Unicredit Commerzbank übernahme: Neue Gesprächsebene

Unicredit forciert Commerzbank Übernahme mit persönlichen Gesprächen
Die Unicredit strebt eine Unicredit Commerzbank übernahme an und will den festgefahrenen Dialog mit der Commerzbank durch persönliche Gespräche aufbrechen. Unicredit-Chef Andrea Orcel hat Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp zu direkten Verhandlungen aufgefordert, um die Chancen einer Fusion auszuloten und mögliche Widerstände zu überwinden.

Zahlen & Fakten
- Unicredit kontrolliert knapp 30% der Commerzbank (direkt und indirekt)
- Gebot: 0,485 neue Unicredit-Aktien je Commerzbank-Aktie
- Das entspricht 30,80 Euro je Commerzbank-Aktie
- Bewertung der Commerzbank durch Unicredit: ca. 35 Milliarden Euro
Orcel sucht das Gespräch, Commerzbank zögert
Andrea Orcel, CEO der Unicredit, betonte auf einer Finanzkonferenz der US-Bank Morgan Stanley die Notwendigkeit eines „konstruktiven Dialogs von Angesicht zu Angesicht“ mit allen Beteiligten, um die festgefahrene Situation zu überwinden. Laut Stern habe man in den vergangenen 18 Monaten versucht, eine Einigung zu erzielen, jedoch ohne Erfolg.
Orcel bekräftigte, dass sich das Angebot auf alle Commerzbank-Anteile beziehe und schlug ein 12-wöchiges Zeitfenster für Gespräche vor. Er zeigte sich überzeugt, dass die Gespräche zu einer Win-Win-Situation führen könnten, sei aber auch offen für alternative Szenarien, sollten sich die Verhandlungen entsprechend entwickeln. (Lesen Sie auch: Commerzbank übernahme: Unicredit bietet über 30 Prozent)
Das Übernahmeangebot im Detail
Die Unicredit, die bereits knapp 30 Prozent der Commerzbank direkt und indirekt kontrolliert, kündigte am Montag ein freiwilliges Übernahmeangebot für den Frankfurter Dax-Konzern an. Das Angebot sieht vor, dass die italienische Grossbank für sämtliche Commerzbank-Aktien je 0,485 neue Unicredit-Papiere bietet. Dies entspricht einem Preis von 30,80 Euro je Commerzbank-Anteil, was einem Aufschlag von vier Prozent zum Schlusskurs vom vergangenen Freitag entspricht. Damit bewertet die Unicredit die Commerzbank mit knapp 35 Milliarden Euro. Die finale Vorlage des Angebots ist für Mai geplant, nachdem die Aktionäre der Unicredit einer Kapitalerhöhung zugestimmt haben.
Wie reagiert die Commerzbank?
Die Commerzbank beharrt auf ihrer Eigenständigkeit und erhält dabei Unterstützung von der deutschen Bundesregierung, die noch rund zwölf Prozent der Anteile hält. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp fordert ein konkretes Angebot der Italiener und bemängelte, dass die Unicredit bisher im Unklaren lasse, wie eine wertstiftende Transaktion aussehen solle. Sie bezeichnete das Vorgehen der Unicredit als „taktisches Manöver“.
Die Commerzbank ist die zweitgrösste Bank Deutschlands und hat eine lange Geschichte. Eine Fusion mit der Unicredit würde die europäische Bankenlandschaft verändern. (Lesen Sie auch: Riesling, Spätburgunder & Co.: Zölle vermasseln deutschen…)
Welche Rolle spielt die Politik?
Die Bundesregierung in Berlin hat ein grosses Interesse an der Zukunft der Commerzbank, nicht zuletzt aufgrund ihrer Beteiligung von rund 12 Prozent. Eine feindliche Übernahme durch eine ausländische Bank würde kritisch gesehen. Es wird erwartet, dass die Regierung bei den Gesprächen zwischen Unicredit und Commerzbank eine aktive Rolle spielen wird.
Was bedeutet das für Verbraucher/Arbeitnehmer/die Branche?
Eine mögliche Unicredit Commerzbank übernahme könnte für Verbraucher und Arbeitnehmer sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringen. Einerseits könnten durch die Fusion Synergieeffekte entstehen, die zu effizienteren Prozessen und möglicherweise besseren Konditionen für Kunden führen. Andererseits besteht die Gefahr von Stellenabbau, da Doppelstrukturen abgebaut werden könnten. Für die Bankenbranche insgesamt könnte die Fusion ein Signal für weitere Konsolidierungen sein, insbesondere im Hinblick auf den zunehmenden Wettbewerb durch Fintech-Unternehmen und die Herausforderungen durch niedrige Zinsen.
Was genau beinhaltet das Übernahmeangebot der Unicredit?
Die Unicredit bietet 0,485 eigene Aktien für jede Aktie der Commerzbank. Dies entspricht einem Wert von 30,80 Euro pro Commerzbank-Aktie, was die gesamte Commerzbank mit rund 35 Milliarden Euro bewertet. (Lesen Sie auch: Pflegegeld Rente Anrechnung: Wird es als Einkommen…)

Warum lehnt die Commerzbank das Angebot bisher ab?
Die Commerzbank besteht auf ihrer Eigenständigkeit und fordert von der Unicredit ein konkretes Konzept, das aufzeigt, wie die Übernahme einen Mehrwert für beide Seiten schaffen kann. Zudem spielt die Unterstützung der Bundesregierung eine Rolle.
Welche Rolle spielt die deutsche Bundesregierung bei der geplanten Übernahme?
Die Bundesregierung hält noch etwa 12 Prozent der Commerzbank-Anteile und hat ein Interesse daran, dass die Commerzbank als wichtiger Akteur im deutschen Bankensektor erhalten bleibt. Sie wird daher bei den Verhandlungen mitreden.
Was sind die möglichen Folgen für die Kunden der Commerzbank?
Im Falle einer Übernahme könnten Kunden von Synergieeffekten und möglicherweise besseren Konditionen profitieren. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass sich Abläufe ändern und Filialen geschlossen werden. (Lesen Sie auch: Rentenlücke Frauen: So Sicherst Du Deine Altersvorsorge!)
Wie lange haben die Unicredit und die Commerzbank Zeit, um zu verhandeln?
Die Unicredit hat ein Zeitfenster von 12 Wochen für Gespräche mit der Commerzbank vorgeschlagen, um die Möglichkeiten einer Fusion auszuloten und eine Einigung zu erzielen.






