Stefan Horngacher: Abschied des Bundestrainers im März 2026

Der Name Stefan Horngacher prägt seit Jahrzehnten den internationalen Skisprungsport, zunächst als Athlet und später als einer der erfolgreichsten Trainer. Am 29. März 2026, mit dem Finale des Skisprung-Weltcups in Planica, endet seine siebenjährige Amtszeit als Bundestrainer der deutschen Skisprung-Nationalmannschaft der Männer. Diese Entscheidung, bereits im Oktober 2025 kommuniziert, markiert einen bedeutenden Umbruch für das deutsche Team und wirft Fragen nach der Zukunft des gebürtigen Österreichers auf.
Stefan Horngacher ist ein ehemaliger österreichischer Skispringer und seit April 2019 Bundestrainer der deutschen Skisprungnationalmannschaft der Männer. Er beendet diese Tätigkeit planmäßig mit dem Ende der Olympia-Saison 2025/2026, genauer gesagt am 29. März 2026, um sich neuen Herausforderungen zu widmen und mehr Zeit für seine Familie zu haben. Seine Karriere ist geprägt von Erfolgen als Athlet und als international anerkannter Trainer, der sowohl die polnische als auch die deutsche Nationalmannschaft zu Medaillen führte.
Inhaltsverzeichnis
- Der Abschied von Stefan Horngacher als Bundestrainer 2026
- Die Karriere von Stefan Horngacher als aktiver Skispringer
- Stefan Horngacher: Erfolge als Trainer in Polen
- Die Jahre als deutscher Bundestrainer: Stefan Horngacher und die DSV-Adler
- Highlights und Herausforderungen unter Stefan Horngacher
- Die Nachfolge und die Zukunft von Stefan Horngacher
- Stefan Horngacher als Familienmensch
- Tabelle: Die Karriere von Stefan Horngacher im Überblick
Der Abschied von Stefan Horngacher als Bundestrainer 2026
Am 29. März 2026 endet eine Ära im deutschen Skispringen: Stefan Horngacher tritt nach sieben erfolgreichen Jahren als Bundestrainer der deutschen Skisprung-Nationalmannschaft der Männer zurück. Diese Entscheidung hatte der gebürtige Österreicher bereits im Oktober 2025 überraschend bekannt gegeben. Er begründete seinen Rückzug mit dem Wunsch, nach der Olympia-Saison 2025/2026 mehr Zeit für private Leidenschaften und seine Familie zu haben. Sein letzter offizieller Einsatz führte ihn zum Weltcup-Finale im slowenischen Planica, dem traditionellen Abschluss der Saison.
Die Ankündigung erfolgte bewusst vor Saisonbeginn, um Spekulationen während der laufenden Wettkämpfe zu vermeiden und den Athleten Planungssicherheit zu geben. „Es wird meine letzte Saison als Bundestrainer“, erklärte Horngacher. Er betonte, dass sich für ihn ein Kreis schließe, da die Olympischen Spiele 2026 in Predazzo stattfanden, dem Ort, an dem er 1991 seine aktive Karriere mit einer Weltmeisterschaftsmedaille begonnen hatte.
Die Karriere von Stefan Horngacher als aktiver Skispringer
Bevor Stefan Horngacher die Trainerbank eroberte, war er selbst ein erfolgreicher Skispringer. Geboren am 20. September 1969 in Wörgl, Österreich, entwickelte er sich zu einem festen Bestandteil der österreichischen Nationalmannschaft. Er war bekannt für seine Beständigkeit und seine Fähigkeit, unter Druck zu bestehen, insbesondere in Teamwettbewerben. Dies zeigte sich eindrucksvoll bei den Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer und 1998 in Nagano, wo er mit der österreichischen Mannschaft jeweils die Bronzemedaille gewann.
