Eva von Redecker analysiert den neuen Faschismus: Was

Eva von Redecker, eine Philosophin der jüngeren Generation, hat mit ihrem Buch „Dieser Drang nach Härte“ eine Analyse des neuen Faschismus vorgelegt, die derzeit in den Medien diskutiert wird. Anlass ist die Sendung „ttt – titel thesen temperamente“ des WDR vom 15. März 2026, in der ihre Thesen vorgestellt wurden. Redecker versucht, die gegenwärtigen Rechtsrucks in vielen Gesellschaften zu verstehen und zu erklären.

Hintergrund: Wer ist Eva von Redecker?
Eva von Redecker, 1982 geboren, gehört seit der Veröffentlichung ihres Buches „Bleibefreiheit“ (2023) zu den beachteten Philosophinnen ihrer Generation. Sie forscht und publiziert zu Themen wie Freiheit, Kritik und Transformation. Ein zentrales Anliegen ist ihr die Revision unseres Fortschrittsbegriffs. Sie plädiert für eine „Stillstellung“ und eine grundlegende Neubewirtschaftung unseres Daseins, wie Der Standard berichtet.
„Dieser Drang nach Härte“: Kernpunkte der Analyse
In „Dieser Drang nach Härte“ untersucht Eva von Redecker die Ursachen und Mechanismen des neuen Faschismus. Sie argumentiert, dass dieser sich von historischen Formen unterscheidet und eine neue Gestalt angenommen hat, die oft schwer zu erkennen ist. Ein zentraler Begriff in ihrer Analyse ist der des „Phantombesitzes“. (Lesen Sie auch: Caren Miosga diskutiert Demokratie mit Gauck: Die…)
Laut Redecker haben der alte Faschismus des letzten Jahrhunderts und der neue Faschismus etwas gemeinsam: Besitzdenken. Allerdings gehe es heute weniger um realen, materiellen Besitz, sondern um einen imaginierten Anspruch auf bestimmte Dinge. Dieser „Phantombesitz“ kann sich auf unterschiedliche Bereiche beziehen, von der Nation über die Ehefrau bis hin zum Verbrennerauto.
Ein weiteres Merkmal des neuen Faschismus ist laut Redecker ein „Drang nach Härte“. Dieser äussert sich in der Abwertung von Schwäche, der Betonung von Stärke und der Bereitschaft zur Gewalt. Sie sieht darin einen Versuch, die eigene fragile Identität durch Abgrenzung und Ausgrenzung zu stabilisieren.
Unterschiede zum Faschismus des 20. Jahrhunderts
Eva von Redecker betont, dass der Faschismus der Gegenwart nicht einfach eine Wiederholung des Faschismus des 20. Jahrhunderts ist. Die Welt habe sich verändert, sei schneller, vernetzter und undurchsichtiger geworden. Auch der Faschismus habe sich diesen Veränderungen angepasst. (Lesen Sie auch: Lukas Rietzschel: Neuer Roman "Sanditz" beleuchtet)
Während der historische Faschismus oft mit konkreten politischen Programmen und Führungsfiguren verbunden war, sei der neue Faschismus diffuser und weniger ideologisch festgelegt. Er äussere sich oft in Ressentiments, Ängsten und einem allgemeinen Unbehagen an der Moderne. Laut ARD Mediathek äussert sich dies in der Ausgrenzung von Minderheiten oder körperlichen Angriffen.
Kritik an Redeckers Analyse
Redeckers Analyse des neuen Faschismus ist nicht unumstritten. Kritiker bemängeln, dass sie den Begriff des Faschismus zu weit fasse und dadurch verwässere. Andere werfen ihr vor, zu wenig auf die ökonomischen und sozialen Ursachen des Rechtsrucks einzugehen.
So schreibt Der Standard, dass Redecker die Aktualisierung mancher Widersprüche schuldig bleibe. Manchmal sei die „Härte“, hinter der sich Anhänger des Rechtsrucks verstecken, reines, schlecht gestanztes Blech. (Lesen Sie auch: Emmanuel Grégoire führt in Paris: Dati fordert…)
Was bedeutet das für die Gesellschaft?
Die Analyse von Eva von Redecker soll dazu beitragen, den neuen Faschismus besser zu verstehen und Strategien der Gegenwehr zu entwickeln. Indem sie auf die Mechanismen des „Phantombesitzes“ und des „Drangs nach Härte“ aufmerksam macht, will sie dazu beitragen, die gesellschaftlichen Ursachen des Rechtsrucks zu erkennen und zu bekämpfen.

