Die Knesset hat mit knapper Mehrheit ein Gesetz gebilligt, das die Verhängung der Todesstrafe in Israel für Terrorakte ermöglicht, die zum Tod eines israelischen Bürgers führen. Dies stellt eine Zäsur in der israelischen Rechtsprechung dar, da die Todesstrafe bisher nur in sehr seltenen Fällen angewendet wurde.

Auf einen Blick
- Das Gesetz erlaubt die Todesstrafe für Terrorakte mit Todesfolge.
- Es benötigt eine Mehrheit von Richtern, um vollstreckt zu werden.
- Die letzte Hinrichtung in Israel fand 1962 statt (Adolf Eichmann).
- Das Gesetz ist politisch umstritten.
Was bedeutet die Einführung der Todesstrafe für Bürger?
Für israelische Bürger bedeutet das Gesetz, dass Terroristen, die des Mordes an Israelis schuldig befunden werden, mit der Todesstrafe belegt werden können. Allerdings bedarf es eines einstimmigen Urteils eines Gremiums von drei Richtern, um die Strafe zu verhängen. Sollte dies nicht erreicht werden, kann die Strafe mit einfacher Mehrheit verhängt werden, wenn der Terrorakt „außergewöhnlich grausam“ war oder unter besonders „niedrigen Umständen“ begangen wurde. Die Anwendung der Todesstrafe israel soll abschreckend wirken und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärken. (Lesen Sie auch: Todesstrafe für Terroristen: Israel beschließt Umstrittenes Gesetz)
Wie kam es zu dieser Gesetzesänderung?
Die Gesetzesänderung ist vor allem auf das Betreiben des Ministers für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, zurückzuführen. Ben-Gvir, einHardliner, sieht in der Todesstrafe ein notwendiges Instrument zur Terrorbekämpfung. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, ist das Gesetz ein Sieg für ihn und seine Anhänger.
Die israelische Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu setzt sich aus einer Koalition verschiedener Parteien zusammen, darunter auch rechtsextreme Kräfte. Dies hat zu einer Rechtsverschiebung in der israelischen Politik geführt. (Lesen Sie auch: Iran Schifffahrt Maut: Zwei Millionen Dollar Pro…)
Welche Argumente gibt es für und gegen die Todesstrafe?
Befürworter argumentieren, dass die Todesstrafe eine gerechte Strafe für Terroristen sei, die unschuldige Menschen ermordet haben. Sie soll abschreckend wirken und potenzielle Terroristen davon abhalten, Anschläge zu verüben. Gegner argumentieren, dass die Todesstrafe eine grausame und unmenschliche Strafe sei, die nicht mit den Werten eines Rechtsstaates vereinbar ist. Zudem wird angeführt, dass die Todesstrafe keine abschreckende Wirkung habe und das Risiko eines Justizirrtums bestehe.
Welche Rolle spielt die historische Perspektive?
Israel hat die Todesstrafe bisher nur sehr selten angewendet. Die letzte Hinrichtung fand 1962 statt, als der NS-Kriegsverbrecher Adolf Eichmann gehängt wurde. Seitdem gab es nur wenige Fälle, in denen die Todesstrafe verhängt wurde, aber keine weiteren Hinrichtungen. Die Zurückhaltung bei der Anwendung der Todesstrafe ist auch auf die Erfahrungen des Holocaust zurückzuführen, bei dem Millionen von Juden ermordet wurden. Kritiker sehen in der jetzigen Gesetzesänderung eine Abkehr von dieser humanitären Tradition. (Lesen Sie auch: LNG Importe Deutschland: Quartalsbericht: Rekordimport)
Wie geht es jetzt weiter?
Das Gesetz muss noch vom Obersten Gerichtshof geprüft werden. Es ist zu erwarten, dass es zu einer juristischen Auseinandersetzung kommen wird, da die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes in Frage gestellt wird. Sollte das Gesetz in Kraft treten, wird es in Zukunft möglich sein, Terroristen zum Tode zu verurteilen. Es bleibt abzuwarten, wie oft diese Möglichkeit tatsächlich genutzt wird und welche Auswirkungen dies auf die israelische Gesellschaft haben wird. Wie die Tagesschau berichtet, hat die EU die Entscheidung Israels kritisiert.

Die Einführung der Todesstrafe in Israel ist ein umstrittener Schritt, der sowohl Befürworter als auch Gegner hat. Es ist ein Zeichen für die Rechtsverschiebung in der israelischen Politik und ein Ausdruck des Willens, Terrorismus mit aller Härte zu bekämpfen. Ob das Gesetz tatsächlich zu mehr Sicherheit führen wird, bleibt abzuwarten. (Lesen Sie auch: Radio Free Europe Verstummt: Rückschlag für Freie…)



