Die österreichische Choreografin und Performancekünstlerin Florentina Holzinger steht am 6. Mai 2026 im Zentrum der internationalen Kunstwelt. Mit ihrer unkonventionellen und physisch extremen Arbeitsweise hat sie sich als eine der herausragendsten Stimmen der zeitgenössischen Performancekunst etabliert. Insbesondere ihre Teilnahme an der 61. Venedig Biennale und weitere aktuelle Projekte machen Florentina Holzinger zu einem brennenden Thema in Deutschland und darüber hinaus.
Florentina Holzinger ist eine österreichische Performancekünstlerin und Choreografin, die für ihre radikalen und körperbetonten Werke bekannt ist. Ihre Kunst verschmilzt Tanz, Akrobatik, Stunts und Elemente der Popkultur, um die Grenzen des menschlichen Körpers und gesellschaftliche Normen zu hinterfragen. Im Jahr 2026 repräsentiert sie Österreich auf der prestigeträchtigen Venedig Biennale und präsentiert dort ihr interdisziplinäres Werk „SEAWORLD VENICE“, das sich mit dem Element Wasser und der menschlichen Anpassung auseinandersetzt.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Wer ist Florentina Holzinger?
- Venedig Biennale 2026: „SEAWORLD VENICE“
- „Pfingstspiel“ und die Bregenzer „Étude“ im Sommer 2026
- „Sancta“: Kontroverse und Erfolge von Florentina Holzinger
- Florentina Holzinger und die Volksbühne Berlin
- Der Körper als Medium: Florentina Holzingers Grenzen der Kunst
- Häufig gestellte Fragen zu Florentina Holzinger (FAQ)
- Fazit: Florentina Holzinger – Eine prägende Kraft
Das Wichtigste in Kürze
- Venedig Biennale 2026: Florentina Holzinger repräsentiert Österreich mit ihrer interdisziplinären Installation „SEAWORLD VENICE“ auf der 61. Internationalen Kunstausstellung.
- „Pfingstspiel“: Am 23. Mai 2026 feiert ihr mehrstündiges Performance-Event „Pfingstspiel“ in Wien und Prinzendorf Premiere, als Satelliten-Event zur Biennale.
- Kunsthaus Bregenz: Im Sommer 2026 präsentiert sie eine standortspezifische „Étude for Bregenz and Lake Constance“, die einen Echo von „SEAWORLD VENICE“ am 11. Juli 2026 beinhaltet.
- Galerie-Vertretung: Seit Februar 2026 wird Florentina Holzinger von der renommierten Galerie Thaddaeus Ropac vertreten, was eine neue Phase in ihrer Karriere einleitet.
- „Sancta“-Kontroverse: Ihre Oper „Sancta“ (2024) sorgte mit expliziten Darstellungen und physischer Herausforderung für Aufsehen und ausverkaufte Vorstellungen, wobei einige Zuschauer medizinisch versorgt werden mussten.
- Monografische Publikation: Begleitend zur Biennale erscheint ihre erste umfassende Monografie „HOLZINGER“, herausgegeben vom Gropius Bau Berlin und der Kunsthalle Wien.
Wer ist Florentina Holzinger?
Florentina Holzinger, geboren 1986 in Wien, Österreich, ist eine preisgekrönte Choreografin, Regisseurin und Performancekünstlerin. Sie absolvierte ihr Studium der Choreografie an der School for New Dance Development (SNDO) in Amsterdam. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine radikale Körperlichkeit, die Vermischung von Hochkultur und Pop-Elementen sowie eine bewusste Provokation des Publikums aus.
Die Künstlerin, die auch als assoziierte Künstlerin an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin tätig ist, nutzt ihren eigenen Körper und oft rein weibliche Ensembles, um Fragen der Identität, der Repräsentation und der körperlichen Belastbarkeit zu erforschen. Ihre Aufführungen integrieren häufig Elemente wie Akrobatik, Kampfkunst, Stunts, aber auch explizite Darstellungen, die die Zuschauer herausfordern und zum Nachdenken anregen sollen.
