialkaufhaus für bedürftige Familien). Seit ihrer Gründung hat die Stiftung über 2 Millionen Euro verteilt. Antonio Banderas betont, dass Bildung das mächtigste Werkzeug sei, um Leben zu verändern und Ungleichheit zu bekämpfen.

    Auszug der Mittelvergabe der Fundación Lágrimas y Favores (Stand 2017)

    Empfänger Verwendung Betrag (EUR) Quelle
    Cáritas Parroquial Soziale Hilfe für Familien 45.000
    Fundación Cudeca Palliativpflege 30.000
    Fundación Corinto Sozialkaufhaus 16.800
    Universität Málaga Postgraduierten-Stipendien (USA/Kanada) 80.000

    Antonio Banderas hat sich auch in die Modewelt gewagt. Er studierte Modedesign am renommierten Central Saint Martins in London und präsentierte 2016 seine erste Herrenkollektion „Antonio Banderas Design by Selected Homme“. Diese Kollektion spiegelte verschiedene Phasen seines Lebens wider und zeigte seine Kreativität jenseits der Filmindustrie.

    Ein Blick auf die glanzvolle Karriere und Auszeichnungen von Antonio Banderas

    Die Karriere von Antonio Banderas begann in den frühen 1980er Jahren in Málaga, wo er Schauspiel studierte und seine ersten Bühnenauftritte hatte. Seine Zusammenarbeit mit dem renommierten Regisseur Pedro Almodóvar, beginnend mit „Labyrinth der Leidenschaft“ (1982), war entscheidend für seinen Durchbruch in Spanien. Nach seinem Umzug in die Vereinigten Staaten im Jahr 1992 etablierte sich Antonio Banderas schnell in Hollywood mit Filmen wie „Philadelphia“, „Interview mit einem Vampir“ und „Desperado“.

    Im Laufe seiner Karriere hat Antonio Banderas zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen erhalten, die sein schauspielerisches Talent würdigen. Dazu gehören der Cannes Film Festival Award als Bester Schauspieler für seine Rolle in Pedro Almodóvars „Leid und Herrlichkeit“ (2019) und ein Goya Award. Er wurde zudem für einen Oscar, zwei Primetime Emmy Awards, fünf Golden Globe Awards und einen Tony Award nominiert. Seine ikonischen Rollen als Zorro in „Die Maske des Zorro“ und „Die Legende des Zorro“ sowie als der Gestiefelte Kater haben ihn weltweit bekannt gemacht und ihm einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame eingebracht.

    Die Vielseitigkeit von Antonio Banderas zeigt sich auch in seinen Theaterengagements. So erhielt er 2003 eine Tony-Award-Nominierung für seine Rolle in dem Broadway-Musical „Nine“. Diese Anerkennung unterstreicht seine breite künstlerische Palette und seine Fähigkeit, sowohl auf der Leinwand als auch auf der Bühne zu überzeugen. Für die breite Öffentlichkeit ist er nicht nur als Actionheld, sondern auch als Charakterdarsteller und Synchronsprecher bekannt. Wenn Sie mehr über die Karrieren anderer Schauspieler erfahren möchten, könnte Sie der Artikel über GZSZ-Star Jan Kittmann interessieren.

    Privatleben und die prägenden Momente im Leben von Antonio Banderas

    Antonio Banderas‘ Privatleben hat im Laufe der Jahre ebenfalls öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Er war von 1987 bis 1996 mit Ana Leza verheiratet und anschließend von 1996 bis 2015 mit Melanie Griffith, mit der er eine Tochter hat. Seit 2015 ist seine Partnerin Nicole Kimpel. Ein einschneidendes Ereignis in seinem Leben war ein Herzinfarkt im Januar 2017. Dieses Erlebnis beschreibt er als einen Wendepunkt, der ihn dazu brachte, seine Prioritäten neu zu ordnen und sich stärker seinen Herzensprojekten, insbesondere dem Theater in Málaga, zu widmen. Diese Erfahrung hat ihn in seiner Überzeugung bestärkt, das Leben bewusster zu gestalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

    Antonio Banderas ist bekannt für seine reflektierten Ansichten über das Leben und die Schauspielerei. Er hat sich oft darüber geäußert, wie wichtig es ist, Leidenschaft in seiner Arbeit zu finden und sich nicht von äußeren Erwartungen leiten zu lassen. Diese Haltung prägt nicht nur seine künstlerische Arbeit, sondern auch sein soziales Engagement. Die Verbindung zu seiner Heimat Málaga ist dabei stets präsent und dient ihm als Quelle der Inspiration und des Rückhalts. Die Anekdoten und Erfahrungen anderer Filmstars können ebenfalls aufschlussreich sein, wie der Artikel über Meryl Streep zeigt.

    FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Antonio Banderas

    Was sind die aktuellen Projekte von Antonio Banderas im Jahr 2026?
    Antonio Banderas konzentriert sich stark auf sein Teatro del Soho CaixaBank in Málaga, plant dessen Erweiterung und inszenierte dort das Musical „Godspell“ bis Januar 2026. Zudem spielte er im Action-Thriller „Above and Beyond“ und war als Sprecher in „Paddington in Peru“ zu hören.
    Wann wurde Antonio Banderas geboren?
    Antonio Banderas wurde am 10. August 1960 in Málaga, Spanien, geboren.
    Welche sozialen Projekte unterstützt Antonio Banderas?
    Er gründete 2010 die „Fundación Lágrimas y Favores“, die Universitätsstipendien vergibt, Palliativpflege unterstützt und Hilfe für vulnerable Familien in Málaga leistet.
    Hat Antonio Banderas eine eigene Modelinie?
    Ja, Antonio Banderas studierte Modedesign und brachte 2016 seine Herrenkollektion „Antonio Banderas Design by Selected Homme“ auf den Markt.
    Welche bekannten Filmrollen hatte Antonio Banderas?
    Zu seinen bekanntesten Rollen zählen Zorro in „Die Maske des Zorro“, der Gestiefelte Kater in den „Shrek“-Filmen und dessen Spin-offs, El Mariachi in „Desperado“ sowie zahlreiche Rollen in Filmen von Pedro Almodóvar.
    Was war ein prägender Moment in Antonio Banderas‘ Leben?
    Ein Herzinfarkt im Jahr 2017 war ein einschneidendes Erlebnis, das ihn dazu veranlasste, seine Prioritäten neu zu ordnen und sich verstärkt seinen kulturellen Projekten in Málaga zu widmen.

    Fazit: Antonio Banderas bleibt im Mai 2026 eine beeindruckende Persönlichkeit, die ihre künstlerische Leidenschaft und ihr soziales Engagement auf vielfältige Weise zum Ausdruck bringt. Seine Hingabe an das Theater in Málaga, gepaart mit seiner anhaltenden Präsenz in Film und Fernsehen, zeigt seine unermüdliche Schaffenskraft. Der Fokus auf seine Heimat und die Kulturförderung nach persönlichen Herausforderungen verdeutlicht die Tiefe und Authentizität dieses Weltstars. Antonio Banderas ist somit nicht nur ein Entertainer, sondern auch ein inspirierender Förderer von Kunst und Gemeinschaft.

  • ZDF-Moderator Mitri Sirin: Wie Fußball Bildung und Respekt stärkt

    Mitri Sirin kennt Ausgrenzung aus eigener Erfahrung. Heute unterstützt er „März gegen Mobbing“ – und setzt auf die Kraft des Fußballs.

    Als Moderator der „heute“-Nachrichten und des „ZDF-Morgenmagazins“ gehört Mitri Sirin, 54, seit Jahren zur ersten Reihe des deutschen Nachrichtenfernsehens. Neben seiner TV-Arbeit nutzt Sirin seine Bekanntheit auch für soziales Engagement. Aktuell unterstützt er den Aktionsmonat „März gegen Mobbing“, den die Aktion Mensch mit Unterstützung der DFL Stiftung und des Vereins Lernort Stadion initiiert hat.

    Der ZDF-Moderator mit türkisch-syrischen Wurzeln wuchs im Münsterland auf und wurde schon früh selbst mit Ausgrenzung konfrontiert. Im Interview spricht er über seine eigenen Erfahrungen, sein Engagement für einen diskriminierungsfreien Umgang unter Jugendlichen – unter anderem mit Aktionen und Workshops in Fußballstadien – und über die besondere Verantwortung, in der er sich als Journalist sieht.

    Herr Sirin, wie häufig sind Sie in Ihrer Karriere persönlich mit Mobbing oder Ausgrenzung konfrontiert worden?

