Stromerzeugung Deutschland: Erneuerbare Bald bei 60 Prozent?

Stromerzeugung Deutschland: Erneuerbare Energien dominieren, aber Kohle bleibt wichtig
Wie hat sich die Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2025 entwickelt? Erneuerbare Energien trugen mit 58,6 Prozent den Hauptanteil zur Stromproduktion bei, wobei Solarstrom einen Rekordwert erreichte. Kohle und Erdgas legten jedoch ebenfalls zu und deckten zusammen 41,4 Prozent des Bedarfs.

Zahlen & Fakten
- Erneuerbare Energien: 58,6 % der Stromproduktion
- Solarstrom-Anstieg: 17,4 % Zunahme gegenüber 2024
- Erdgas-Anstieg: 10,2 % Zunahme gegenüber 2024
- Kohleanteil: 22,1 % der gesamten Strommenge
Laut einer Meldung von Stern stammte im Jahr 2025 ein Großteil des in Deutschland erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Windkraft, Sonne und Biogas sind seit Jahren die wichtigsten Säulen der inländischen Stromproduktion.
Wie hat sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien entwickelt?
Die Strommenge aus erneuerbaren Energien blieb mit 256,9 Milliarden Kilowattstunden nahezu unverändert. Ihr Anteil an der Gesamtmenge sank jedoch um knapp einen Prozentpunkt. Windkraft war mit 30 Prozent weiterhin der wichtigste Energieträger, obwohl ihre Menge leicht abnahm. Solarstrom verzeichnete einen deutlichen Zuwachs von 17,4 Prozent auf 70,1 Milliarden Kilowattstunden, was 16 Prozent der gesamten inländischen Produktion ausmacht. Sowohl die produzierte Menge als auch der Anteil an Strom aus Photovoltaik erreichten Höchstwerte seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018. (Lesen Sie auch: Neugründungen Deutschland: Deutlicher Anstieg Größerer Betriebe)
Die Photovoltaik-Leistung in Deutschland hat sich seit 2010 mehr als verzehnfacht. 2010 lag die installierte Leistung bei etwa 17 Gigawatt, während sie 2025 über 70 Gigawatt beträgt.
Warum legten konventionelle Energieträger wieder zu?
Konventionelle Energieträger, insbesondere Kohle und Erdgas, legten im Jahr 2025 wieder zu. Sie lieferten 181,3 Milliarden Kilowattstunden, was einem Plus von 3,6 Prozent entspricht. Ihr Anteil an der Gesamtmenge betrug 41,4 Prozent. Kohle war mit 96,8 Milliarden Kilowattstunden der zweitwichtigste Energieträger und deckte gut ein Fünftel (22,1 Prozent) der Gesamtmenge ab. Erdgas trug mit 70,6 Milliarden Kilowattstunden und einem Anteil von 16,1 Prozent ebenfalls erheblich zur Stromerzeugung bei. Dies entspricht einem Anstieg von 10,2 Prozent gegenüber 2024.
Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Deutschland trotz des Ausbaus erneuerbarer Energien weiterhin auf konventionelle Energieträger angewiesen ist, um den Strombedarf zu decken. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von der schwankenden Verfügbarkeit erneuerbarer Energien bis hin zu wirtschaftlichen Aspekten. (Lesen Sie auch: Rentenreform Deutschland: Warum Zögert die Politik so…)
Welche Rolle spielt Erdgas bei der Stromerzeugung in Deutschland?
Erdgas erreichte im Jahr 2025 Rekordwerte bei der Stromerzeugung. Aus dieser Quelle kamen 70,6 Milliarden Kilowattstunden Strom, 10,2 Prozent mehr als 2024. Mit einem Anteil von 16,1 Prozent an der Gesamtmenge lag Erdgas als Energieträger knapp vor Photovoltaik. Dies zeigt, dass Erdgas eine wichtige Brückentechnologie im Übergang zu einer vollständig erneuerbaren Stromversorgung darstellt.
Was bedeutet das für Verbraucher und die Energiewende?
Die steigende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist grundsätzlich positiv für Verbraucher, da sie langfristig zu sinkenden Strompreisen und einer geringeren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen führen kann. Allerdings sind die Strompreise in Deutschland weiterhin hoch, was auch auf den Ausbau der Netzinfrastruktur und die EEG-Umlage zurückzuführen ist. Die Bundesregierung plant, kleine Solaranlagen künftig nicht mehr staatlich zu fördern, da sie sich auch ohne Unterstützung für die Verbraucher rechnen sollen. Ob dies tatsächlich zu einer Entlastung der Verbraucher führen wird, bleibt abzuwarten.

Die EEG-Umlage wurde 2022 abgeschafft. Sie diente zur Finanzierung des Ausbaus erneuerbarer Energien und wurde über den Strompreis von den Verbrauchern bezahlt. (Lesen Sie auch: Allianz Totalenergies: 500 Millionen für Energiespeicher)
Experten sehen die Entwicklung der Stromerzeugung in Deutschland differenziert. Während Befürworter die Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien loben, warnen Kritiker vor einer zu schnellen Abkehr von konventionellen Energieträgern. Agora Energiewende betont, dass ein ausgewogener Energiemix und der Ausbau der Netzinfrastruktur entscheidend für eine sichere und bezahlbare Stromversorgung sind. Der BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) weist darauf hin, dass die Abhängigkeit von Erdgas reduziert werden muss, um die Klimaziele zu erreichen.
Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da?
Im Vergleich zu anderen Industrieländern liegt Deutschland bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Mittelfeld. Länder wie Dänemark und Norwegen haben einen deutlich höheren Anteil erneuerbarer Energien an ihrer Stromproduktion. Frankreich setzt hingegen weiterhin stark auf Atomkraft. Um die Klimaziele zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren, muss Deutschland den Ausbau erneuerbarer Energien weiter vorantreiben und gleichzeitig die Netzinfrastruktur modernisieren.