Seine größten Erfolge als aktiver Athlet feierte Horngacher bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften. 1991 in Val di Fiemme sicherte er sich mit dem Team die Goldmedaille. Zehn Jahre später, bei der Heim-WM 2001 in Lahti, wiederholte er diesen Triumph, ebenfalls im Teamwettbewerb. Im Einzel blieb ihm ein ganz großer Sieg zwar verwehrt, jedoch erreichte er mehrfach Top-Platzierungen im Weltcup. Diese Erfahrungen als Athlet, insbesondere die Kenntnis der sportlichen Höhen und Tiefen, prägten später auch seine Trainerphilosophie.
Stefan Horngacher: Erfolge als Trainer in Polen
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn im Jahr 2002 wechselte Stefan Horngacher nahtlos ins Trainergeschäft. Zunächst war er im Nachwuchsbereich des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) tätig, wo er unter anderem unter Hannu Lepistö lernte. Zwischen 2004 und 2006 sammelte er erste Erfahrungen als Co-Trainer in Polen, wo er Talente wie Kamil Stoch und Piotr Żyła im B-Kader betreute. Diese Phase war entscheidend für seine Entwicklung als Cheftrainer.
Seinen Durchbruch als Cheftrainer feierte Horngacher ab 2016, als er die polnische Nationalmannschaft übernahm. Unter seiner Ägide erlebten die polnischen Skispringer eine goldene Ära. Sie gewannen Team-Gold bei der Weltmeisterschaft 2017 in Lahti und Kamil Stoch holte 2018 Olympiasieg im Einzel sowie zwei Gesamtsiege bei der Vierschanzentournee (2017 und 2018) und den Gesamtweltcup 2017/18. Diese beeindruckenden Erfolge machten Stefan Horngacher zu einem der begehrtesten Trainer im Skisprungsport.
Die Jahre als deutscher Bundestrainer: Stefan Horngacher und die DSV-Adler
Im April 2019 kehrte Stefan Horngacher zum Deutschen Skiverband (DSV) zurück, diesmal als Bundestrainer der Männer, und trat damit die Nachfolge seines Landsmanns Werner Schuster an. Zuvor war er bereits von 2006 bis 2016 als Co-Trainer unter Schuster tätig gewesen, wodurch er die Strukturen und viele Athleten des DSV bereits kannte. Seine Rückkehr wurde mit großen Erwartungen verbunden, insbesondere nach den Erfolgen mit dem polnischen Team. Der gebürtige Österreicher brachte seine analytische und besonnene Art in das deutsche Team ein, was bei den Athleten gut ankam.
Unter seiner Führung entwickelte sich das deutsche Team weiter und feierte zahlreiche Erfolge. Die Zusammenarbeit mit den Athleten war von einer klaren Kommunikation und einer direkten Ansprache geprägt, was den Sportlern half, sich weiterzuentwickeln. Das deutsche Skispringen, das auch mit Stars wie Jadon Sancho im Fußball oder Tom Krauß in anderen Sportarten stets im Fokus steht, profitierte von Horngachers Expertise.
Highlights und Herausforderungen unter Stefan Horngacher
Die Amtszeit von Stefan Horngacher als Bundestrainer war von bemerkenswerten Erfolgen geprägt. Dazu zählen insbesondere drei Goldmedaillen bei der Heim-Weltmeisterschaft 2021 in Oberstdorf sowie die Bronzemedaille für Karl Geiger und das Team bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking. Ein absolutes Glanzlicht der Saison 2025/2026 war die Goldmedaille von Philipp Raimund im Einzelwettbewerb von der Normalschanze bei den Olympischen Spielen. Horngacher selbst nannte diesen Olympiasieg genauso wichtig wie Geigers Bronze in Peking oder dessen Skiflug-WM-Titel 2020.