    Mitri Sirin: Gerade in jungen Jahren war das schon ein Thema, das mich begleitet hat. Weniger Mobbing, eher Ausgrenzung, wobei die Übergänge ja fließend sind.

    Spielte die Herkunft Ihrer Eltern dabei eine Rolle?

    Sirin: Definitiv, ja. Anders als heute war man Mitte der 1970er Jahre mit Zuwanderungsgeschichte in der Schulklasse eine Ausnahme. In der Grundschule waren ein russlanddeutscher Mitschüler und ich die einzigen Kinder, die nicht aus einem deutschen Elternhaus stammten – und das bekamen wir in den Pausen regelmäßig zu spüren. Gott sei Dank konnte ich schnell rennen und gut kicken. Dadurch wurde ich im Sportunterricht und auf dem Pausenhof schnell in die Teams gewählt. Das hat mich sicher vor schlimmeren Mobbingerfahrungen bewahrt.

    Unter dem von der Aktion Mensch ausgerufenen Motto „März gegen Mobbing“ setzen Sie sich aktuell für einen diskriminierungsfreien Umgang unter Jugendlichen ein. Wie genau sieht hier Ihr Engagement aus?

    Sirin: Ich begleite den Aktionsmonat als Botschafter, besuche ausgewählte Veranstaltungen und Workshops in den Stadien und komme dort mit Jugendlichen ins Gespräch. Mir ist es wichtig, zuzuhören, eigene Erfahrungen zu teilen und die Bedeutung von Respekt und Fairness zu vermitteln. Gemeinsam mit dem Lernort Stadion e.V., der Aktion Mensch und der DFL Stiftung wollen wir Jugendlichen Räume bieten, in denen sie offen über Diskriminierung, Ausgrenzung und digitale Gewalt sprechen können. Dazu gehört auch, ihnen konkrete Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie ermutigen und befähigen, gesellschaftliche Räume aktiv mitzugestalten.

    25 Lernzentren des bundesweiten Netzwerks von Lernort Stadion bieten in Fußballstadien von Vereinen der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga Aktionen, Workshops und Events. Wie kann Fußball in der Arbeit mit Jugendlichen helfen?

    Sirin: Die Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren mit dem hoch engagierten Team vom Lernort Stadion e.V. machen durfte, bestätigen absolut, dass Fußball, Stadien und Fankultur so dermaßen magnetisch und elektrisierend auf junge Menschen wirken, dass man fast schon gar nicht nachvollziehen kann, warum man gesamtgesellschaftlich nicht schon längst diesen Weg eingeschlagen hat.

    Macht das Fußballstadion die Jugendlichen offener als ein Klassenzimmer?

    Sirin: Man denke an das Berliner Olympiastadion oder den Signal Iduna Park in Dortmund – so viele rauschende Momente haben dort stattgefunden. Etwa 2006 bei der Heim-WM in Deutschland: Das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen in Dortmund und die Energie nach dem 1:0 durch Oliver Neuville im Stadion und im gesamten Land. Kurz darauf das gewonnene Viertelfinale mit dramatischem Elfmeterschießen gegen Argentinien in Berlin. Ekstatische Augenblicke, die über Generationen hinweg ins kollektive Gedächtnis eingehen und für immer mit diesen Orten verbunden bleiben. Solche Momente entfachen Kräfte, die weit über den Fußball hinausgehen. All die Jugendlichen mit teils schwierigen Biografien, die mit unseren Pädagogen und Pädagoginnen in den Lernorten zusammenarbeiten, spüren die besondere Atmosphäre und sind begeistert von diesem außergewöhnlichen Umfeld.

    Im Mittelpunkt stehen die Stärkung von Medienkompetenz, die Entwicklung kritischer Reflexion und ein wertschätzender Umgang miteinander. Wo erleben Sie aktuell die größten Probleme bei Jugendlichen?

    Sirin: Ich empfinde wirklich den allergrößten Respekt für Jugendliche und junge Erwachsene. In was für einer unsicheren und komplexen Welt wachsen sie derzeit auf? Meine eigene Kindheit und Jugend waren dagegen fast wie ein Schlaraffenland. Heute dominieren geopolitische Krisen, Kriege und vielfältige Unsicherheiten ihren Alltag. Hinzu kommt ein orientierungslos machendes Übermaß an Informationen – durch Künstliche Intelligenz (KI), Internet und soziale Medien samt potenzieller Shitstorms. Wie soll man das bewältigen und den Überblick behalten? Viele junge Menschen müssen sich in einer digitalen Realität behaupten, sich anpassen und permanent vergleichen. Dafür braucht es ein stabiles Mindset und konkrete Techniken – im Übrigen nicht nur bei Jugendlichen, sondern gesamtgesellschaftlich. Auch darum sind Aktionen wie diese so wichtig.

