Frauen in Führungspositionen: Mittelstand bleibt Männerdomäne

Der Anteil von Frauen In Führungspositionen im deutschen Mittelstand ist leicht gestiegen, bleibt aber weiterhin deutlich unter dem der Männer. Eine aktuelle Studie der KfW zeigt, dass im Jahr 2025 etwa 16 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen von Frauen geführt wurden. Trotz dieses Anstiegs gibt es erhebliche Unterschiede in der Größe und im Umsatz der von Frauen geführten Unternehmen.

Kernpunkte
- Frauen führen 16% der Mittelstandsunternehmen (2025).
- 84% der frauengeführten Firmen sind Kleinstunternehmen.
- Männergeführte Firmen erzielen fast 25% mehr Umsatz.
- Frauen sind in höheren Führungsebenen unterrepräsentiert.
| Unternehmen | Details |
|---|---|
| Frauen geführte Unternehmen | 16% im Mittelstand (2025) |
| Beschäftigte in diesen Unternehmen | 3,3 Millionen |
| Umsatzanteil | 8% des Mittelstands |
| Anteil Kleinstunternehmen (Frauen) | 84% |
Wie hat sich der Frauenanteil in Führungspositionen entwickelt?
Der Anteil der Frauen an der Spitze mittelständischer Unternehmen in Deutschland ist gestiegen. Laut einer Sonderauswertung des repräsentativen Mittelstandspanels der Förderbank KfW wurden im Jahr 2025 rund 16 Prozent der Unternehmen von einer Frau geführt. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 14,3 Prozent, dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2003.
Sinkender Anteil in höheren Führungsebenen
Obwohl der Anteil von Frauen an der Spitze von Unternehmen leicht zugenommen hat, ist ihr Anteil über alle Hierarchieebenen hinweg gesunken. Im Jahr 2025 waren 34,3 Prozent der Team-, Abteilungs- oder Bereichsleitungen sowie Geschäftsführungs- und Vorstandspositionen weiblich besetzt. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 35,6 Prozent, im Jahr 2023 sogar bei 40 Prozent. (Lesen Sie auch: Geschlechterungleichheit Einkommen: Frauen Selten Hauptverdiener)
Die von Frauen geführten Mittelständler beschäftigen rund 3,3 Millionen Menschen in Deutschland. Dies entspricht etwa zehn Prozent der Erwerbstätigen im Mittelstand und rund acht Prozent der Umsätze.
„Nach wie vor sind Frauen in Führungspositionen im Mittelstand deutlich unterrepräsentiert“, sagte KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. Die Bedeutung von frauengeführten Mittelständlern sei nicht zu unterschätzen, bewege sich aber seit Jahren seitwärts.
Unterschiede zwischen frauen- und männergeführten Unternehmen
Die KfW-Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen von Frauen und Männern geführten Unternehmen. 84 Prozent der frauengeführten Firmen im Mittelstand sind Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten. Männergeführte Firmen sind im Durchschnitt deutlich größer und erzielen fast ein Viertel mehr Umsatz. Nur etwa 6.000 der frauengeführten Unternehmen haben mehr als 50 Beschäftigte, was einem Anteil von nur einem Prozent entspricht. (Lesen Sie auch: Döner Preise steigen, Trotzdem Mehr Bestellt?)
Wie Stern berichtet, zeigt eine Analyse der Schufa unter rund 5,2 Millionen Unternehmen, dass der Anteil der Firmen mit mindestens einer Frau im oberen Management binnen fünf Jahren nur leicht von 26,4 Prozent (2022) auf 28,5 Prozent gestiegen ist.
Was bedeutet das für Arbeitnehmer und die Wirtschaft?
Die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen im Mittelstand hat Auswirkungen auf die Vielfalt und Innovationskraft der Unternehmen. Studien zeigen, dass diverse Führungsteams tendenziell bessere Ergebnisse erzielen. Die geringere Größe und der niedrigere Umsatz von frauengeführten Unternehmen könnten auf strukturelle Hindernisse und mangelnde Unterstützung zurückzuführen sein. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht regelmäßig Daten zur Chancengleichheit in Führungspositionen.
Die Europäische Union setzt sich für die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter ein. Es gibt verschiedene Initiativen und Richtlinien, die darauf abzielen, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Die Europäische Kommission bietet Informationen zu diesen Maßnahmen.
Welche Maßnahmen können die Situation verbessern?
Um den Anteil von Frauen in Führungspositionen im Mittelstand zu erhöhen, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören die Förderung von Frauen in MINT-Berufen, die Unterstützung von Gründerinnen, der Abbau von Vorurteilen und die Schaffung von flexiblen Arbeitsbedingungen, die es Frauen ermöglichen, Familie und Karriere zu vereinbaren. Auch Mentoring-Programme und Netzwerke können dazu beitragen, Frauen auf ihrem Karriereweg zu unterstützen. (Lesen Sie auch: Vegetarische Produkte: Minister Rainer: Licht und Schatten…)
Häufig gestellte Fragen
Warum sind Frauen in Führungspositionen im Mittelstand unterrepräsentiert?
Die Gründe sind vielfältig und reichen von strukturellen Hindernissen und traditionellen Rollenbildern bis hin zu mangelnder Unterstützung und fehlenden Netzwerken. Auch Vorurteile und Diskriminierung können eine Rolle spielen.

Welche Vorteile haben Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen?
Diverse Führungsteams bringen unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen ein, was zu mehr Innovation und besseren Entscheidungen führen kann. Studien zeigen, dass Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil in Führungspositionen tendenziell erfolgreicher sind.
Welche Rolle spielt die Politik bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen?
Die Politik kann Rahmenbedingungen schaffen, die die Gleichstellung der Geschlechter fördern. Dazu gehören beispielsweise Gesetze zur Frauenquote, die Förderung von flexiblen Arbeitsmodellen und die Unterstützung von Kinderbetreuungseinrichtungen. (Lesen Sie auch: Tankstellen Abzocke: Betreiber Klagen über hohe Spritpreise)
Wie können sich Frauen auf Führungspositionen vorbereiten?
Wichtig sind eine gute Ausbildung, Berufserfahrung, der Aufbau eines Netzwerks und die Teilnahme an Mentoring-Programmen. Auch die Entwicklung von Führungsqualitäten und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sind entscheidend.
Welche Branchen haben den höchsten Anteil an Frauen in Führungspositionen?
Der Anteil von Frauen in Führungspositionen variiert je nach Branche. Tendenziell sind Frauen häufiger in Führungspositionen im Gesundheitswesen, im sozialen Bereich und im Bildungssektor vertreten.