Trotz dieser Triumphe gab es auch Herausforderungen. Ein großer Makel in seiner Bilanz als Bundestrainer des DSV blieb der ausbleibende Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee, auf den die deutschen Skispringer seit 24 Jahren warten. Dies war ein erklärtes Ziel für Horngacher, das er mit dem polnischen Team bereits erreicht hatte. Die Saison 2025/2026 war zudem von wechselhaften Leistungen und Rückschlägen bei der Vierschanzentournee und der Skiflug-WM geprägt, was zu öffentlicher Kritik führte. Horngacher betonte jedoch, dass diese Kritik seine Rücktrittsentscheidung nicht beeinflusst habe.
Einblicke in die Welt des Skispringens. (Symbolbild)
Die Nachfolge und die Zukunft von Stefan Horngacher
Mit dem Abschied von Stefan Horngacher steht der Deutsche Skiverband vor der wichtigen Aufgabe, einen geeigneten Nachfolger zu finden. DSV-Sportdirektor Horst Hüttel gab an, dass die Entscheidung für ihn zunächst überraschend kam und noch keine konkreten Pläne für die Nachfolge existierten. Er betonte jedoch, dass es darum gehe, eine langfristige Lösung zu finden.
Im Gespräch für den Posten des Bundestrainers waren und sind verschiedene Namen. Thomas Thurnbichler, der im April 2025 vom polnischen Chefcoach zum DSV wechselte und zunächst den B-Kader übernahm, gilt als möglicher Kandidat. Auch Ronny Hornschuh, der frühere Schweizer Nationaltrainer, wurde genannt. Grzegorz Sobczyk, ein langjähriger Vertrauter Horngachers und ehemaliger Co-Trainer in Polen, befeuerte im März 2026 selbst Gerüchte um seine Person, indem er seine Bereitschaft für jede Herausforderung signalisierte. Alexander Stöckl, der als Trainer der Norweger bekannt ist, dementierte hingegen im Februar 2026 entsprechende Spekulationen.
Für Stefan Horngacher selbst ist die berufliche Zukunft noch offen, aber eines ist klar: Er wird dem Skispringen treu bleiben. „Ich werde definitiv im Skispringen bleiben“, erklärte er im März 2026. Welche Rolle er genau übernehmen wird, sei noch nicht entschieden, aber er wünscht sich, weniger zu reisen und mehr Zeit zu Hause in Titisee-Neustadt verbringen zu können. Es gibt auch die Möglichkeit, dass er eine andere Position innerhalb des Deutschen Skiverbandes einnimmt.
Stefan Horngacher als Familienmensch
Neben seiner intensiven Trainerkarriere legt Stefan Horngacher großen Wert auf sein Privatleben. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Titisee-Neustadt im Schwarzwald. Sein Sohn Amadeus, geboren am 28. August 2007, tritt in die Fußstapfen seines Vaters und ist ebenfalls als Skispringer aktiv. Der Wunsch nach mehr Zeit mit seiner Familie war ein wesentlicher Beweggrund für seine Entscheidung, das Amt des Bundestrainers niederzulegen. Er freut sich darauf, künftig häufiger im Schwarzwald anzutreffen zu sein und seinen privaten Leidenschaften wie Wandern und Radfahren nachzugehen.
Tabelle: Die Karriere von Stefan Horngacher im Überblick
| Periode | Rolle | Organisation/Nationalmannschaft | Wichtige Erfolge / Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| 1988-2002 | Aktiver Skispringer | Österreich | 2x Team-Weltmeister (1991, 2001) 2x Team-Olympia-Bronze (1994, 1998) 2 Weltcupsiege im Einzel |
| 2002-2004 | Trainer | ÖSV Nachwuchs | Erste Trainerstation |
| 2004-2006 | Co-Trainer | Polen (B-Kader) | Betreuung von Talenten wie Kamil Stoch |
| 2006-2016 | Co-Trainer | Deutschland (DSV) | Unter Werner Schuster |
| 2016-2019 | Cheftrainer | Polen | Team-WM-Gold (2017) Kamil Stoch: Olympiasieg (2018), 2x Vierschanzentournee (2017, 2018), Gesamtweltcup (2017/18) |
| 2019-2026 | Bundestrainer | Deutschland (DSV) | 3x WM-Gold (2021) Olympia-Bronze Karl Geiger (2022) Olympia-Bronze Team (2022) Olympia-Gold Philipp Raimund (2026) |
Das Wichtigste in Kürze
- Stefan Horngacher tritt am 29. März 2026 als Bundestrainer der deutschen Skispringer zurück.