    Die Materialien „Fairplay im Netz“ wurden partizipativ mit Jugendlichen mit und ohne Behinderung entwickelt und barrierefrei aufbereitet. Warum ist dieser Ansatz so wichtig?

    Sirin: Weil echte Teilhabe nur gelingt, wenn alle Perspektiven von Anfang an berücksichtigt werden. Wenn Jugendliche mit und ohne Behinderung selbst an der Entwicklung beteiligt sind, entstehen Materialien, die lebensnah und relevant sind. Barrierefreiheit ist dabei kein Zusatz, sondern eine Grundvoraussetzung. Wer über Respekt und Fairness spricht, darf niemanden ausschließen – weder inhaltlich noch strukturell.

    Wenn Jugendliche nach den Workshops nur eine Sache mitnehmen: Was wäre der wichtigste Satz oder Gedanke, den Sie ihnen mitgeben möchten?

    Sirin: Glaube nicht alles, was im Internet steht, und gib dort nicht alles von dir preis. Und: Egal, wo du herkommst und was du erlebt hast – es gibt immer Menschen, die an dich glauben.

    Millionen Menschen kennen Sie als „heute“-Moderator beim ZDF. Spüren Sie eine besondere Verantwortung, weil viele Ihnen vertrauen?

    Sirin: Natürlich. Die Orientierungslosigkeit und die Überforderung, die ich beschrieben habe, trifft ja auf nahezu alle gesellschaftlichen Gruppen zu. Daher kommt uns als Journalisten und Journalistinnen eine große Verantwortung zu, wenn es darum geht, die Nachrichtenlage einzuordnen und verständlich zu machen. Eine Schwierigkeit ist das chronische Übermaß an Informationen. Die Gleichzeitigkeit von Ereignissen hat es zwar schon immer gegeben, aber noch nie zuvor wurden sie so sichtbar vermittelt und in Echtzeit von allen kommentiert. So entwickeln Nachrichtenlagen schnell ein exponentielles Maß an Informationen. Hirnforscher weisen darauf hin, dass unser Gehirn nur ein gewisses Maß an Informationen verarbeiten kann – irgendwann wird es eben zu viel. Damit müssen wir lernen umzugehen. Das erfordert enorme bildungspolitische und pädagogische Anstrengungen. Gleichzeitig müssen wir uns darauf einstellen, dass es in einer von Internet, KI und sozialen Medien geprägten Welt kaum noch Phasen geben wird, in denen sich dieser unbändige Nachrichtenstrom ausschalten lässt.

    Wie schaffen Sie es, nach belastenden Nachrichten abzuschalten?

    Mitri Sirin: Ich versuche, offline zu sein. Auf jeden Fall mit regelmäßig längeren Joggingeinheiten und der richtigen Playlist. Ansonsten kann ich wunderbar abschalten, wenn ich Fußball, Dokus oder Serien schaue.

    Welche Rolle spielen Ihre Familie und Ihr privates Umfeld dabei?

    Sirin: Freundschaften und Familie sind für mich mit Abstand das Wichtigste. Ich arbeite und pendele viel, da geben mir gemeinsame Urlaube, Abendessen oder Treffen mit meiner Familie Kraft. Mit Freunden und Freundinnen auf Konzerte gehen, Spaziergänge oder gemeinsam Kartenspielen sind für mich echte Highlights.

    Welche Nachrichten würde Sie gerne mal in einer „heute“-Sendung verlesen?

    Mitri Sirin: Ich würde gerne einmal moderieren können, dass digitaler Hass und Mobbing an Schulen deutlich zurückgehen und Inklusion spürbar zunimmt. Dass Jugendliche heute viel stärker für diese Problematiken sensibilisiert sind als noch vor einigen Jahren und früher eingreifen, wenn jemand ausgegrenzt wird. Das wäre eine Nachricht, die mich wirklich stolz machen würde – und die zeigt, dass Präventionsprogramme und Aktionen wie der „März gegen Mobbing“ wirken.

    Quelle: Gala