Es bleibt die Frage, wie wir als Gesellschaft mit den Ängsten und Unsicherheiten umgehen, die dem neuen Faschismus zugrunde liegen. Wie können wir eine Kultur der Solidarität und des Zusammenhalts fördern, die Menschen vor den Verlockungen von Ausgrenzung und Hass schützt?
Der Havelberger Pferdemarkt als Beispiel
Eva von Redecker beschreibt in ihrem Buch eine Szene auf dem Havelberger Pferdemarkt, einem Ort mit hoher AfD-Wählerschaft. Dort wurde ein altes, verbeultes Blechschild mit der Aufschrift „Wer plündert, wird erschossen“ verkauft. Redecker interpretiert dies als Ausdruck des „Betriebsmodells des Faschismus“: Der Rückzug gefährdeter Subjekte hinter einen Panzer des Übelwollens. (Lesen Sie auch: Jannik Sinner im Indian Wells Finale: Chance…)
FAQ zu Eva von Redecker und ihrer Faschismusanalyse
Häufig gestellte Fragen zu eva von redecker
Was sind die Kernelemente von Eva von Redeckers Faschismusanalyse?
Eva von Redecker argumentiert, dass der neue Faschismus durch „Phantombesitz“ gekennzeichnet ist, also dem Glauben an einen imaginären Anspruch auf Dinge wie Nation oder Tradition. Zudem sieht sie einen „Drang nach Härte“, der sich in Abwertung von Schwäche und Betonung von Stärke äussert.
In welchem Verhältnis steht Eva von Redeckers Faschismusanalyse zu älteren Faschismustheorien?
Redecker führt die Tradition linker Faschismuskritik fort, versucht aber gleichzeitig, den veränderten Bedingungen der Gegenwart Rechnung zu tragen. Sie betont, dass der neue Faschismus nicht einfach eine Wiederholung des Faschismus des 20. Jahrhunderts ist, sondern eine neue Gestalt angenommen hat.
Was bedeutet der Begriff „Phantombesitz“ in Eva von Redeckers Theorie?
Mit „Phantombesitz“ bezeichnet Eva von Redecker den Glauben an einen imaginären Anspruch auf bestimmte Dinge, wie die Nation, die traditionelle Familie oder den eigenen Lebensstil. Dieser Glaube kann dazu führen, dass Menschen andere ausgrenzen und bekämpfen, die diese vermeintlichen Besitztümer in Frage stellen.
Welche Rolle spielt der Kapitalismus in Eva von Redeckers Faschismusanalyse?
Redecker sieht einen Zusammenhang zwischen dem kapitalistischen Besitzdenken und dem „Phantombesitz“, der dem neuen Faschismus zugrunde liegt. Sie argumentiert, dass die kapitalistische Vorstellung, man könne mit seinem Besitz machen, was man wolle, auch auf immaterielle Güter übertragen wird.
Was sind die Kritikpunkte an Eva von Redeckers Faschismusanalyse?
Kritiker bemängeln, dass Redecker den Begriff des Faschismus zu weit fasse und dadurch verwässere. Andere werfen ihr vor, zu wenig auf die ökonomischen und sozialen Ursachen des Rechtsrucks einzugehen. Einige sehen in ihrer Analyse eine moralische Verurteilung, die wenig zum Verständnis beiträgt.
Weitere Informationen zu Eva von Redecker und ihrer Arbeit finden Sie auf der Wikipedia-Seite.