Venedig Biennale 2026: „SEAWORLD VENICE“
Ein Höhepunkt im Jahr 2026 ist zweifellos Florentina Holzingers Beitrag zur 61. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia. Sie repräsentiert Österreich mit ihrer interdisziplinären Arbeit „SEAWORLD VENICE“, kuratiert von Nora-Swantje Almes. Dieses Projekt, das vom 9. Mai bis zum 22. November 2026 zu sehen ist, versteht sich als eine permanente Live-Installation und Performance-Reihe im österreichischen Pavillon. Bereits am 6. Mai 2026, dem heutigen Datum, findet eine erste „Étude“ statt, die den Auftakt zu diesem ambitionierten Vorhaben bildet.
„SEAWORLD VENICE“ thematisiert das Element Wasser sowohl als Material als auch als Metapher. Florentina Holzinger untersucht hierbei den menschlichen Körper im Kontext von ökologischer Instabilität, technologischen Eingriffen und sich verändernden Natursystemen. Die Inszenierung ist als Unterwasser-Vergnügungspark, Kläranlage und Sakralbau konzipiert – ein maschineller Organismus, der für die Dauer der Biennale von Performern bewohnt wird. Ihre Arbeit in Venedig baut auf früheren Erkundungen des Wasserthemas auf, wie in ihrer Produktion „Ophelia’s Got Talent“ (2022).
„Pfingstspiel“ und die Bregenzer „Étude“ im Sommer 2026
Neben der Biennale in Venedig erweitert Florentina Holzinger ihre künstlerische Präsenz in Österreich mit zwei weiteren bemerkenswerten Projekten im Jahr 2026. Am 23. Mai 2026 feiert das „Pfingstspiel“ Premiere, eine mehrstündige Performance, die als offizielles Satelliten-Event zu ihrem österreichischen Biennale-Beitrag konzipiert wurde. Diese außergewöhnliche, tagesfüllende Performance entfaltet sich in zwei Teilen: Ein Prolog am Wiener Eislauf-Verein als Oratorium für Körper und Maschinen, gefolgt von einer kollektiven Busreise zum Schloss Prinzendorf, dem historischen Ort von Hermann Nitschs Orgien Mysterien Theater. Das „Pfingstspiel“ greift die Symbolik des Pfingstfests sowie die Idee von Kunst als gemeinschaftlichem, physischem Erlebnis auf und knüpft an Holzingers Beschäftigung mit religiöser Bildsprache und Körperpolitik an.
Des Weiteren wird im Sommer 2026 die Bregenzer Seepromenade zur Bühne für ein weiteres außergewöhnliches Kunstereignis: Florentina Holzinger kreiert eine neue, standortspezifische „Étude for Bregenz and Lake Constance“ für das Kunsthaus Bregenz. Diese „Étude“ ist ein Satellitenprogramm der Venedig Biennale und beinhaltet am 11. Juli 2026 ein einmaliges Echo von „SEAWORLD VENICE“. Hierbei werden vier Schlagzeuger, zehn Performer, ein Kran und eine Glocke aus der Stille des Wassers neue Mythen erschaffen, mit amphibischen Wesen feministischer Spiritualität, die in den Bodensee eintauchen und wieder auftauchen.
„Sancta“: Kontroverse und Erfolge von Florentina Holzinger
Florentina Holzinger ist nicht nur für ihre künstlerische Innovation, sondern auch für die Kontroversen bekannt, die ihre Werke auslösen. Ihre Oper „Sancta“, eine Neuinterpretation von Paul Hindemiths expressionistischer Oper „Sancta Susanna“ aus dem Jahr 1922, sorgte im Oktober 2024 für erhebliches Aufsehen. Die Inszenierung am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin und später an der Staatsoper Stuttgart, die live Piercings, unsimulierten Geschlechtsverkehr unter den rein weiblichen Darstellerinnen und reichlich (echtes und falsches) Blut umfasste, führte dazu, dass mehrere Zuschauer medizinisch behandelt werden mussten.
