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Einzelhandel schrumpft: 300.000 Geschäfte Bald Unterschritten?

Ariane Nagel Ariane Nagel 22. März 2026 3 Min. Lesezeit 234 Aufrufe 0

Einzelhandel Schrumpft: Bald weniger als 300.000 Geschäfte

Der Einzelhandel schrumpft in Deutschland weiter. Laut einer Schätzung des Handelsverbands Deutschland (HDE) wird die Zahl der Geschäfte in diesem Jahr unter 300.000 sinken. Das ist ein historischer Tiefstand seit der deutschen Wiedervereinigung. Viele Verbraucher kaufen lieber online oder halten ihr Geld zurück, was die Lage für den stationären Handel zunehmend verschärft.

Symbolbild zum Thema Einzelhandel Schrumpft
Symbolbild: Einzelhandel Schrumpft (Bild: Picsum)
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Schätzung HDE Weniger als 300.000 Geschäfte 2024 Deutschland Rückgang seit 2015, Onlinehandel, Kaufzurückhaltung

Was bedeutet der Rückgang im Einzelhandel?

Der Rückgang im Einzelhandel hat gravierende Folgen für die Innenstädte. Leerstände nehmen zu, was das Stadtbild negativ beeinflusst und die Attraktivität mindert. Besonders betroffen sind mittelständische Händler, die mit der Konsumzurückhaltung und hohen Kosten zu kämpfen haben. Der HDE fordert die Politik zum Handeln auf, um Kosten bei Energie und Beschäftigung zu senken und die Konsumlaune anzukurbeln. (Lesen Sie auch: Weltrezession Prognose: Experte warnt vor großem Crash)

Die wichtigsten Fakten

  • Die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte sinkt seit 2015.
  • Für 2026 wird ein weiterer Rückgang erwartet.
  • Der Onlinehandel setzt dem stationären Handel zu.
  • Viele Innenstädte leiden unter Leerständen.

Die Entwicklung seit der Wiedervereinigung

Seit der deutschen Wiedervereinigung gab es laut HDE noch nie weniger als 300.000 Geschäfte. Ende 2015 waren es noch etwa 372.000. Wie Stern berichtet, hat sich die Lage besonders während der Corona-Pandemie verschärft, als viele Geschäfte zeitweise schließen mussten. 2021 sank die Zahl um 11.500, 2022 um 11.000. Im vergangenen Jahr schrumpfte sie um 4.500 auf rund 301.500.

Die Rolle des Onlinehandels

Der Onlinehandel spielt eine entscheidende Rolle beim Rückgang des stationären Einzelhandels. Viele Verbraucher nutzen die Bequemlichkeit des Online-Shoppings und bestellen Waren von zu Hause aus. Dies führt zu Umsatzeinbußen bei den stationären Händlern, die mit den Preisen und der Angebotsvielfalt des Onlinehandels oft nicht mithalten können. (Lesen Sie auch: Spam Anrufe Erkennen: So Entlarven Sie die…)

Die Konsumlaune dümpelt vor sich hin

HDE-Präsident Alexander von Preen sieht die seit Jahren vor sich hin dümpelnde Konsumlaune als großes Problem. Die Verbraucher halten ihr Geld zurück, was die Umsätze im stationären Handel zusätzlich belastet. Laut einer Händlerumfrage des Verbandes schätzen nur 14 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut ein. Jedes zweite Unternehmen erwartet für 2026 sinkende Umsätze.

📌 Statistik

Laut HDE stagnierten die Umsätze im stationären Handel im vergangenen Jahr, während der Onlinehandel um 3,5 Prozent zulegte. (Lesen Sie auch: Vorzeitig in Rente: So Gelingt der Frühe…)

Was kann die Politik tun?

Der HDE fordert die Politik zum Handeln auf. Es gelte, die Kosten bei Energie und Beschäftigung zu senken, um die Wettbewerbsfähigkeit des stationären Einzelhandels zu stärken. Zudem müsse die Politik Maßnahmen ergreifen, um die Konsumlaune der Verbraucher anzukurbeln. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise die Senkung der Mehrwertsteuer auf bestimmte Produkte. Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag zur Entlastung von KMUs vorgelegt.

Detailansicht: Einzelhandel Schrumpft
Symbolbild: Einzelhandel Schrumpft (Bild: Picsum)

Die Zahl der Insolvenzen im Einzelhandel steigt. Dies ist ein weiteres Zeichen für die schwierige Lage der Branche. Viele Unternehmen können den zunehmenden Wettbewerbsdruck und die hohen Kosten nicht mehr stemmen und müssen Insolvenz anmelden. Die Umsatzzahlen des Einzelhandels werden vom Statistischen Bundesamt (Destatis) regelmäßig veröffentlicht. (Lesen Sie auch: 1&1 Dommermuth Verkauf: Doch Kein Deal mit…)

Fazit

Die Entwicklung im Einzelhandel ist besorgniserregend. Der Rückgang der Geschäfte gefährdet die Vielfalt und Attraktivität der Innenstädte. Es ist entscheidend, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam Maßnahmen ergreifen, um den stationären Einzelhandel zu unterstützen und die negativen Folgen des Strukturwandels abzumildern. Die Herausforderungen sind groß, aber es ist möglich, den Einzelhandel zukunftsfähig zu machen.

Illustration zu Einzelhandel Schrumpft
Symbolbild: Einzelhandel Schrumpft (Bild: Picsum)