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Verbrenner Verbot EU: IG Metall fordert weitere Lockerungen

Hannes Nagel Hannes Nagel 3. April 2026 4 Min. Lesezeit 495 Aufrufe 0

Das geplante Verbrenner Verbot EU ab 2035 wird erneut diskutiert. Die IG Metall fordert angesichts der schwierigen Lage von Autoherstellern und Zulieferern weitere Zugeständnisse, um Arbeitsplätze zu sichern und den Übergang zur Elektromobilität sozialverträglicher zu gestalten.

Symbolbild zum Thema Verbrenner Verbot EU
Symbolbild: Verbrenner Verbot EU (Bild: Picsum)

Auto-Fakten

  • EU-Kommission plant Ausnahmen vom Verbrenner-Verbot nach 2035.
  • IG Metall fordert mehr Flexibilität für Plug-in-Hybride und Reichweitenverstärker.
  • Zulieferer der Autoindustrie besonders von den Veränderungen betroffen.
  • Diskussion um die Zukunft von Arbeitsplätzen in der Automobilbranche.

IG Metall fordert Kurskorrektur beim Verbrenner-Aus

Die Chefin der IG Metall, Christiane Benner, hat sich in der „Automobilwoche“ Stern für eine weitere Lockerung des geplanten Verbots von Verbrennungsmotoren in der EU ausgesprochen. Hintergrund sind die anhaltenden Schwierigkeiten vieler Autohersteller und Zulieferbetriebe, die durch die Transformation zur Elektromobilität entstanden sind. Die Gewerkschaft sieht die Notwendigkeit, Perspektiven für die Beschäftigten zu schaffen, insbesondere in der Zulieferindustrie, die stark vom Verbrennungsmotor abhängig ist.

Benner betonte, dass mehr Flexibilität erforderlich sei, als der aktuelle Entwurf der EU-Kommission vorsehe. Sie räumte ein, einen klareren Kurs in Richtung Elektromobilität zu bevorzugen, äußerte jedoch gleichzeitig ihre Sorge um die Arbeitsplätze in der Automobil- und Zulieferindustrie. (Lesen Sie auch: Streit um EU-Verbrennerverbot: IG Metall fordert weitere…)

Was bedeutet das für Autofahrer?

Für Autofahrer bedeutet die Diskussion um das Verbrenner-Verbot zunächst keine unmittelbare Änderung. Neuwagen mit Verbrennungsmotor dürfen weiterhin bis 2035 gekauft und gefahren werden. Die mögliche Lockerung des Verbots könnte jedoch die Verfügbarkeit und Vielfalt von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor über das Jahr 2035 hinaus beeinflussen. Insbesondere Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Reichweitenverstärkern könnten länger im Angebot bleiben.

Welche Rolle spielen Plug-in-Hybride in der Debatte?

Christiane Benner argumentiert, dass Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Reichweitenverstärker in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen sollten, um den Übergang zur Elektromobilität zu erleichtern und den Zulieferern Zeit zur Anpassung zu geben. Diese Fahrzeuge könnten dazu beitragen, die CO2-Emissionen zu senken und gleichzeitig die Arbeitsplätze in der Automobilindustrie zu sichern. Die IG Metall setzt sich dafür ein, dass diese Technologie eine ausreichende Chance auf Marktanteile erhält.

💡 Praxis-Tipp

Informieren Sie sich über die verschiedenen Antriebsarten und Fördermöglichkeiten, bevor Sie sich für ein neues Fahrzeug entscheiden. Plug-in-Hybride können eine gute Option sein, wenn Sie noch Bedenken hinsichtlich der Reichweite von Elektroautos haben. (Lesen Sie auch: Ulrike Malmendier Interview: Ökonomin fordert Dialog!)

Wie sehen die Pläne der EU-Kommission konkret aus?

Die EU-Kommission hatte im Dezember einen Vorschlag vorgelegt, der Ausnahmen vom geplanten Verbrenner-Aus vorsieht. Demnach sollen auch nach 2035 noch Neuwagen mit Verbrennungsmotor zugelassen werden können, sofern diese mit E-Fuels betrieben werden. Allerdings sollen diese Fahrzeuge im Vergleich zum Basisjahr 2021 bis zu 90 Prozent weniger CO2 ausstoßen müssen. Die genauen Details und Bedingungen für diese Ausnahmen sind jedoch noch nicht abschließend geklärt und werden derzeit diskutiert. Der ADAC bietet hierzu weiterführende Informationen.

Welche Auswirkungen hat die Krise der Autohersteller auf das Verbrenner-Verbot EU?

Die aktuelle Krise vieler Autohersteller und Zulieferer, die durch die hohen Investitionen in die Elektromobilität, Lieferkettenprobleme und die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit entstanden ist, spielt eine entscheidende Rolle in der Debatte um das Verbrenner-Verbot EU. Die IG Metall argumentiert, dass ein zu schneller Übergang zur Elektromobilität zu massiven Arbeitsplatzverlusten führen könnte, insbesondere in der Zulieferindustrie, die stark auf die Produktion von Komponenten für Verbrennungsmotoren spezialisiert ist. Die Gewerkschaft fordert daher einen sozialverträglicheren Übergang, der die Interessen der Beschäftigten berücksichtigt.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet das geplante Verbrenner-Verbot EU für Besitzer älterer Fahrzeuge?

Das Verbrenner-Verbot betrifft nur die Neuzulassung von Fahrzeugen ab 2035. Bereits zugelassene Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor dürfen weiterhin gefahren, gekauft und verkauft werden. Es gibt keine Pläne, bestehende Fahrzeuge zu verbieten. (Lesen Sie auch: DIHK Rüstungsumfrage: Industrie Sieht Chance im Konflikt)

Detailansicht: Verbrenner Verbot EU
Symbolbild: Verbrenner Verbot EU (Bild: Picsum)

Welche Alternativen gibt es zum reinen Elektroantrieb?

Neben reinen Elektroautos gibt es Plug-in-Hybride, die einen Verbrennungs- und einen Elektromotor kombinieren. Auch Fahrzeuge mit Reichweitenverstärker, die einen Verbrennungsmotor zur Stromerzeugung nutzen, stellen eine Alternative dar. Zudem wird an der Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels) gearbeitet.

Wie beeinflusst das Verbrenner-Verbot die Automobilindustrie in Deutschland?

Das Verbrenner-Verbot stellt die deutsche Automobilindustrie vor große Herausforderungen. Die Hersteller müssen massiv in die Entwicklung und Produktion von Elektroautos investieren. Gleichzeitig müssen Zulieferer ihre Geschäftsmodelle anpassen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.

Werden E-Fuels eine Rolle spielen, um das Verbrenner-Verbot zu umgehen?

E-Fuels könnten eine Möglichkeit darstellen, das Verbrenner-Verbot zu lockern. Wenn Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, die CO2-neutral hergestellt wurden, könnten sie auch nach 2035 noch zugelassen werden. Die Technologie ist jedoch noch nicht ausgereift. (Lesen Sie auch: Spritpreise Aktuell: Koalition plant Schnelle Entlastungen)

Illustration zu Verbrenner Verbot EU
Symbolbild: Verbrenner Verbot EU (Bild: Picsum)