Trotz oder gerade wegen der provokanten Elemente war „Sancta“ ein kommerzieller Erfolg und schnell ausverkauft. Kritiker lobten die Arbeit als „lebende feministische Utopie“ und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen katholischer Kirche, Schmerz, Scham und dem Körper. Diese Produktion unterstreicht die Fähigkeit von Florentina Holzinger, Grenzen zu überschreiten und gleichzeitig eine tiefgründige künstlerische Botschaft zu vermitteln. Die medialen Reaktionen und die Debatte über Kunst, Zensur und die Grenzen der Provokation trugen maßgeblich zur Bekanntheit der Künstlerin bei.
Florentina Holzinger und die Volksbühne Berlin
Seit 2021 ist Florentina Holzinger assoziierte Künstlerin an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, einer der renommiertesten Bühnen Deutschlands. Diese Position ermöglicht ihr, ihre visionären Projekte in einem etablierten Rahmen zu realisieren und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die Zusammenarbeit mit der Volksbühne hat bereits zu mehreren vielbeachteten Produktionen geführt, darunter „Ophelia’s Got Talent“ (2022) und „A Year Without Summer“ (2025).
Ihre Arbeiten an der Volksbühne sind oft innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, was die immense Anziehungskraft von Florentina Holzinger und ihrem einzigartigen Stil unterstreicht. Die Volksbühne bietet ihr eine Plattform, um ihre Forschung an den Grenzen des Körpers und der Performancekunst fortzusetzen und dabei stets neue Formen des Spektakels und der Subversion zu erkunden. Dies zeigt sich auch in der kontinuierlichen Entwicklung ihrer „Études“, standortspezifischen Einzelperformances im öffentlichen Raum, die sie seit 2020 in Zusammenarbeit mit Institutionen wie dem Schinkel Pavillon Berlin präsentiert.
Der Körper als Medium: Florentina Holzingers Grenzen der Kunst
Florentina Holzingers künstlerisches Schaffen dreht sich zentral um den Körper als primäres Material und Mittel radikaler Selbstbehauptung. Sie erforscht die physischen und sozialen Grenzen des menschlichen Körpers und hinterfragt dabei konventionelle Vorstellungen von Schönheit, Verletzlichkeit und Stärke. Ihre Performances sind oft extrem physisch, fordern von den Darstellerinnen (und manchmal auch vom Publikum) höchste Ausdauer und Mut.
Die Künstlerin integriert in ihre Stücke eine Vielzahl von körperbasierten Praktiken, von klassischem Ballett über Stunt-Arbeit bis hin zu Kampfsport und Body-Modification. Dies führt zu einer einzigartigen Ästhetik, die gleichermaßen schockierend, faszinierend und befreiend wirken kann. In einem Interview betonte Florentina Holzinger, dass sie den Körper als eine „Maschine für Spezialeffekte“ betrachtet, deren Potenzial sie erforschen und herausfordern möchte. Ihre Arbeit ist eine fortlaufende Untersuchung des Körpers, um ihn zu erfahren, zu trainieren und für sich selbst einzustehen.
Die intensive Auseinandersetzung mit dem Körper, oft in seiner nackten oder extrem beanspruchten Form, hat Florentina Holzinger auch Vergleiche mit der Wiener Aktionismus-Tradition und Künstlerinnen wie VALIE EXPORT oder Elfriede Jelinek eingebracht. Ihr Werk beleuchtet die Gewalt, die der „Schönheit“ der Hochkunst innewohnt, und kritisiert die Objektifizierung des weiblichen Körpers in der Gesellschaft, indem sie ihn als Werkzeug, Waffe und manchmal auch als Witz darstellt. Die Reaktionen des Publikums reichen von tiefer Faszination bis zu physischem Unwohlsein, was die intensive Wirkung ihrer Kunst auf die Betrachter verdeutlicht. Es ist dabei wichtig zu beachten, dass Florentina Holzinger ihre Kunst als Einladung zur Offenheit, Vertrauen und Partizipation versteht, und das Publikum bewusst herausfordert, sich mit den präsentierten Themen auseinanderzusetzen. Die Frage, ob eine Angelina Jolie Liebesszene oder eine andere mediale Darstellung des Körpers für Aufsehen sorgt, zeigt, wie sehr die Gesellschaft von der Darstellung des Körpers gefesselt ist. Holzingers Ansatz geht jedoch weit darüber hinaus, reine Sensation zu erzeugen, sondern nutzt den Körper als Instrument zur kritischen Reflexion. Wenn die Performance von Florentina Holzinger starke Reaktionen hervorruft, die bis zu Verwirrung oder Unbehagen führen, können sich Zuschauer fragen, warum fühlen sich Überlebende schuldig, auch wenn es hier nicht um physisches Überleben, sondern um die psychologische Verarbeitung einer extremen Kunsterfahrung geht.