- Seine Amtszeit als Bundestrainer dauerte sieben Jahre, beginnend im April 2019.
- Als Grund für seinen Abschied nannte Horngacher den Wunsch nach mehr Zeit für Familie und private Leidenschaften.
- Zu den größten Erfolgen unter seiner Führung gehören WM-Goldmedaillen (2021) und Olympia-Gold durch Philipp Raimund (2026).
- Ein Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee blieb ihm mit dem deutschen Team verwehrt.
- Horngacher plant, dem Skispringen in einer noch unbestimmten Rolle treu zu bleiben.
- Der Deutsche Skiverband sucht derzeit nach einem Nachfolger für die wichtige Position.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Stefan Horngacher
- Wann tritt Stefan Horngacher als Bundestrainer zurück?
- Stefan Horngacher tritt am 29. März 2026, mit dem Ende der Skisprung-Weltcup-Saison 2025/2026, von seinem Amt als Bundestrainer der deutschen Skispringer zurück.
- Warum hört Stefan Horngacher als Bundestrainer auf?
- Er begründete seinen Rücktritt mit dem Wunsch, nach sieben Jahren als Cheftrainer mehr Zeit für seine Familie und private Interessen zu haben. Zudem schließe sich für ihn ein Kreis mit den Olympischen Spielen 2026 in Predazzo, wo seine Karriere begann.
- Welche Erfolge feierte Stefan Horngacher als deutscher Bundestrainer?
- Unter seiner Führung gewann das deutsche Team unter anderem drei WM-Goldmedaillen bei der Heim-WM 2021 in Oberstdorf, eine Olympia-Bronzemedaille für Karl Geiger (2022) und Team-Bronze (2022) sowie Olympia-Gold durch Philipp Raimund (2026).
- Wird Stefan Horngacher dem Skispringen erhalten bleiben?
- Ja, Stefan Horngacher hat angekündigt, definitiv im Skispringen bleiben zu wollen, auch wenn seine zukünftige Rolle noch nicht feststeht. Er möchte jedoch weniger reisen.
- Wer könnte Stefan Horngacher als Bundestrainer nachfolgen?
- Der Deutsche Skiverband sucht nach einem Nachfolger. Als mögliche Kandidaten werden unter anderem Thomas Thurnbichler und Grzegorz Sobczyk genannt. Alexander Stöckl hat Spekulationen um seine Person dementiert.
Fazit: Stefan Horngacher hinterlässt große Fußstapfen
Der Abschied von Stefan Horngacher als Bundestrainer der deutschen Skispringer am 29. März 2026 markiert das Ende einer überaus erfolgreichen und prägenden Ära. Mit seiner fachlichen Expertise, seiner ruhigen, aber bestimmten Art und seiner Fähigkeit, Athleten zu Höchstleistungen zu führen, hat er das deutsche Skispringen maßgeblich mitgestaltet. Seine Erfolge reichen von Team-Weltmeistertiteln als Athlet bis hin zu Olympia-Gold als Trainer. Obwohl der ersehnte Vierschanzentournee-Sieg mit Deutschland ausblieb, hinterlässt Stefan Horngacher ein Team, das er auf ein hohes Niveau geführt hat und das nun bereit ist für die nächste Generation von Trainern. Seine Entscheidung für mehr Familienzeit ist nachvollziehbar, und es bleibt spannend zu sehen, in welcher Funktion er dem Skisprungsport künftig erhalten bleiben wird.

