Schlagwort: Süßwasser Megafauna

  • Invasive Arten: Globale Bestandsaufnahme zeigt Alarmierende Schäden

    Invasive Arten: Globale Bestandsaufnahme zeigt Alarmierende Schäden

    Weltweit wurden 93 große, nicht-heimische Tierarten in Süßgewässern identifiziert. Etwa die Hälfte dieser sogenannten invasiven Arten verursacht ökologische und wirtschaftliche Schäden. Diese Entwicklung betrifft fast alle Kontinente und zahlreiche Länder.

    Symbolbild zum Thema Invasive Arten
    Symbolbild: Invasive Arten (Bild: Picsum)

    Kernpunkte

    • Globale Bestandsaufnahme identifiziert 93 invasive Süßwasser-Megafauna-Arten.
    • 43 Prozent aller großen Süßwassertierarten wurden außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets eingeführt.
    • USA führen die Liste der Länder mit den meisten eingeführten Arten an, gefolgt von China und Kanada.
    • Eingriffe in Ökosysteme durch invasive Arten haben oft negative Folgen für Mensch und Umwelt.

    Die globale Verbreitung invasiver Arten

    Eine umfassende Studie des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) hat erstmals eine globale Übersicht über große, invasive Süßwassertiere erstellt. Die Forscher um Fengzhi He identifizierten 93 Arten, die außerhalb ihres ursprünglichen Lebensraums vorkommen. Dies betrifft 142 Länder und Regionen weltweit, mit Ausnahme der Antarktis. Wie Stern berichtet, führen die USA die Liste mit 52 Arten an, gefolgt von China (28), Kanada (23) und Russland (19). (Lesen Sie auch: Eingewanderte Tierarten: Goldschakal Erobert Österreich)

    📊 Zahlen & Fakten

    Von den 59 großen Süßwassertierarten, bei denen ein wirtschaftlicher Nutzen dokumentiert ist, verursachen 26 auch negative Auswirkungen.

    Warum werden große Tiere in fremde Ökosysteme eingeführt?

    Anders als kleinere Tiere, die oft unbeabsichtigt in neue Gewässer gelangen, werden große Arten meist bewusst eingeführt. Dahinter stehen oft wirtschaftliche Interessen. Allerdings zeigt die Studie, dass fast die Hälfte dieser Einführungen negative Konsequenzen hat, insbesondere bei großen Fischarten wie Karpfen, Lachsartigen und Welsen. (Lesen Sie auch: In Alaska: Größtes Schlittenhunderennen der Welt offiziell…)

    Welche negativen Auswirkungen haben invasive Arten?

    Invasive Arten können heimische Arten verdrängen, Ökosysteme destabilisieren und wirtschaftliche Schäden verursachen. Ein bekanntes Beispiel ist der Nilbarsch im Viktoriasee. In den 1960er Jahren wurde er dort eingeführt, um die Fischerei zu fördern. Stattdessen dezimierte der gefräßige Räuber die heimischen Fischbestände, was zu Einkommensverlusten für Fischer und erhöhter Unterernährung in den umliegenden Gemeinden führte.

    Der Fall des Nilbarsches im Viktoriasee

    Die Einführung des Nilbarsches (Lates niloticus) in den Viktoriasee ist ein Paradebeispiel für die unvorhergesehenen Folgen solcher Eingriffe. Ursprünglich als wirtschaftliche Bereicherung gedacht, führte die Ausbreitung des Nilbarsches zum Rückgang vieler einheimischer Fischarten. Dies hatte nicht nur ökologische Auswirkungen, sondern auch soziale und wirtschaftliche Folgen für die lokale Bevölkerung. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) thematisiert ebenfalls die Problematik invasiver Arten und deren Auswirkungen auf die heimische Tierwelt. (Lesen Sie auch: Suchbild Apfel: Findest Du den einen in…)

    Stechrochen in Deutschland und Frankreich

    Auch in Europa gibt es Beispiele für Probleme mit invasiven Arten. So kam es in Deutschland und Frankreich zu Verletzungen durch Stechrochen. Diese Vorfälle verdeutlichen, dass die Auswirkungen invasiver Arten nicht auf tropische oder subtropische Regionen beschränkt sind.

    Detailansicht: Invasive Arten
    Symbolbild: Invasive Arten (Bild: Picsum)

    Langfristige Beobachtung und Management sind entscheidend

    Die Studie betont die Notwendigkeit einer langfristigen Beobachtung und eines effektiven Managements, um die schädlichen Auswirkungen eingeführter großer Süßwassertiere zu minimieren. Dies gilt insbesondere für gefährdete oder marginalisierte lokale Gemeinschaften, die oft am stärksten von diesen Veränderungen betroffen sind. Die Bundesamt für Naturschutz (BfN) bietet Informationen und Strategien zum Umgang mit invasiven Arten in Deutschland. (Lesen Sie auch: Suchbild Apfel: Findest Du den einen in…)

    Illustration zu Invasive Arten
    Symbolbild: Invasive Arten (Bild: Picsum)