Acht Ausbrüche der Newcastle-Krankheit bestätigt: Was bedeutet das für Geflügelbestände?
Die Newcastle-Krankheit, eine hoch ansteckende Viruserkrankung bei Geflügel, ist nach 30 Jahren wieder in Deutschland aufgetreten. Acht bestätigte Fälle in Brandenburg und Bayern haben zu vorsorglichen Tötungen von über 125.000 Tieren geführt. Veterinärbehörden und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) warnen vor einer erheblichen Gefährdungslage für Geflügelbetriebe und andere Vogelhaltungen. Newcastle Krankheit steht dabei im Mittelpunkt.

Was ist die Newcastle-Krankheit und wie gefährlich ist sie?
Die Newcastle-Krankheit, auch atypische Geflügelpest genannt, ist eine durch das Newcastle-Disease-Virus (NDV) ausgelöste, hochansteckende Krankheit, die vor allem Geflügel befällt. Das Virus kann vermutlich alle Vogelarten infizieren. Für den Menschen ist eine Ansteckung sehr selten und äußert sich meist als Bindehautentzündung. In Einzelfällen sind bei immungeschwächten Personen auch tödliche Verläufe beschrieben worden. (Lesen Sie auch: Umfrage in 29 Ländern: Generationen-Umfrage: Gen-Z hat…)
Ende Februar meldete das FLI den ersten Ausbruch der Newcastle-Krankheit in Brandenburg seit drei Jahrzehnten. Wie Stern berichtet, folgten ein weiterer Fall in Brandenburg sowie sechs Fälle im bayerischen Landkreis Erding bei München.
Das ist passiert
- Acht bestätigte Ausbrüche der Newcastle-Krankheit in Brandenburg und Bayern.
- Über 125.000 Tiere wurden vorsorglich getötet.
- Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) sieht eine erhebliche Gefährdungslage.
- Ausbrüche auch in Polen, Tschechien und der Slowakei.
Welche Maßnahmen werden ergriffen, um die Ausbreitung zu verhindern?
Das FLI betont die Notwendigkeit hoher Aufmerksamkeit und strenger Kontrollen des Personen- und Warenverkehrs in Geflügelbetrieben. Neben den Pflichtimpfungen sind Maßnahmen zur Früherkennung, wie das sofortige Testen kranker oder verendeter Tiere, entscheidend, um die Newcastle-Krankheit einzudämmen. Betroffene Betriebe müssen umgehend Quarantänemaßnahmen ergreifen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. (Lesen Sie auch: Horn Bad Meinberg CO2: Zwei Bewusstlose im…)
Wo gibt es weitere Ausbrüche der Newcastle-Krankheit?
Neben den Fällen in Deutschland gibt es laut FLI auch eine Vielzahl von Ausbrüchen in Kleinsthaltungen und Geflügelbetrieben in Polen, Tschechien und der Slowakei. Diese grenznahen Ausbrüche erhöhen das Risiko eines weiteren Eintrags der Newcastle-Krankheit nach Deutschland. Die Veterinärbehörden in den betroffenen Ländern arbeiten eng zusammen, um die Ausbreitung der Seuche zu kontrollieren. Informationen zur Tierseuchenlage in Deutschland sind auf der Webseite des Friedrich-Loeffler-Instituts verfügbar.
Die Newcastle-Krankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Bei Verdacht auf einen Ausbruch muss umgehend das zuständige Veterinäramt informiert werden. (Lesen Sie auch: Hund überfahren Fahrerflucht: Polizei Sucht SUV-Fahrer)

Wie geht es weiter mit der Newcastle-Krankheit in Deutschland?
Die Veterinärbehörden prüfen derzeit weitere Verdachtsfälle. Bisher gibt es keine Hinweise auf eine flächige Ausbreitung von aggressiven NDV-Varianten in Wildvögeln, anders als bei der Vogelgrippe. Die Situation bleibt jedoch angespannt, und die Behörden appellieren an Geflügelhalter, die Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten und verdächtige Symptome umgehend zu melden. Die konsequente Umsetzung von Impfprogrammen ist weiterhin ein wichtiger Baustein zur Vorbeugung der Newcastle-Krankheit. Die Webseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bietet weiterführende Informationen.








