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Riester Vertrag: -Rente: Reform und Kritik – Was Sparer

Michelle Möhring Michelle Möhring 18. April 2026 4 Min. Lesezeit 458 Aufrufe 0

Die Riester-Rente, seit ihrer Einführung im Jahr 2002 ein viel diskutiertes Thema der Altersvorsorge, steht erneut im Fokus. Während eine Reform ab 2027 greifen soll, um die private Altersvorsorge attraktiver zu gestalten, mehren sich die Stimmen, die die Effektivität des Modells insbesondere für Geringverdiener infrage stellen. 16 Millionen Riester-Sparer müssen sich nun mit den anstehenden Änderungen auseinandersetzen.

Symbolbild zum Thema Riester Vertrag
Symbolbild: Riester Vertrag (Bild: Picsum)

Hintergrund: Die Riester-Rente und ihre Ziele

Die Riester-Rente wurde als Antwort auf die demografischen Veränderungen und die damit einhergehende Belastung der gesetzlichen Rentenversicherung ins Leben gerufen. Ziel war es, die Bürger zu motivieren, privat für das Alter vorzusorgen, wobei der Staat durch Zulagen und Steuervorteile unterstützte. Das Grundprinzip ist einfach: Ein Teil des Einkommens wird in einen Riester-Vertrag eingezahlt, der Staat stockt diesen Betrag durch Zulagen auf. In der Auszahlungsphase wird die Rente dann versteuert.

Allerdings ist die Riester-Rente von Anfang an auf Kritik gestoßen. Komplizierte Vertragsbedingungen, hohe Kosten und die teure Beitragsgarantie, die sicherstellen soll, dass mindestens die eingezahlten Beiträge plus Zulagen am Ende zur Verfügung stehen, haben viele Sparer abgeschreckt. Zudem wurde bemängelt, dass insbesondere Geringverdiener und Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien kaum von der Förderung profitieren. (Lesen Sie auch: Riester-Reform: Was Sparer jetzt wissen müssen)

Aktuelle Entwicklung: Die Reform der Riester-Rente ab 2027

Um die Attraktivität der Riester-Rente zu steigern, hat der Bundestag am 27. März 2026 eine Reform beschlossen. Kernpunkte der Reform sind der Wegfall der teuren Beitragsgarantie und die Möglichkeit, staatlich gefördert in ETFs (Exchange Traded Funds) und Aktienfonds zu investieren. Der Deutsche Bundestag erhofft sich dadurch höhere Renditechancen für die Sparer.

Konkret bedeutet dies, dass Sparer ab dem 1. Januar 2027 die Möglichkeit haben sollen, ein sogenanntes Altersvorsorgedepot zu eröffnen, in das sie staatlich gefördert in Aktien und ETFs investieren können. Ein Kostendeckel von einem Prozent soll sicherstellen, dass die Gebühren nicht die Rendite auffressen. Allerdings steht die Zustimmung des Bundesrats zu dieser Reform noch aus.

Wie BILD berichtet, stehen 16 Millionen Riester-Sparer vor der Frage, wie sie mit ihren bestehenden Verträgen umgehen sollen. Weiterzahlen, beitragsfrei stellen, ins neue Altersvorsorgedepot wechseln oder kündigen – jede Entscheidung hat Konsequenzen für Förderung, Kosten und Rendite. (Lesen Sie auch: Reform Altersvorsorge Riester: -Rente)

Kritik an der Riester-Rente: Verstärkt sie die Ungleichheit?

Trotz der Reform bleibt die Kritik an der Riester-Rente bestehen. Insbesondere wird bemängelt, dass das System die soziale Ungleichheit verstärkt. Eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kommt zu dem Schluss, dass die Riester-Förderung vor allem bei Besserverdienern ankommt, während Geringverdiener oft auf die Förderung verzichten oder nicht ausreichend für das Alter sparen können. Laut SZ.de liegt das unter anderem daran, dass viele Menschen schlicht zu wenig Geld haben, um überhaupt privat vorsorgen zu können.

Auch die hohen Kosten und die komplizierten Vertragsbedingungen werden weiterhin kritisiert. Das Vergleichsportal Verivox hatte Anfang April mit einer Modellrechnung für Aufsehen gesorgt, wonach bei voller Ausschöpfung des gesetzlichen Kostendeckels von einem Prozent pro Jahr die staatliche Förderung komplett von Gebühren aufgezehrt werden könne. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) wies diese Darstellung jedoch als „systematisch schlecht gerechnet“ zurück.

Was bedeutet das für Sparer? Ein Ausblick

Die Reform der Riester-Rente ab 2027 bringt sowohl Chancen als auch Risiken mit sich. Der Wegfall der Beitragsgarantie und die Möglichkeit, in Aktien und ETFs zu investieren, können die Renditechancen erhöhen. Allerdings steigt damit auch das Risiko, Verluste zu erleiden. Sparer sollten sich daher gut überlegen, ob ein Wechsel in ein Altersvorsorgedepot für sie sinnvoll ist. (Lesen Sie auch: Reform Altersvorsorge Riester: – beschlossen: Was Anleger)

Für bestehende Riester-Verträge gilt es, die verschiedenen Optionen sorgfältig abzuwägen. Weiterzahlen, beitragsfrei stellen oder kündigen – jede Entscheidung hat Konsequenzen für die Förderung und die spätere Rente. Es empfiehlt sich, eine unabhängige Beratung in Anspruch zu nehmen, um die individuell beste Lösung zu finden. Unabhängige Informationen bietet beispielsweise die Verbraucherzentrale.Kritiker sehen jedoch weiterhin die Notwendigkeit, die gesetzliche Rente zu stärken, um Altersarmut zu verhindern.

Häufig gestellte Fragen zur Riester-Rente

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.

Illustration zu Riester Vertrag
Symbolbild: Riester Vertrag (Bild: Picsum)