Einblick in die Arbeit von Florentina Holzinger (Video)
Häufig gestellte Fragen zu Florentina Holzinger (FAQ)
Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Florentina Holzinger und ihrer Arbeit:
Was macht Florentina Holzinger so besonders?
Florentina Holzinger zeichnet sich durch ihre radikale und physisch extreme Performancekunst aus, die Tanz, Akrobatik, Stunts und provokante Elemente miteinander verbindet. Sie hinterfragt gesellschaftliche Normen und erforscht die Grenzen des menschlichen Körpers, oft mit rein weiblichen Ensembles und expliziten Darstellungen.
Welche Rolle spielt Florentina Holzinger auf der Venedig Biennale 2026?
Sie repräsentiert Österreich auf der 61. Internationalen Kunstausstellung mit ihrer interdisziplinären Installation „SEAWORLD VENICE“. Dieses Projekt thematisiert das Element Wasser im Kontext von Umweltfragen und der menschlichen Körperlichkeit.
Was ist das „Pfingstspiel“ von Florentina Holzinger?
Das „Pfingstspiel“ ist eine mehrstündige Performance von Florentina Holzinger, die am 23. Mai 2026 in Wien und Prinzendorf Premiere feiert. Es ist ein Satelliten-Event zur Venedig Biennale und eine Auseinandersetzung mit religiöser Bildsprache, Körperpolitik und Gemeinschaft.
Warum war Florentina Holzingers Oper „Sancta“ so umstritten?
„Sancta“ war umstritten aufgrund ihrer expliziten Darstellungen, die live Piercings, unsimulierten Geschlechtsverkehr und viel Blut umfassten. Die Aufführung löste starke Reaktionen beim Publikum aus, wobei einige Zuschauer medizinisch versorgt werden mussten.
Wo kann man Werke von Florentina Holzinger sehen?
Im Jahr 2026 sind ihre Arbeiten unter anderem auf der Venedig Biennale („SEAWORLD VENICE“) und im Kunsthaus Bregenz zu sehen. Als assoziierte Künstlerin der Volksbühne Berlin hat sie dort regelmäßig Produktionen.
Welche Auszeichnungen hat Florentina Holzinger erhalten?
Florentina Holzinger wurde unter anderem mit dem Nestroy-Preis (2020 für „TANZ“) und dem Faust-Preis (2023 für „Ophelia’s Got Talent“) ausgezeichnet. Ihre Werke wurden zudem mehrfach zum Berliner Theatertreffen eingeladen.
Fazit: Florentina Holzinger – Eine prägende Kraft
Florentina Holzinger hat sich als eine der mutigsten und innovativsten Stimmen der europäischen Performancekunst etabliert. Ihre Fähigkeit, ästhetische Provokation mit tiefgründiger thematischer Auseinandersetzung zu verbinden, macht ihre Werke unübersehbar und relevant. Ob auf der Venedig Biennale, an der Volksbühne Berlin oder mit ihren „Études“ im öffentlichen Raum – Florentina Holzinger fordert das Publikum heraus, über die Grenzen von Kunst, Körper und Gesellschaft nachzudenken. Ihr Einfluss auf die zeitgenössische Kulturlandschaft im Jahr 2026 ist unbestreitbar und verspricht weiterhin spannende Entwicklungen.




































